Leipzig will Wolfsburg stoppen

Viel Geld, wenig Sympathien, kaum Tradition - vor Saisonbeginn war das Image der beiden Konzernklubs VfL Wolfsburg und RB Leipzig nahezu gleich. Doch während die Wölfe mit ihrem Offensivspektakel fast sicher in die Champions League stürmen und Pluspunkte bei kritischen Fußballfans sammeln, stagniert das Projekt RB.

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Im DFB-Pokal-Achtelfinale am Mittwoch (19:00 Uhr im Liveticker) will der Zweitligist den Spieß zumindest für einen Tag umdrehen.
"Das ist eine Mannschaft mit hoher Einzelspieler-Qualität, aber wir haben auch nicht lauter Blinde da vorne", sagte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick. Das bewies das packende 3:2 am vergangenen Wochenende gegen Union Berlin, auch wenn die Offensive des VfL mit Serienschütze Bas Dost den Bullen mehr abverlangen wird. "Na und", meinte Ralf Rangnick lapidar, "dann müssen wir halt Tore schießen."
Der Anspruch bleibt hoch beim finanzstarken Emporkömmling, auch wenn aus dem geplanten Durchmarsch in die Bundesliga wohl nichts wird. Der Aufstieg ist für das kommende Jahr fest eingeplant, dann vielleicht mit Wunschtrainer Thomas Tuchel. Mittelfristig will der Brauseklub für Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz nicht nur Wolfsburg, sondern auch Bayern München überflügeln.
RB: Meister innerhalb von zehn Jahren
"Dietrich Mateschitz hat gesagt, er möchte nicht erst 80 sein, wenn RB Leipzig deutscher Meister wird", verriet Rangnick der Welt am Sonntag. Der Meister-Auftrag des 70 Jahre alten Chefs sei "sehr anspruchsvoll", sagte der für seinen ausgeprägten Ehrgeiz bekannte Rangnick, "aber auch nicht völlig unmöglich."
Die Wolfsburger sind den Bayern deutlich dichter auf den Fersen, einen Titel können sie dieses Jahr aber wohl nur in der Europa League (Achtelfinale gegen Inter Mailand) oder im DFB-Pokal gewinnen. Daher will der VfL den klassentieferen Pokalgegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. "Wir dürfen nicht ein Prozent nachlassen", forderte Linksverteidiger Marcel Schäfer.
Sollten Tormaschine Dost (11 Rückundentreffer) und Vorlagenkönig Kevin de Bruyne (15 Assists) ihre Form halten, wird der Werksklub nicht nur erfolgreich bleiben, sondern auch weitere Sympathiepunkte sammeln. "Wir haben mit unserem Fußball sehr positive Signale in die Bundesliga wie auch ins Ausland gesendet", meinte VfL-Manager Klaus Allofs.
Das will RB Leipzig in Zukunft auch. Die Voraussetzungen dafür sind in der Messestadt sogar besser als in der Autostadt. Gegen Wolfsburg wird die WM-Arena mit 43.500 Zuschauern erstmals bei einem Pflichtspiel der Bullen ausverkauft sein. RB-Interimstrainer Achim Beierlorzer weiß, was seine Mannschaft dem Publikum bieten muss: "Angriff ist die beste Verteidigung."
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