David Alaba sucht bei Real Madrid noch nach seiner Form: Albtraum-Abend mit zwei Eigentoren nach klarer ÖFB-Kante

David Alaba bekleckert sich beim verrückten 4:4 n.V. mit Real Madrid im Pokalhalbfinale gegen Real Sociedad San Sebastián nicht mit Ruhm; dem lange verletzten Österreicher unterlaufen gleich zwei Eigentore. Dabei würden sie sich bei Real von Alaba auf dem Feld eben jene Klarheit wünschen, mit der er diese Woche in Österreich gegen Rangnick-Kritiker in der Verbandsspitze vorging.

Ancelotti nach Real-Spektakel: "Geben niemals auf"

Quelle: Perform

Am Dienstag war er in aller Munde: David Alaba. Zunächst war da der verbale Gegenangriff gegen die Führung des österreichischen Fußball-Verbandes (ÖFB), abends wirkte er dann bei Real Madrids verrücktem 4:4 n.V. im Halbfinalrückspiel der Copa del Rey gegen Real Sociedad San Sebastián mit - leicht negativ: dem Österreicher unterliefen gleich zwei Eigentore.
Nun ist die Beurteilung von Alabas Leistungen immer noch von einem Fakt geprägt: seiner langen Kreuzbandverletzung. Ganze 72 Spiele für Verein und Land verpasste der 32-Jährige zwischen Dezember 2023 und Januar 2025 - 381 Tage Leidenszeit waren es, ehe der Abwehrspieler wieder in einem Pflichtspiel auf dem Rasen stehen konnte.
Vor Dienstag spielte Alaba 2025 für Österreich und Real je nur einmal 90 Minuten durch, ehe er gegen "La Real" nach der regulären Spielzeit ausgewechselt wurde.
Eines der vielen ungeschriebenen Gesetze des Profi-Fußballs lautet, dass ein Spieler ungefähr die Zeit im Spielbetrieb braucht, um in Top-Form zu kommen, wie er zuvor ausgefallen ist. Und selbst, wenn man bei Alaba nur die Hälfte der Zeit anlegt, würde das Juli 2025 bedeuten.

Alaba an drei Real-Gegentoren beteiligt

Insofern tut man dem Wiener vielleicht Unrecht, ihn für seine Eigentore am Dienstag zu kritisieren. Sie waren auch unglücklich: Beim 1:2 bekam Alaba bei der scharfen Hereingabe von Pablo Marín seine Füße nicht schnell genug zusammen (72.). Konsequenz: mit der rechten Hacke tunnelte er den insgesamt sehr schlafmützigen Real-Keeper Andrij Lunin.
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David Alaba (Real Madrid) bekommt den Ball von Pablo Marín (Real Sociedad San Sebastián) an die Hacke - Eigentor!

Fotocredit: Getty Images

Nur acht Minuten später stellte sich der Österreicher erneut unglücklich an: Diesmal schoss EM-Held Mikel Oyarzabal und der Ball fand über Alabas linke Hacke sowie den Innenpfosten seinen Weg zum 1:3 ins Netz. Und auch beim 3:4, dass die Gäste in die Verlängerung brachte, patzte der Real-Innenverteidiger: er ließ den Torschützen Oyarzabal im Infight nach einem Standard aus den Augen (90.+3).
Dass sich Real über die Verlängerung dann doch noch ins Pokalfinale rettete, erlebte Alaba nicht mehr auf dem Platz mit: Er wurde nach der regulären Spielzeit für Antonio Rüdiger ausgewechselt. Für ebenjenen Rüdiger, der Real dann mit seinem Kopfball zum 4:4 ins Endspiel hievte (115.). Ein fulminanter Schlusspunkt, der sogar Tennis-Legende Rafael Nadal auf den Rängen zum Ausrasten brachte.

