Hertha BSC - FC Bayern München | Kingsley Coman köpft Bayern ins Viertelfinale

Der FC Bayern München hat das Achtelfinale im DFB-Pokal bei Hertha BSC in Berlin mit 3:2 n.V. (2:2, 1:1) gewonnen. Kingsley Coman erzielte in der Verlängerung das entscheidende Tor (98.). Zuvor hatte Mats Hummels beim 2:2-Ausgleich der Hertha durch Davie Selke gepatzt (67.). Serge Gnabry hatte die frühe Berliner Führung durch Maximilian Mittelstädt (3.) im Alleingang gedreht (7./49.).

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So lief das Spiel:

In der ersten Minuten lieferten sich Hertha und Bayern einen kurzen, aber wilden Schlagabtausch mit Erfolgserlebnissen auf beiden Seiten. Die Berliner erwischten dabei den besseren Start und gingen durch Maximilian Mittelstädt nach gerade einmal drei Minuten in Führung.
Ein langer Abschlag von Hertha-Torwart Rune Jarstein landete tief in der Münchener Hälfte bei Mittelstädt, der noch Doppelpass mit Salomon Kalou spielte und aus 15 Metern flach zum 1:0 traf (3.).
Nach dem Kaltstart schüttelten sich die Bayern kurz und glichen gleich mit dem nächsten Angriff umgehend aus. Nach Flanke von Joshua Kimmich und anschließendem Zweikampf zwischen Robert Lewandowski und Niklas Stark fiel der Ball Serge Gnabry vor die Füße, der aus kurzer Distanz humorlos per Dropkick zum 1:1 einnetzte (7.).
Nationalspieler Gnabry strahlte in Reihen der Bayern mit Abstand die größte Torgefahr aus und scheiterte in der Folge mit zwei weiteren Abschlüssen am starken Jarstein (20./26.).
Kurz nach dem Seitenwechsel gingen die Bayern in Führung – durch Gnabry natürlich. Über Lewandowski und ein grandioses finales Zuspiel von James Rodríguez gelangte der Ball zum überragenden Gnabry, der Jarstein mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke diesmal keine Chance ließ (49.).
Just als die Bayern das Spiel vollkommen unter Kontrolle zu haben schienen, leistete sich Mats Hummels einen folgenschweren Blackout. Bei einer Kopfballrückgabe übersah der Innenverteidiger im Rücken Davie Selke, der Bayern-Torwart Sven Ulreich umkurvte und aus spitzem Winkel zum 2:2 einschob (67.).
Weil folglich dominante, aber nur selten zielstrebige Bayern in der Schlussphase durch James die letzte Großchance vergaben (81.), ging es in die Verlängerung.
Körperlich immer stärker abbauende Berliner hatten den Bayern mit zunehmender Spieldauer nichts mehr entgegenzusetzen und mussten in der 98. Minute den entscheidenden Treffer hinnehmen.
Kingsey Coman köpfte den Ball nach genialer Vorarbeit von Lewandowski aus kurzer Distanz energisch gegen drei Herthaner über die Linie und bescherte Bayern den umkämpften, aber hochverdienten Einzug ins Viertelfinale.

Die Stimmen:

Pál Dárdai (Trainer Hertha BSC): "Wir können stolz sein. Schade ist, dass wir kein Glück hatten. Wenn wir etwas schlauer und besser gespielt hätten, hätten wir es vielleicht auch schaffen können. Nach unserem 1:0 hätten wir kompakter stehen müssen. München hat aber nach einer guten Leistung verdient gewonnen. Das Tor von Coman haben wir naiv verteidigt."
Niko Kovac (Trainer FC Bayern München): "Es war ein hartes Stück Arbeit. Aber wenn man nach 120 Minuten durchkommt, ist man auch glücklich. Berlin hat immer getroffen, wenn sie aufs Tor geschossen haben, und das zweite Tor legen wir ihnen selbst auf wie schon in den vergangenen Wochen. Das müssen wir uns ankreiden."
Davie Selke (Hertha BSC): "Es war wichtig, dass wir nochmal zurückgekommen sind. Schade, dass es am Ende nicht ganz gereicht hat. Es war ein sehr anstrengendes Spiel für uns. Um gegen die Bayern zu gewinnen, braucht man einen perfekten Tag. Den hatten wir heute nicht."
Serge Gnabry (FC Bayern): "Hertha hat bis zur letzten Minuten gekämpft. Das wichtigste ist aber, dass wir weiter sind. Darauf sind wir sehr stolz."
Niklas Süle (FC Bayern): "Wir waren die klar bessere Mannschaft und haben nach dem frühen Gegentor genau die richtige Antwort gegeben. Wir wollen nochmal zurück nach Berlin."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Bayern überflügelt Berlin

Bayerns Flügelspieler waren für die Hertha heute einfach eine Nummer zu groß. Sowohl Gnabry als auch Coman machten mit ihren Gegenspielern, was sie wollten. Besonders Herthas Valentino Lazaro und Marvin Plattenhardt sahen in direkten Duellen gegen beide Münchener Wirbelwinde auf den Flügeln kein Land und schienen gegen die unglaubliche Dynamik des Duos ein ums andere Mal chancenlos. Gepaart mit einem überragenden James in der Spielmacherrolle (94 Prozent Passquote, vier Torschüsse, vier Schlüsselzuspiele, ein Assist), scheint der Bayern für die kommenden Champions-League-Duelle mit Liverpool gerüstet.

Die Statistik: 29

Im DFB-Pokal ist der FC Bayern eine absolute Auswärtsmacht. Seit fast zehn Jahren und 29 Auswärtsspielen hat der Rekordpokalsieger im DFB-Pokal keine Niederlage mehr kassiert. Letztmals mussten sich die Bayern auf fremdem Platz im März 2009 beim 2:4 gegen Bayer Leverkusen (mit Jürgen Klinsmann als Trainer!) geschlagen geben.
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