So lief das Spiel:

Bei der Neuauflage des Pokalfinales von 2018 musste Bayern-Trainer Hansi Flick auf Serge Gnabry verzichten, der mit einer Rückenprellung ausfiel und auf dem linken Flügel von Ivan Perisic ersetzt wurde. Auf Frankfurter Seite fehlte Leistungsträger Filip Kostic rotgesperrt.

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Im insgesamt sechsten Pokalduell beider Mannschaften geriet die Eintracht von Beginn an ins Schwimmen und musste bereits in den ersten zehn Minuten zwei Mal ganz tief durchpusten. Frankfurts Dominik Kohr kratzte nach sechs Minuten einen Kopfball von Thomas Müller von der Linie (6.), kurz darauf trat Robert Lewandowski nach Vorarbeit von Müller zwei Meter vor dem Tor über den Ball (8.).

Wenige Minuten später brach Perisic den Bann für die extrem dominant auftretenden Bayern und traf zur überfälligen Münchener Führung. Der Kroate vollendete einen starken Bayern-Angriff über Manuel Neuer, Kingsley Coman, Lewandowski und Müller vollkommen freistehend per Kopf zum 1:0 (14.).

Ivan Perisic

Fotocredit: Getty Images

Die Münchener Machtdemonstration setzte sich nahtlos fort und hätte in einem Desaster für die Eintracht enden können. Einzig der fahrlässige Münchener Umgang mit Großchancen verhinderte ein Frankfurter Debakel im ersten Durchgang.

Erst traf Coman nach Flanke von Davies am langen Pfosten aus wenigen Metern das leere Tor nicht (25.), kurze Zeit später nahm der Franzose bei einem Konter unnötigerweise das Tempo raus und verzog anschließend überhastet aus 15 Metern (28.). Wieder nur drei Minuten später vereitelte Frankfurts Schlussmann Kevin Trapp sensationell gegen Lewandowski die nächste Topchance der Bayern (31.).

Gut zehn Minuten vor dem Pausenpfiff rettete Frankfurts Abwehrchef David Abraham noch in letzter Sekunde mit der Fußspitze vor Perisic, der ansonsten frei vor Kevin Trapp zum Abschluss gekommen wäre (36.).

Nach der Pause kam es jedoch zum Bruch bei Bayern. Die Eintracht wirkte wie ausgewechselt und gestaltete das Spiel durch mutiges Anlaufen und viel mehr Präsenz in den Zweikämpfen plötzlich vollkommen ausgeglichen. Torchancen blieben zunächst auf beiden Seiten Mangelware – bis zur 69. Minute.

Daichi Kamada behauptete den Ball stark im Strafraum und fand mit seinem Zuspiel den ebenfalls kurz zuvor eingewechselten Danny da Costa, der aus sieben Metern sicher zum 1:1 einnetzte (69.).

Mitten in Frankfurts beste Phase rund um den Ausgleich stellte Lewandowski jedoch den alten Abstand wieder her. Alphonso Davies drang von rechts in den Strafraum ein und passte quer - nach Kimmichs Weiterleitung hatte der Pole aus wenigen Metern keine Probleme und musste dennoch kurz zittern, da der Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung von Davies zunächst aberkannt wurde. Der VAR betrachtete die Szene im Videokeller und erkannte den regulären Treffer zurecht an.

Die Eintracht stemmte sich zwar noch nach Kräften gegen die Niederlage, hatte in der Schlussphase aber keine Torchance mehr. Der FC Bayern steht damit zum 24. Mal in seiner Vereinsgeschichte im DFB-Pokalfinale und trifft 4. Juli im Berliner Olympiastadion auf Bayer Leverkusen.

Die Stimmen:

Hansi Flick (Trainer FC Bayern): "Die zweite Halbzeit war nicht ganz so gut. Wir haben uns nicht geschickt angestellt und zu wenig den Ball laufen lassen. Am Ende ist es trotzdem ein verdientes Weiterkommen. Wir müssen in der ersten Halbzeit unsere Chancen reinmachen, dann wird die zweite Hälfte auch anders."

Thomas Müller (FC Bayern): "In der ersten Halbzeit hat Frankfurt sehr viel Müdigkeit gezeigt. Wir müssen da deutlich höher führen. Wir waren in der zweiten Halbzeit unsauber, wie wir es von uns nicht gewohnt sind. Unser Pressing konnte heute nicht so genannt werden, wir haben sehr unsauber gespielt. Summa summarum war es eines der pomadigsten Halbfinals, die ich so erlebt habe."

Timothy Chandler (Eintracht Frankfurt): "In der zweiten Halbzeit sind wir mutig aus der Kabine gekommen und haben direkt nach vorne gespielt. Hätten wir so von Anfang an gespielt, wäre es noch enger geworden."

Der Tweet zum Spiel: Eintracht in Sondertrikots

Das fiel auf: Machtdemonstration mit Makel

Fast 70 Prozent Ballbesitz und acht vielversprechende Torchancen innerhalb des Strafraums – viel dominanter kann man nicht spielen. Einen kleinen Makel hatte der Auftritt der Bayern im ersten Durchgang aber dennoch: Die Münchener ließen eine Großchance nach der anderen liegen und hätten zur Pause schon mit 3:0 oder 4:0 führen müssen. So stand statt eines deutlichen Kantersiegs am Ende ein knapper Zittersieg auf dem Papier.

Die Statistik: 12

Eintracht Frankfurt hat seine vergangenen zwölf Pflichtspiele in der Allianz Arena allesamt verloren.

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