FC Bayern München durch Sieg über Werder Bremen im DFB-Pokalfinale

Der FC Bayern München steht im Finale des DFB-Pokals. In einem dramatischen Halbfinale setzte sich das Team von Trainer Niko Kovac mit 3:2 (1:0) bei Werder Bremen durch. Robert Lewandowski (36.) und Thomas Müller (63.) brachten Bayern in Front, Yuya Osako (74.) und Milot Rashica (75.) glichen binnen kürzester Zeit aus. Dann verwandelte Lewandowski einen strittigen Foulelfmeter zum Sieg (80.).

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So lief das Spiel:

Im zehnten Pokalaufeinandertreffen beider Teams sahen die 42.000 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion eine Anfangsphase auf Augenhöhe. Max Kruse für Bremen (8.) und Thomas Müller (10.) für den FC Bayern sorgten mit zwei Halbchancen für einen ersten Anflug von Torgefahr.
Richtig gefährlich wurde es dann erstmals in der 16. Minute: Auf Vorarbeit von Kingsley Coman hatte Kapitän Müller freistehend aus acht Metern die große Einschussgelegenheit, Werder-Abwehrchef Niklas Moisander lenkte den Ball mit dem Schienbein aber noch knapp am Tor vorbei (16.).
Doch auch Werder spielte mutig nach vorne und agierte deutlich offensivfreudiger als noch am vergangenen Samstag in der Bundesliga (0:1). Der wendige Milot Rashica bediente am Fünfer den einlaufenden Davy Klaassen, dessen Abschluss aus kurzer Distanz nur knapp übers Bayern-Tor rauschte (23.).
Die Bayern bekamen das Spiel mit zunehmender Dauer besser in den Griff und gingen zehn Minuten vor der Pause durch Robert Lewandowski kurios in Führung. Einen langen Boateng-Pass legte Müller per Kopf von der Grundlinie an den gegenüberliegenden Innenpfosten, von wo der Ball vor die Füße von Lewandowski sprang. Der Pole staubte aus kurzer Distanz an verdutzten Bremern vorbei zum 1:0 ab (36.).
Nach etwas mehr als eine Stunde schien die Messe im Weserstadion bereits gelesen. Müller nahm einen verunglückten Schuss von Leon Goretzka im Strafraum auf und versenkte das Leder im rechten Knick zum 2:0 (63.).
Doch getragen von der unbändigen Unterstützung der Fans kamen die Bremer mit einem Doppelschlag binnen einer Minute zurück und verwandelten das Stadion in ein Tollhaus.
Yuya Osako brachte die Hausherren nach toller Vorarbeit von Rashica auf 1:2 heran, wenige Sekunden nach Wiederanpfiff wurde aus dem Assistgeber der umjubelte Ausgleichsschütze. Nach Maximilian Eggesteins Balleroberung im Mittelfeld war Bremens Stürmerstar nicht mehr zu bremsen und verwandelte über den Innenpfosten zum 2:2 (75.).
Nach 78 Minuten dann die spielentscheidende Szene: Coman kam im Duell mit Gebre Selassie nach einem leichten Kontakt zu Fall, Schiedsrichter Siebert zeigte zum Entsetzen der Bremer auf den Punkt.
Lewandowski trat an, verwandelte sicher rechts unten (80.). In der Nachspielzeit traf der Pole nach starkem Solo noch den Pfosten (90.+3), der Münchener Finaleinzug geriet danach gegen immer müdere Bremer aber nicht mehr in Gefahr.
Bayern trifft nun am 25. Mai im Finale von Berlin auf RB Leipzig.

Die Stimmen:

Niko Kovac (Trainer FC Bayern): "Wenn hier das Licht angeht, ist es für jede Mannschaft schwer, auch für uns. In 90 Sekunden habe wir zweimal urplötzlich geschlafen. Bremen hat es richtig toll gemacht, wir hatten die besseren Chancen, deshalb sind wir es, die es unter dem Strich verdient haben. Ob man den Elfmeter geben muss, darüber können wir diskutieren."
Thomas Müller (FC Bayern München): "Aus dem Spiel heraus war es für mich ein Elfmeter. Ich kann verstehen, dass der Elfmeter heiß diskutiert wird. Es war das erwartet hart umkämpfte Spiel. Bei der Atmosphäre macht der Fußball auch Spaß, sowas erträumt man sich. Es war ein brandheißes Duell, das uns alles abverlangt hat."
Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Es war ein geiles Spiel. Ich kann mich nur bei meiner Mannschaft bedanken für den Mut, den sie gezeigt hat. Sie haben alles reingeworfen. Wir werden hart daran arbeiten, öfter solche Abende hier im Weserstadion zu erleben."
Max Kruse (Werder Bremen): "Das war ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Gegen Bayern nach einem 0:2 zurückzukommen, ist gut, am Ende haben wir das Ding aber verloren. Das ist am Ende alles, was zählt. Der Elfmeter ist in meinen Augen lächerlich. Wir haben den Videobeweis - wenn er das nicht sieht, kann man ihn auch gleich wieder abschaffen."
Maximilian Eggestein (Werder Bremen): "Ich kann es ehrlich gesagt noch gar nicht glauben. Irgendwie ist gerade einfach Leere. Das wird heute und morgen wehtun."
Frank Baumann (Geschäftsführer Werder Bremen): "Es ist brutal. Nach dem Rückstand so zurückzukommen und dann diese Entscheidung gegen sich zu haben. Es schmerzt einfach."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Werder auf Augenhöhe

Werder Bremen präsentierte sich über weite Strecken als ein Gegner auf Augenhöhe, was auch die Ballbesitzanteile von 50 Prozent unterstreichen. Die Kohfeldt-Elf spielte mutig und schoss insgesamt sogar zwei Mal mehr auf des Gegners Tor. Insbesondere der pfeilschnelle Rashica entzog sich immer wieder seinen Bewachern und war von der Münchener Abwehr nicht in den Griff zu bekommen.

Die Statistik: 30

Der FC Bayern bleibt im DFB-Pokal eine echte Aufwärtsmacht: Seit 30 Auswärtsspielen ist der Rekordpokalsieger im Pokal ungeschlagen.
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