Alaba "lässt jede Souveränität vermissen"

Alaba dagegen war sichtlich froh, dass Rüdiger das letzte Wort hatte - auch wenn er mit dem Deutschen gerade um einen Platz in der Real-Elf konkurriert.
Gegen San Sebastián konnte sich der Österreicher allerdings (noch) nicht für höhere Aufgaben empfehlen. Für seine Leistung bekam Alaba von der "Marca" nur einen von drei möglichen Sternen verliehen (und kam damit immerhin noch besser weg als Lunin, der nur einen Strich bekam). Die "AS" mutmaßte: "Diese Nacht wird er so schnell nicht vergessen." Auch "RealTotal" sprach von einem "Albtraum für den Österreicher", Alaba habe "im zweiten Abschnitt jede Souveränität vermissen" lassen.
Dabei wünscht man sich in Madrid sehnlichst einen Innenverteidiger her, der mit ähnlicher Autorität wie Rüdiger auftritt - so wie es Alaba zumindest verbal in Sachen ÖFB tat. Dort stellte sich der 32-Jährige nach Kritik an Ralf Rangnick demonstrativ vor den Deutschen.

Alaba verteidigt Rangnick in Österreich

"Wir haben gar kein Verständnis dafür, wenn unser Teamchef aus den eigenen Reihen so attackiert wird. Das ist nicht gut für unsere Mannschaft und unseren kompletten Verband", sagte Alaba der Nachrichtenagentur "APA".
Zuvor hatten ÖFB-Vizepräsident Johann Gartner eine andere Taktik vom Rangnick-Team gefordert ("Seine Spielweise ist ausrechenbar"). Das ging Alaba gehörig gegen den Strich. "Wenn jetzt jemand sagt, wir sollen uns hinten reinstellen und unsere Spielweise verändern, dann hat er keine Ahnung von Fußball", polterte er.
ÖFB-Interimspräsident Wolfgang Bartosch meinte indes, Rangnick sei "sehr schwierig", die Kommunikation mit ihm gestört. Auch das konterte Alaba mit klaren Worten: "Der Trainer ist überhaupt nicht schwierig. Er versucht, alles dafür zu tun, damit sich der österreichische Fußball positiv entwickelt."
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David Alaba (Real Madrid) lässt sich von Mikel Oyarzabal (Real Sociedad San Sebastián) im Kopfballduell abkochen

Fotocredit: Getty Images

Real Madrid kassierte schon 61 Gegentore

Ähnliche Klarheit wünscht man sich bei Real von Alaba - fußballerisch, auf dem Platz. Schließlich gehört der 32-Jährige mit einem geschätzten Jahresgehalt von 22,5 Millionen Euro zu den Top-Verdienern im Team. Und auch wenn jedem klar ist, dass der Österreicher nach 13 Monaten Ausfallzeit nicht sofort wieder glänzen kann, so hat es Real doch dringend nötig.
Schließlich kassierten die Madrider bereits 61 Pflichtspiel-Gegentore in dieser Saison - eigentlich zu viel, um nach den noch vier möglichen Titeln (Meisterschaft, Pokal, Champions League und Klub-WM) zu greifen. "Es ist nicht gut, vier Tore zu kassieren", meinte Trainer Carlo Ancelotti nach dem 4:4 vom Dienstag: "Wir sind vorne sehr effektiv, aber es fehlt uns die Balance."
Sehnsucht nach Alaba hatte sich bereits eingestellt, als Éder Militão (Kreuzbandriss) im November für den Rest der Saison in den Krankenstand ging.

Asencio macht Alaba Konkurrenz - Ancelotti wiegelt ab

Bislang tat sich einzig Raúl Asencio, der seit der U17 bei Real spielt, als Alternative in der Innenverteidigung hervor. Dem 22-Jährigen merkt man auf allerhöchstem Niveau aber noch die fehlende Erfahrung an.
Der Ex-Frankfurter Jesús Vallejo wird dagegen von Ancelotti gänzlich links liegengelassen (nur zehn Einsatzminuten 2024/25) - so war Mittelfeldspieler Aurélien Tchouaméni oft schon die passendste Verlegenheitslösung für den Real-Coach (18 Einsätze als Innenverteidiger), der nun aber - so oft es eben geht - wieder auf Alaba setzt.
Ancelotti ist aber auch erfahren genug zu wissen, dass er Alaba nach einem solchen "Albtraum"-Abend wie am Dienstag nicht zum Schafott führen darf. "Es war etwas Pech dabei", meinte der 65-Jährige nach den Eigentoren väterlich. Alaba sei einfach "zweimal unglücklich an den Ball gekommen", ansonsten habe er "ein sehr gutes Spiel gemacht".
Wohl dem, der einen solchen Trainer hat.
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Quelle: Perform


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