Noch ein Mal "Siegen für Jupp"

Als Trainer hat Jupp Heynckes den DFB-Pokal noch nie gewonnen. Vor allem Bastian Schweinsteiger hat vor, ihm diesen Titel zum Abschied zu schenken.

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Beinahe jeder Münchner Spieler würde für ihn durchs Feuer gehen. Aber die Bindung zwischen Jupp Heynckes und Bastian Schweinsteiger ist besonders stark.
Oft sprach der Trainer vom Mittelfeldspieler in dieser so erfolgreichen Rekord-Saison in den höchsten Tönen. Kaum eine Pressekonferenz kam ohne ein Loblied auf seinen Chef im Zentrum des Spiels des FC Bayern aus.
Heynckes hat ihm stets den Rücken gestärkt, mit einem Sieg im DFB-Pokalfinale möchte vor allem Schweinsteiger ihm nun einen würdigen Abschied bereiten.
"Er hat diesen Pokal als Trainer noch nie gewonnen, es ist das letzte Spiel unseres Trainers. Es gilt, auch seine Geschichte zu vollenden", stellte er am Donnerstag vor der Abreise nach Berlin klar. "Wir wollen diesen Pokal nicht nur für den FC Bayern holen, sondern auch für ihn", ergänzte er.
Es ist der Schuss Zusatzmotivation - zusätzlich zu der, die angesichts des möglichen historischen Triple-Gewinns ohnehin schon vorhanden ist.
Die Partystimmung nach dem Coup in der Champions League gegen Borussia Dortmund in Wembley ist schon wieder abgeklungen, die Bayern haben sich voll in den "Konzentrationsmodus" versetzt. Erst mit dem Pott in der Hand, soll die große Saisonabschlussfeier starten - mit dem Stimmungshöhepunkt am Sonntag auf dem Marienplatz.
Im Training am Donnerstag, dem letzten in dieser Saison an der Säbener Straße, sei es noch einmal "richtig zur Sache" gegangen, berichtete indes Keeper Manuel Neuer. Es sei deutlich zu spüren gewesen, ergänzte er, wie "hungrig" der FC Bayern auf das Triple ist.
Vom Tal zum Gipfel in 55 Wochen
Schweinsteiger ist es erst recht. Vor einem Jahr, da war er nach diesem "Drama dahoam", damals das letzte Spiel der Saison, am Boden zerstört. Nur 55 Wochen später ist er drauf und dran, aus dreimal "Vize" dreimal Erster zu machen - und dass dem so ist, das hat auch viel mit ihm selbst zu tun. Er ist aufgestanden und zum Gipfel durchgestürmt. Selbst die "Sport Bild", die ihn einst als "Chefchen" verspottete, nennt ihn nun ehrfurchtsvoll "Chef".
Für Heynckes war er schon lange der "beste Mittelfeldspieler der Welt". Und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge schloss sich der Einschätzung fast vorbehaltlos an. Schweinsteiger habe seinen "Stellenwert noch einmal gesteigert", auf seiner Position sei er "mit das Beste, was die Welt zu bieten hat", sagte der Klubchef.
Matchplan mit Happy-End?
Sportvorstand Matthias Sammer, fügte Schweinsteiger an, habe ja gesagt, dieses Pokalendspiel sei "viel, viel mehr" als ein Pokalendspiel, es sei ja vor allem auch die einzigartige Gelegenheit für Verein und Spieler, Historisches zu vollbringen: "Wir haben die Chance, noch einen Titel zu gewinnen, und die sollten wir auch nutzen." Gemeinsam mit Oliver Kahn hätte Schweinsteiger in diesem Fall sechs Pokalsiege - Rekord.
"Für mich ist Bastian Schweinsteiger ein großer Stratege, ein Regisseur. So wie ein Filmregisseur sein Drehbuch hat, hat er seinen Matchplan", hat Heynckes mal über Schweinsteiger gesagt.
Gegen ein Happy-End haben beide garantiert nichts.
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