DFB-Pokal: SC Freiburg scheidet gegen Holstein Kiel verdient aus

Böses Erwachen im hohen Norden: Der SC Freiburg ist nach einer schwachen Vorstellung beim Zweitligisten Holstein Kiel aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Für das Bundesliga-Team von Trainer Christian Streich war nach der verdienten 1:2 (1:1)-Niederlage bereits in der zweiten Hauptrunde Endstation. Zugleich vermasselten die Breisgauer ihre Generalprobe für den Auftritt am Samstag gegen den FC Bayern.

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So lief das Spiel:

Handgestoppte 43 Sekunden dauerte es, da lag die Kugel erstmals in Netz der Kieler. Pascal Stenzel bediente über rechts mit einer Flanke im Zentrum Nils Petersen, der sträflich frei aus zehn Metern die Kugel einnickte. Die Gastgeber zeigten sich durch den frühen Rückschlag jedoch unbeeindruckt und fanden schnell zu ihrer Spielidee.
Nicht von ungefähr verbuchte das Team von Tim Walter in der Folge deutlich mehr Offensivaktionen. SC-Keeper Alexander Schwolow parierte jeweils aus spitzem Winkel gegen David Kinsombi (17.) sowie aus der Distanz gegen Masaya Okugawa (24). In der 25. Minute erzielte Janni Serra dann nach Vorlage von Alexander Mühling per Kopf aus kurzer Distanz den verdienten 1:1-Ausgleich. Die "Störche" agierten in jener Phase zwingender, Okugawa hatte in der 33. Minute gar das 2:1 für den Zweitligisten auf dem Fuß. Erst gegen Ende der ersten Spielhälfte bekam Freiburg die Partie wieder mehr unter Kontrolle - nennenswerte Abschlüsse verbuchte das Team von Christian Streich jedoch keine.
Die erste Chance im zweiten Durchgang ergab sich für Freiburg, Petersen setzte einen Ball nur knapp über die Latte (46.). Doch schnell gestaltete Kiel die Partie wieder ausgeglichen, es entwickelte sich eine intensive, umkämpfte und temporeiche Begegnung. Einmal mehr scheiterte der agile Okugawa per platzierten Flachschuss nur knapp am Torerfolg (56.), auf der Gegenseite verpasste Petersen gegen den gut reagierenden Kenneth Kronholm den Führungstreffer. Freiburg agierte in der Folge aktiver als im ersten Durchgang, Torgefahr versprühten jedoch weiterhin beide Seiten.
Kinsombi (71.) und Serra (75.) sammelten weitere gute Abschlüsse für die Kieler, ehe Kinsombi in der 79. Minute die Bemühungen mit dem Führungstreffer belohnte: Der Kapitän der Kieler gewann den Ball entscheidend in der gegnerischen Hälfte und vollendete nach Querpass im Sechzehner von Schindler aus kurzer Distanz zum 2:1. Freiburg warf daraufhin noch einmal alles nach vorne, doch Kiel verteidigte es leidenschaftlich und hielt auch dank einer starken Parade von Schlussmann Kronholm in der Nachspielzeit gegen Nicolas Höfler den Sieg fest.

Die Stimmen:

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Wir sind gut in die Partie gekommen, haben danach aber nicht gut gespielt. In der zweiten Halbzeit hatten wir genug Möglichkeiten, aber die letzte Genauigkeit hat gefehlt. Dann reicht es halt nicht mehr. Kiel war gut und uns hat die Präzision gefehlt."
Tim Walter (Trainer Holstein Kiel): "Ich bin absolut Stolz auf meine Mannschaft, die Jungs haben heute alles reingehauen. Solche Spiele setzen einfach Kräfte frei. Am Ende hatten wir ein wenig Glück und einen überragenden Torhüter."

Das fiel auf: Klassenunterschied nicht zu erkennen

Die Beteiligten des SC Freiburg ahnten bereits, dass die Aufgabe im Holstein-Stadion keine leichte werden würde. Kapitän Mike Frantz mahnte im Vorfeld, man dürfe "keine zwei Prozent nachlassen" und Christian Streich lobte die spielerische Klasse des Zweitligisten. Und trotzdem schien der Bundesligist beeindruckt von der Wucht der "Störche". Die frühe Führung gab dem Sportclub keine Sicherheit, Kiel zeigte die bessere Spielanlage aus Ballbesitz, Positionsspiel sowie guter Offensivpräsenz und agierte absolut auf Augenhöhe mit dem Bundesligisten - wenn nicht sogar teilweise feldüberlegen. Insbesondere das variable Pressing funktionierte und setzte Freiburg gehörig unter Druck. Gepaart mit der nötigen Leidenschaft für einen Pokalfight stand am Ende für Kiel ein völlig verdienter Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Ein Klassenunterschied war an diesem Abend nicht zu erkennen.

Der Tweet zum Spiel:

Von Kiel geht es für Freiburg am Donnerstag direkt weiter nach München - am Samstag wartet das Auswärtsspiel beim Rekordmeister.

Die Statistik: 1.500

Geografisch liegt Kiel für Freiburg nicht unbedingt günstig. Rund 800 Kilometer trennen die beiden Städte - eine größere Distanz kann in der Bundesrepublik kaum zwischen zwei Städten geben. Das hielt 1.500 Fans der Breisgauer dennoch nicht davon ab, ihren Verein auf der weiten Reise nach Schleswig Holstein zu begleiten. Am Ende jedoch ohne Erfolgserlebnis.
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