Natürlich stand wieder eine Kiste Bier in der Kabine, da lässt sich Timo Schultz nicht lumpen. Aber die Pokal-Party nach der Sensation gegen den Titelverteidiger Borussia Dortmund artete nicht aus, dafür sorgte der Trainer des FC St. Pauli, der nach Siegen stets einen ausgibt. Denn am Freitag steht nach dem Rausch schon der nächste Kracher in der 2. Liga an - das Derby beim Erzrivalen Hamburger SV.
"Da müssen wir auch wieder voll da sein, denn der Stadtrivale ist auch gut drauf", sagte Schultz nach dem spektakulären 2:1 (2:0) gegen den BVB, bat Mittwoch schon wieder zum Training und schaltete sofort in den Derbymodus: "Da wollen wir mindestens so eine gute Leistung zeigen." Und HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes meinte: "Wir haben uns das Weiterkommen verdient. Diesen Schwung und diese positive Energie müssen wir für das Spiel am Freitag mitnehmen."
Erst das Derby, dann womöglich zwei Viertelfinals im DFB-Pokal: Hamburg freut sich wieder auf Fußball-Festtage, die gab es ja schon lange nicht mehr an der Elbe seit dem Abstieg des HSV. Dass beide Klubs gleichzeitig die Chance auf das Halbfinale haben, gab es zuvor nur 1965/66 und 1996/97.
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Das Weiterkommen des HSV beim 1. FC Köln nach einem kuriosen Elfmeterschießen war ja schon eine Überraschung, aber was St. Pauli dann später am Millerntor zeigte, war ein wahres Spektakel. "Wir haben Außergewöhnliches geleistet", sagte Schultz nach dem Triumph über Erling Haaland und Co., dabei fighteten die Kiezkicker nicht einfach nur, sondern spielten auch richtig guten Fußball: "Für uns als Verein ist es nicht normal, dass wir die erste Runde überstehen. Jetzt stehen wir im Viertelfinale und spielen um den Einzug ins Halbfinale. Das ist fantastisch."

St. Pauli dominiert in der zweiten Liga

Und fantastisch läuft es ja für St. Pauli auch in der Liga, der Kultklub führt trotz drei Spielen ohne Sieg zuletzt weiter die Tabelle an - sechs Punkte Vorsprung hat der vermeintlich kleinere Klub im Rennen um den Aufstieg auf den HSV. Kein Wunder, dass Robert Glatzel sofort "vollen Fokus" auf das Derby forderte. "Das Spiel ist noch wichtiger für unsere Fans", sagte der HSV-Angreifer, zumal die Rothosen nur eins der letzten neun Duelle (4:0 am Millerntor im März 2019) gewonnen haben: "Wir freuen uns darauf."
Doch als Favorit geht sicher St. Pauli ins Spiel - nach dieser Leistung gegen Dortmund. In Hamburg werden sie jetzt schon "DFB-Pokalsiegerbesieger" genannt, in Anlehnung an die "Weltpokalsiegerbesieger" von 2002 (2:1 gegen Bayern München).
Doch das gefällt Schultz gar nicht so sehr. "Wir sind hier ja Spezialisten bei solchen Möchtegern-Titeln", sagte er schmunzelnd - und war mit seinen Gedanken wahrscheinlich schon beim Derby.
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(SID)

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