Die Gäste aus dem Breisgau waren der klare Favorit gegen den ehemaligen Bundesliga-Dino. Trainer Christian Streich setzte erwartungsgemäß auf eine offensive und ballorientierte Aufstellung. Joker Nils Petersen spielte von Beginn an in einem ballbesitzorientierten 4-5-1-System. Zudem rutschte Jonathan Schmid auf der rechten Abwehrseite in die erste Elf.
Der Hamburger SV, der im Ligabetrieb einmal mehr im Saisonfinale nur Außenseiter im Aufstiegsrennen ist, war auch gegen den SC Freiburg Underdog – nahm diese Rolle jedoch dankend an, setzte jedoch nicht ausschließlich auf Umschaltmomente und forcierte zu Beginn das eigene Spiel mit dem Ball.
In der stärksten Phase der Hamburger, in der sie die Gäste in die eigene Hälfte drängten, schlugen die Freiburger nach einem Standard eiskalt zu. Der HSV verpasste es, einen Eckball von der linken Seite konsequent zu klären, so konnte Nicolas Höfler die Kugel aus der linken Strafraumhälfte in die Mitte bringen, Daniel Heuer Fernandes wehrte per Faust genau auf den Kopf von Petersen ab, der am zweiten Pfosten aus sieben Metern zur Stelle war (11.).
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Nur sechs Minuten später machten die Gäste erneut den Unterschied, zeigten sich – im Gegensatz zum HSV – klar in den Aktionen und bestraften einen Fehler der Hausherren. Fernandes spielte einen Fehlpass im Aufbauspiel, die Kugel landete über Umwege im Zentrum bei Höfler, der aus 16 Metern wuchtig abzog. Sebastian Schonlau fälschte den Ball ab – so war für Fernandes nichts zu halten.
Freiburg hatte in der Folge alles unter Kontrolle und legte in der ersten Halbzeit sogar noch den dritten Treffer nach. Der aufgerückte Nico Schlotterbeck wurde, im gegnerischen Strafraum liegend, von Moritz Heyer mit dem Fuß im Nacken getroffen. Der VAR schaltete sich ein und so entschied Referee Deniz Aytekin auf Foulelfmeter. Vincenco Grifo blieb vom Punkt eiskalt und verwandelte ins linke Eck (36.).
Der Hamburger SV steckte nicht auf, wurde von den eigenen Fans weiter nach vorne getrieben und schaffte es in der 38. Minute den vermeintlich schnellen Anschlusstreffer zu erzielen. Josha Vagnoman schickte Anssi Suhonen bei einem schnellen Konterangriff per Steilpass auf die Reise. Der Mittelfeldmann ging alleine auf Mark Flekken zu und verwandelte. Beim Zuspiel stand er jedoch knapp im Abseits – der Treffer zählte nicht.
Auch im zweiten Durchgang zeigte sich der HSV gewillt, vor das gegnerische Tor zu gelangen und schaffte dies auch gelegentlich. Was allerdings fehlte, waren konsequente Aktionen im letzten Drittel und vor allem gefährliche Abschlüsse. Erst zu spät gelang den Hamburgern der 1:3-Anschlusstreffer. Nach einer Flanke von der linken Seite kam Angreifer Robert Glatzel völlig freistehend aus sieben Metern zum Kopfball und verwandelte sicher ins linke Eck (88.).
Letztlich bezwang der SC Freiburg den HSV verdient mit 3:1 und zieht so ins Pokalfinale ein. Die Gäste waren die bessere Mannschaft und verdienten sich diesen Sieg über 90 Minuten. Die Hamburger investierten viel, leisteten sich allerdings zu viele leichte Fehler - vor allem im ersten Durchgang.

Die Stimmen:

Jonas Boldt (Sportvorstand Hamburger SV): "Zum einen spielen wir gegen eine richtig starke Mannschaft, einen Punkt entfernt vom Champions-League-Platz, und zum anderen ist es ein kompletter Spielverlauf gewesen, der uns nicht in die Karten gespielt hat."
Nicolas Höfler (SC Freiburg): "Wir mussten viel arbeiten, Hamburg war ein richtig guter Gegner. Wir sind froh, dass wir es geschafft haben, ins Finale zu kommen und ja, es ist unbeschreiblich!"

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Pokal als Trittbrett zum Erfolg

Es ist eine exzellente Saison, die der SC Freiburg abliefert. In der Bundesliga geht es im Saisonfinale um die Qualifikation für die Champions League, im DFB-Pokalfinale um den ganz großen Coup. Der Sportclub macht vieles richtig und hat dementsprechend extrem gute Aussichten auf nachhaltigen Erfolg. Der Halbfinalsieg wird der Mannschaft als Trittbrett zum Erfolg dienen – wettbewerbsunabhängig – und dem SC so die Möglichkeit geben, auch hinsichtlich der nächsten Saison Planungssicherheiten und –Möglichkeiten zu erhalten: Das internationale Geschäft als bedeutendes Argument im folgenden Transfersommer.

Die Statistik: 12

Petersen brach einmal mehr einen Rekord und zog nach Pokaltoren mit Freiburg-Legende Alexander Iashvili gleich. Beide stehen mit zwölf Treffern nun an der Spitze der Freiburger Torjägerliste.
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