Vor 5000 Zuschauern im heimischen Fritz-Walter-Stadion setzte der Drittligist auf eine sehr mutige und offensive Taktik, begann in einem 3-5-2-System mit zwei schnellen Spitzen in der Offensive und nahm es sich zum Ziel, Borussia Mönchengladbach früh und hoch zu attackieren.
Die Fohlen starteten mit sechs EM-Fahrern und hatten insgesamt große personelle Probleme. Unter anderem fehlte Offensivspieler Marcus Thuram angeschlagen, Alassane Pléa saß mit Trainingsrückstand auf der Bank. Auf der linken Abwehrseite begann der 18-jährige Joseph Scally im 4-2-3-1-System.
Kaiserslautern begegnete dem Favoriten überraschend auf Augenhöhe und erspielte sich viele gute Torchancen, lief ab der 11. Minute jedoch einem Rückstand hinterher. Gladbach ging mit der ersten guten Torchance in Führung. Patrick Herrmann flankte von der rechten Seite in die Mitte, Lars Stindl war aus acht Metern per Kopf zur Stelle.
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Die Roten Teufel reagierten alles andere als geschockt, suchten zumeist über den Flügel den Weg in die Offensive – und das mit Erfolg. Die Fohlen hatten in einer Drangphase zwischen der 15. und 35. Minute Glück, nicht den Ausgleich kassiert zu haben. Unter anderem scheiterte Kapitän Jean Zimmer freistehend aus 15 Metern halbrechter Position an Yann Sommer (25.).
Auch im zweiten Durchgang schafften es die Fohlen nicht, Ruhe und Souveränität ins eigene Spiel zu bringen. Kaiserslautern blieb ebenbürtig, kämpfte sich in die Zweikämpfe und spielte sich immer wieder gefährlich vor den gegnerischen Kasten. Einzig in der Abschlussqualität zeigten die Roten Teufel Defizite.
Bei der Borussia war von der Favoritenrolle wenig zu sehen, die Gladbacher zogen sich weit zurück, ließen Kaiserslautern anlaufen und kommen. Keeper Sommer war dabei stärkster Borusse. Er war bei hohen Standards stets zur Stelle und sorgte für die nötige Ruhe und Sicherheit in der Defensive und schließlich für die weiße Weste, die den Fohlen das Weiterkommen bescherte.

Die Stimmen:

Marco Antwerpen (Trainer 1. FC Kaiserslautern): "Ich bin hochzufrieden mit der Leistung, die wir geboten haben. Ich glaube, so haben wir uns das vorgestellt, haben viele intensive Zweikämpfe bestritten und das war schon guter Fußball. Ich glaube, das ist der Fußball, der hierhin passt."
Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach): "Wir haben uns wirklich schwer getan bei diesem Pokalfight. Wir wussten, was auf uns zukommt, haben es angenommen. Wir haben am Anfang nicht richtig hineingefunden, am Ende das Ding nicht klar über die Bühne gezogen. Wir sind glücklich, eine Runde weiterzukommen - darum geht es halt."
Thomas Hengen (Geschäftsführer Sport 1. FC Kaiserslautern): "Wir hatten unsere drei Möglichkeiten und die musst du halt nutzen gegen einen Bundesligisten. Es ist Grundvoraussetzung auf dem Betzenberg leidenschaftlich zu spielen, ich glaube, die Fans – auch wenn es nur Fünftausend waren – haben Lärm gemacht wie Zwanzigtausend."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Zuspruch für die Tradition

Im Februar 2012 standen sich die Fohlen und die Roten Teufel zuletzt in einem Pflichtspiel gegenüber. Damals gewannen die Gladbacher knapp mit 2:1 auf dem Betzenberg. In jener Saison stieg der 1. FC Kaiserslautern unter Trainer Krassimir Balakow als Tabellenletzter aus der Bundesliga ab. Seither versuchen die Roten Teufel zurück ins deutsche Oberhaus zu kommen, doch der steinige Weg mündete im Abstieg in die 3. Liga in der Saison 2017/18.
Viele Fußballfans drücken dem ehemaligen Bundesligisten die Daumen, dass es irgendwann wieder für das Oberhaus reicht. Denn das Pokalspiel gegen Gladbach zeigte, wofür die Roten Teufel und ihr Fritz-Walter-Stadion stehen: Kampf, Emotionen und Tradition. Eigenschaften, die im modernen Fußball oft vermisst sind.

Die Statistik: 7

Im Bundesliga-Klassiker vergangener Zeiten trafen der 1. FC Kaiserslautern und Borussia Mönchengladbach zum insgesamt siebten Mal im DFB-Pokal aufeinander. Zweimal entschieden die Roten Teufel, fünfmal die Fohlen das Spiel für sich.
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