Clásico: Drei Dinge, die bei Real Madrid gegen FC Barcelona auffielen
Real Madrid kommt im Halbfinal-Rückspiel der Copa del Rey zu Hause gegen den FC Barcelona ordentlich unter die Räder. Obwohl die "Könglichen" Lionel Messi durch eine starke Kollektivleistung fast komplett aus dem Spiel nehmen, scheitert die Elf von Santiago Solari an sich selbst, an Marc-André ter Stegen und an einem altbekannten Schreckgespenst. Drei Dinge, die uns beim Clásico auffielen.
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Ewig grüßt das Schreckgespenst
Lionel Messi ist der Mann der Rekorde. Fast jede Woche sorgt der Argentinier für vereinsinterne Meilensteine beim FC Barcelona, egal ob in Liga, Pokal oder Champions League. Doch in einer Statistik hat ihm ein Teamkollege mittlerweile den Rang abgelaufen.
In den großen Duellen mit Madrid, den Clásicos der letzten fünf Jahre, trumpfte vor allem Sturmpartner Luis Suárez auf und wurde als Real-Schreck berühmt-berüchtigt. Ein Ruf, dem der Uruguayer auch im Rückspiel des Pokal-Halbfinals wieder gerecht wurde - und wie!
Fast immer, wenn es im Sechzehner der "Königlichen" gefährlich wurde, war Suárez direkt beteiligt. Quasi aus dem Nichts schlug er in der 50. Minute nach präziser Vorlage von Ex-BVB-Star Ousmane Dembélé zu. Eine Kombination die sich auch beim 2:0 (69.) bewähren sollte, nur dass Suárez da nicht einmal eingreifen musste, weil Gegenspieler Raphaël Varane ihm zuvorkam.
Eine Gala-Vorstellung - und das, obwohl Suárez in der ersten Halbzeit kaum am Spielgeschehen teilgenommen hatte. Mit seinem Elfmeter zum 3:0 (0:0)-Endstand, den er - symbolischer hätte es an diesem Abend nicht sein können - im Panenka-Stil an Keylor Navas vorbeihob, krönte er seine grandiose Leistung und machte nach dem 1:1 im Hinspiel den sechsten Copa-Finaleinzug Barças in Folge perfekt.
Es war sein insgesamt elfter Treffer gegen das "weiße Ballett" seit er sich im Sommer 2014 der "Blaugrana" angeschlossen hatte. Da kann selbst Messi (fünf Treffer in dieser Zeitspanne gegen Real) nur staunen.
Messi gestoppt - ja und?!
Apropos Messi. Vom fünfmaligen Weltfußballer war im Estadio Santiago Bernabéu wenig bis nichts zu sehen. "La Pulga" stand klar im Schatten seiner Nebenmänner, was auch an Reals optimal eingestellter Defensive lag.
Besonders im ersten Spielabschnitt standen Toni Kroos, Luka Modric und besonders Casemiro dem Argentinier, der sich gewohnt tief ins Mittelfeld fallen ließ, permanent auf den Füßen und schreckten auch vor harten Fouls nicht zurück. Dabei hatte die königliche Zentrale Glück, dass Schiedsrichter José María Sánchez Martínez lange die Gelben Karten stecken ließ.
Doch die Taktik von Santiago Solari zeigte Wirkung. Messi bekam keine Bindung zum Spiel und auch sonst fanden die Katalanen in der ersten Halbzeit keine wirkliche Antwort auf das frühe Pressing der Madrilenen. Am Ende blieb der Superstar ohne Torabschluss - zum ersten Mal in dieser Saison.
Doch genauso beherzt wie Real - zumindest in der ersten Stunde - den Gegner in der Defensive zermürbte, genauso sorglos ging die Solari-Elf in der Offensive mit ihren Chancen um.
Kein Glück, kein Ronaldo - und dann auch noch ter Stegen
Gleiche vorneweg: Was die Offensivreihe von Real besonders in der ersten Halbzeit auf den Rasen zauberte, war alles andere als schlecht anzusehen. Die "Könglichen" waren über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft. Angetrieben vom 18-jährigen Vinicius Jr., der mit seinen unermüdlichen Dribblings an einen Neymar aus vorangegangenen Clásicos erinnerte, konnten sich die Madrilenen einige hochkarätige Chancen herausspielen.
Die Führung wäre durchaus verdient gewesen, doch sowohl Vinicius (sechs Schüsse) als auch Karim Benzema, dem trotz guter Leistung kein Treffer gelingen wollte, ließen immer wieder die Kaltschnäuzigkeit vermissen. Fast ironisch, dass Benzema vor dem Spiel getönt hatte, dass es nach dem Abgang von Cristiano Ronaldo nun an ihm liege, "den Unterschied zu machen."
Mittlerweile eine weit verbreitete Floskel und eine Ausrede, die keine mehr sein darf. Aber tatsächlich war das Fehlen des abgewanderten Superstars selten so schmerzlich zu erkennen, wie in diesem Spiel.
Dementsprechend ernüchternd fiel das Fazit von Casemiro nach der Partie aus:
Doch selbst Ronaldo hätte es an diesem Abend wohl schwer gehabt gegen einen Marc-André ter Stegen, der erneut seine aktuelle Weltklasse-Form unter Beweis stellte. Nicht nur mit seiner sensationellen Parade in der 62. Minute gegen einen präzisen Kopfball von Sergio Reguilón konnte sich der deutsche Keeper auszeichnen, auch bei hohen Bällen und im Aufbauspiel blieb ter Stegen ohne Fehl und Tadel.
Wenn der 26-Jährige weiter auf diesem Niveau spielt, wird sich das "weiße Ballett" im erneuten Aufeinandertreffen am kommenden Samstag (20:45 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) etwas mehr einfallen lassen müssen, um Revanche für die bittere Niederlage im eigenen Stadion zu nehmen.
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