Wolfsburgs Fußballerinnen haben wahrlich schon viele Triumphe gefeiert, doch wohl kaum einer schmeckte so süß wie dieser: Das verdiente 2:0 (2:0) im Halbfinal-Gipfeltreffen des DFB-Pokals gegen den mit 26 Saisonsiegen in Folge angereisten Erzrivalen Bayern München war vor allem Balsam für die geschundene Seele. "Wir haben gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist. Man darf uns einfach nicht abschreiben", sagte VfL-Cheftrainer Stephan Lerch.
Die Erleichterung im Norden war also groß, denn die Vorzeichen standen alles andere als gut. Als Tabellenzweiter fünf Punkte hinter Spitzenreiter München, das Liga-Duell an der Isar 1:4 verloren und in der Champions League im Viertelfinale gescheitert. Die einstige Vormachtstellung des VfL war arg ins Wanken geraten. Da kam der siebte Einzug ins Pokalfinale in Folge gerade recht.
"Wir sind weiterhin ein Topklub, das haben wir heute gezeigt", sagte Wolfsburgs Mittelfeldspielerin Lena Oberdorf trotzig: "Wir haben das Spiel super dominiert."
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Nicht zuletzt die Rückkehr der mit einer Gesichtsmaske aufgelaufenen Nationalspielerin (nach Jochbeinverletzung) gab dem Spiel der Wolfsburgerinnen mehr Stabilität, und Kapitänin Alexandra Popp die Möglichkeit, wieder im Angriff auf Torejagd zu gehen.

Bayern-Trainer Jens Scheuer: "Ein verdienter Erfolg für Wolfsburg"

Was auch prompt gelang. Die Torjägerin sorgte in der 13. Minute mit einem satten Linksschuss für die frühe Führung, Ewa Pajor (45.+2) entschied den Showdown vor den Augen von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg dann endgültig.
Das Ergebnis ging völlig in Ordnung, fand auch Münchens Coach Jens Scheuer: "Schlussendlich war es ein verdienter Erfolg für Wolfsburg. Das müssen wir so annehmen. Eine Titelchance ist weg." Bleiben noch Meisterschaft und Champions League, wo die Münchnerinnen im Halbfinale auf Wolfsburg-Bezwinger FC Chelsea treffen.
Aufatmen konnte VfL-Trainer Lerch noch einmal am Montagmorgen. Popp, die in der 86. Minute ausgewechselt werden musste, hat sich laut Diagnose "nur" eine starke Prellung am unteren vorderen Unterschenkel mit Einblutung in die dortige Muskel-Sehnenstruktur zugezogen.

Wolfsburg trifft im Finale auf Eintracht Frankfurt

Die Kapitänin wird somit am Dienstag an ihrem 30. Geburtstag planmäßig zur Nationalmannschaft reisen können, die in einem Doppelpack in Wiesbaden am 10. April gegen Australien und am 13. April gegen Norwegen antritt.
Popp stand gegen München sinnbildlich für die Steigerung der "Wölfinnen", die engagiert und mit Biss agierten. Deutlich war zu spüren, dass der VfL nach dem Viertelfinal-Aus in der Königsklasse unter der Woche unbedingt die wohl letzte Titelchance am Leben erhalten wollte.
Und so trifft Wolfsburg als Gewinner der vergangenen sechs Pokal-Wettbewerbe im Finale am 30. Mai in Köln auf Eintracht Frankfurt. Der Rekordsieger vom Main (neun Erfolge als 1. FFC Frankfurt) hatte am Samstag nach Rückstand 2:1 gegen den SC Freiburg gewonnen.

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(SID)

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