RB Leipzig ist das Team der Stunde: Mit Vollgas Richtung erster Titel

RB Leipzig ist nicht nur durch den Einzug ins DFB-Pokal-Finale das Team der Stunde im deutschen Fußball. Nach dem 3:1 (1:1) beim Hamburger SV rühmt Trainer Ralf Rangnick die überragende Entwicklung in den letzten Monaten. Nun will der 2009 erst gegründete Klub aber auch den letzten Schritt machen und in Berlin die erste Trophäe gewinnen. "Jetzt wollen wir auch den Titel", sagte Yussuf Poulsen.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

In Hamburg gab's noch keine Trophäe. Nicht mal eine kleine.
Mit der kleinen, knapp 20 Zentimeter hohen Plakette zu Ehren des "Man of the Match" wurde am Dienstagabend nicht etwa ein Spieler von RB Leipzig, sondern Bakery Jatta vom Hamburger SV geehrt.
Der Außenstürmer des HSV hatte bei der 1:3-Heimniederlage im DFB-Pokal-Halbfinale tatsächlich eine ansprechende Leistung gezeigt und zwischenzeitlich den sehenswerten Ausgleich erzielt (24.).
Den Segen von RB-Trainer Ralf Rangnick hatte er damit aber nicht unbedingt. "Es ist schon ungewöhnlich, dass ein Spieler einer Mannschaft, die 1:3 verloren hat, zum Spieler des Spiels gewählt wird", sagte der Leipziger Coach etwas skeptisch, "aber eigentlich ist es mir egal."

RB Leipzig feiert Historisches

Sie hatten schließlich zu feiern, die Leipziger. Historisches: Zum ersten Mal der erst zehnjährigen Vereinsgeschichte steht der Klub in einem Endspiel, darf am 25. Mai in Berlin gegen den FC Bayern München um den DFB-Pokal kämpfen.
"Von unseren Jungs hat noch keiner den Titel gewonnen. Ich habe erzählt, wie einzigartig die Atmosphäre im Finale ist. Jeder meiner Jungs war davon beseelt, nach Berlin zu kommen", berichtete Rangnick - selbst 2010/11 Pokalsieger mit Schalke - über die Motivation vor dem Spiel. Das schlug durch.
"Ich bin schon lange hier und das war auch ein Ziel, als ich hierhergekommen bin", sagte Emil Forsberg: "Man träumt, solche Spiele zu spielen. Ich bin richtig stolz. Wir haben es gut gemacht, Einstellung gezeigt."

RB mit toller Auswärtsserie

Dass es gegen den Hamburger SV den bereits neunten Auswärtssieg 2019 in Serie gab, dafür hatten neben Forsberg (72.) Yussuf Poulsen (12.) und ein Eigentor des Hamburgers Vasilije Janjicic (53.) gesorgt. 2018 hatten sie die letzten fünf Auswärtsspiele allesamt verloren.
"An so eine Serie kann ich mich als Trainer nicht erinnern", freute sich Rangnick nun über die Erfolgssträhne: "Wenn man diese Entwicklungsschritte sieht - die Mannschaft verblüfft uns immer aufs Neue."
Wenn man so will, ist Leipzig so etwas wie das Team der Stunde: Die vergangenen sieben Pflichtspiele haben schließlich weder Bayern noch Dortmund in Serie gewonnen.

Leistungsniveau 2019 angehoben

"Wir haben Spaß zusammen und wissen, was wir machen müssen, um zu gewinnen", sagte Forsberg: "Wir geben hundert Prozent, haben aber die Füße am Boden."
Vor allem die Winter-Neuzugänge Tyler Adams und Amadou Haidara hätten das Leistungsniveau im Kader nochmals angehoben, meinte Rangnick zufrieden:
Da konnte auch der tapfere HSV letztlich nichts mehr entgegen setzen. "Die haben einfach eine brutale Qualität", musste HSV-Keeper Julian Pollersbeck anerkennen: "Das ist eine Wahnsinnsmannschaft, mit Bayern die beste in Deutschland in meinen Augen."

Fokus auf Berlin

Seit 15 Pflichtspielen ist RB nunmehr ungeschlagen, hat als Dritter der Bundesliga die Champions-League-Qualifikation so gut wie sicher. Und hätte man in der Hinrunde nicht schon elf Punkte Rückstand auf Dortmund bzw. fünf auf den FC Bayern angehäuft, wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen.
Doch daran denken sie in Leipzig gar nicht. Sind nun fokussiert auf Berlin, den 25. Mai. Das haben sie sich durch die Siege bei Viktoria Köln (3:1), gegen die TSG 1899 Hoffenheim (2:0), den VfL Wolfsburg (1:0), beim FC Augsburg (2:1 n.V.) und nun in Hamburg erarbeitet.
"Der große Traum ist, das Finale zu gewinnen. Jetzt wollen wir auch den Titel", sagte Poulsen:

Leipzig hofft auf erste Trophäe

2009 gegründet und in der fünften Liga eingestiegen, 2013 im Profi-Fußball angekommen, 2016 in die Bundesliga aufgestiegen, 2017 erstmals Champions League, 2019 das erste Endspiel - und auch der erste große Titel?
Rangnick, selbst seit 2012 in Leipzig involviert, würde es mit Genugtuung sehen. "Von den ersten elf heute waren sieben vor drei Jahren schon im Kader, als wir aufgestiegen sind", sagte er in Hamburg und fieberte bereits auf Berlin hin:
Und im Idealfall auch eine Trophäe mitzunehmen.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung