FC Bayern München vor der Pokal-Pflicht gegen den SV Darmstadt 98: Bloß keine neuen Verletzten

Es ist "nur" Darmstadt 98, aber die Bayern haben im Achtelfinale des DFB-Pokals noch andere Sorgen. Sieben Profis fehlen verletzt. Sehr zum Leidwesen von Pep Guardiola, der die vermeintlich leichte Pflichtaufgabe gegen den Bundesliga-Neuling wieder einmal zum Charaktertest ausgerufen hat. Die Einstellung müsse stimmen. Ein Sieg ist Pflicht - und: Verletzen verboten!

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Pep Guardiola ist bedient. Und genervt. Und besorgt. Auch im vorletzten Pflichtspiel des Jahres fehlen sieben Leistungsträger verletzungsbedingt. So wird das nichts mit dem ersehnten Champions-League-Triumph und dem Triple-Traum.
Douglas Costa? Oberschenkelzerrung. Arjen Robben? Anhaltende Wadenprobleme. David Alaba? Kapselverletzung im Sprunggelenk. Franck Ribéry? Muskelblessur im Oberschenkel. Mario Götze? Muskelsehnenaussriss im Adduktorenbereich. Medhi Benatia? Zum achten Mal seit seiner Ankunft in München Zwangspause wegen muskulärer Beschwerden. Juan Bernat? Aufbautraining nach Muskelbündelriss im Oberschenkel.
Der deutsche Rekordmeister will bei allen Verletzten "kein Risiko“ eingehen. "Wichtig ist, dass alle nach der Winterpause wieder zu 100 Prozent fit sind“, erklärte Guardiola.
Soll heißen: Für das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Aufsteiger Darmstadt 98 (ab 20.30 Uhr im Liveticker) und das letzte Hinrundenspiel am Samstag bei Hannover 96 (ab 15:30 Uhr im Liveticker) gilt: Verletzen verboten.

Lädierter Luxuskader

Guardiola will im Wintertrainingslager in Katar (6. bis 12. Januar) möglichst mit dem gesamten Kader die Basis legen für eine glorreiche Rückrunde, die am 22. Januar mit dem Gastspiel beim HSV beginnt.
Bereits nach dem Vorrundenabschluss in der Champions League ließ der Bayern-Coach durchblicken, wie sehr ihn die Verletzungsseuche beschäftigt - und belastet. Er habe nur einen "großen, großen Wunsch“, betonte er. "Bitte keiner verletzt! Bitte alle fit! Ich will in Europa mit der besten Mannschaft kämpfen." Schließlich hat er nach Meinung seiner Vorgänger Jupp Heynckes und Ottmar Hitzfeld den besten Bayern-Kader der Geschichte zur Verfügung.
Guardiola will seine Top-Elf zusammenhaben, wenn es ernst wird. Zum Beispiel im Achtelfinale der "Königsklasse" gegen Juventus Turin. "Ich brauche alle!", sagte er.

Endspiel gegen Darmstadt

Gegen Darmstadt ist es noch nicht so ernst, auch wenn die Bayern-Verantwortlichen pflichtbewusst von einem "Finale“ sprachen. Das Endspiel um den Einzug in die Runde der letzten Acht. Die Mentalität seiner Mannschaft müsse stimmen, forderte Guardiola, "sonst sind wir raus“. Gegen den Neuling muss es auch ohne die sieben Verletzten reichen.
Und dann?
Guardiola treibt schon seit Monaten die Frage um, warum die Verletzungsserie nicht abreißt, obwohl die neu aufgestellte medizinische Abteilung nach der Trennung von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt alles tun würde, wie er beteuert.
"Warum sind Philipp, warum Rafa, warum Lewandowski immer gesund? Mit dem gleichen Training?", fragte der Katalane unlängst und sagte: "Es ist ein Mysterium."
Ein Mysterium? Wirklich? Alles nur Zufall?
Wenn er als Trainer das nicht herausfinden kann, wer dann?
Guardiola selbst hat Ende April bemerkenswert offen dargestellt, mit welcher Philosophie er die Verletzungsthematik angeht.
Dass der Bayern-Coach auf ständige Optimierung bedacht ist - verständlich. Sein Optimierungswille hört auch nicht bei der besten Taktik oder der optimalen Aufstellung auf.
Vollständigen Schutz vor Verletzungen gibt es nicht. Fußball ist ein Verschleißgeschäft mit vielen Komponenten. Pech, Fremdverschulden, Trainingsmethodik, Konkurrenzdruck - und vielleicht auch ein bisschen Ungeduld.
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