Hamburger SV - RB Leipzig | HSV-Traum vom DFB-Pokal-Finale ausgeträumt

Der Hamburger SV hat das DFB-Pokal-Finale verpasst, RB Leipzig steht erstmals im Finale: Der Bundesligist setzte sich im Halbfinale mit 3:1 (1:1) beim Zweitligisten durch und spielt am 25. Mai in Berlin um seinen ersten großen Titel. Tore von Yussuf Poulsen (12.), Vasilije Janjicic (53., Eigentor) und Emil Forsberg (72.) sorgten für den Gäste-Sieg. Für den HSV traf Bakery Jatta (24.).

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So lief das Spiel:

Die im Kalenderjahr 2019 noch ungeschlagenen Leipziger wurden ihrer Favoritenrolle gegen Zweitligist Hamburg mit dem frühen Führungstor durch Poulsen zunächst mehr als gerecht. Der Däne stand bei einer Halstenberg-Ecke frei am Fünfmeterraum und köpfte mühelos zum 1:0 für Leipzig ein (12.). Wenige Minuten später konnte sich der HSV glücklich schätzen, nur mit einem Tor in Rückstand zu liegen. Erst Poulsen und kurz darauf Marcel Sabitzer scheiterten bei einer kuriosen Doppelchance binnen weniger Sekunden am rechten Hamburger Torpfosten (16.).
Gerade als RB die Partie unter Kontrolle zu haben schien, leitete ein Gastgeschenk von Kevin Kampl den Hamburger Ausgleich ein. Der Leipzig-Kapitän vertändelte das Leder auf dem linken Flügel zunächst leichtfertig gegen Bakery Jatta. Der Gambier sah geistesgegenwärtig, dass Peter Gulási etwas zu weit vor dem Tor stand und schlenzte aus gut 30 Metern herrlich über den RB-Schlussmann hinweg zum 1:1 in die Maschen (24.).
Kurz vor der Pause hatte Khaled Narey gar die Chance zur Hamburger Führung, legte Douglas Santos' herrliche Vorarbeit aber knapp am Leipziger Kasten vorbei (42.).
Leipzig benötigte nach Wiederanpfiff allerdings keine lange Anlaufzeit, um die Kräfteverhältnisse wieder geradezurücken. Einen tollen Kampl-Pass über die Hamburger Kette verlängerte Poulsen am langen Pfosten direkt ins Zentrum, wo der 20-jährige Vasilije Janjicic den Ball aus kurzer Distanz ins eigene Tor beförderte (53.).
RB kontrollierte in der Folge souverän Ball wie Gegner, während des HSV kaum noch aus der eigenen Hälfte kam. Nach 70 Minuten verpasste Emil Forsberg die Vorentscheidung mit einem Lattentreffer noch um Zentimeter, um zwei Minuten später mit dem 3:1 alles klar zu machen. Der Schwede nutzte seine großen Freiheiten am Strafraumrand und jagte das Leder trocken in die kurze Ecke (72.). Hamburg konnte in der Schlussphase spielerisch nicht zulegen und den ersten Leipziger Einzug in ein DFB-Pokalfinale nicht mehr verhindern.

Die Stimmen:

Julian Pollersbeck (Hamburger SV): "Es ist schade, weil wir echt gut mitgehalten haben. Leipzig ist in meinen Augen mit Bayern die beste Mannschaft in Deutschland. Wir haben uns trotzdem tapfer gewehrt."
Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig): "Normalerweise muss das Spiel nach 20 Minuten entschieden sein. Ab dem Ausgleich hat man gesehen, dass der HSV durchaus Qualitäten hat. Unterm Strich haben wir die etwas schwerere Tour gewählt, aber die Mannschaft hat am Ende wieder die nötige Mentalität gezeigt."
Yussuf Poulsen (RB Leipzig): "Wir haben den Sieg verdient und sind zurecht ins Finale eingezogen. Hamburg hat es uns schwer gemacht und wie eine Bundesligamannschaft gespielt. Hoffentlich können wir im Finale jetzt auch den letzten Schritt gehen."
Emil Forsberg (RB Leipzig): "Wir träumen von solchen Spielen wie dem Finale. Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft. Es war kein einfaches Spiel, aber wir haben die richtige Einstellung gezeigt."
Hannes Wolf (Trainer Hamburger SV): "Am Anfang kam Leipzig mit sehr viel Wucht, wir bekommen das 0:1 und Leipzig hat weitere Chancen. Davon haben wir uns erholt und machen dann das 1:1. Bis zur Halbzeit haben wir eine gute Phase. Im zweiten Durchgang erzielt RB früh das 2:1. Dann wird es für uns schwer, denn Leipzig kann tiefer verteidigen. Es ist dann zudem sehr gut, wie sie ihre Angriffe ausspielen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Sichtbarer Klassenunterschied

Während der HSV in Hälfte eins noch gut dagegenhalten konnte, wurde in Hälfte zwei der Klassenunterschied deutlich sichtbar. RB schnürte Hamburg in deren Hälfte ein und unterband jegliche Konteransätze früh in der Entstehung. Die Hausherren spielten im Rahmen ihrer Möglichkeiten ordentlich, kamen aber zu keinem einzigen Torschuss mehr. Die schnelle Flügelzange um Jatta und Narey kam nicht mehr zur Geltung, wodurch Lasogga im Sturmzentrum oftmals komplett auf sich alleingestellt war.

Die Statistik: 1

RB Leipzig steht erstmals in ihrer Vereinsgeschichte im DFB-Pokalfinale und ist damit der erste sächsische Finalist seit dem Dresdner SC 1941.
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