Nach dem Freudentanz im Stadion des Stadtrivalen war die Sache für Max Kruse klar. Berlins Nummer eins? Union! "Stand jetzt: ja", sagte der Angreifer des Bundesligisten nach dem 3:2 (1:0)-Derbysieg bei Hertha BSC im Achtelfinale des DFB-Pokals - und hatte alle Argumente auf seiner Seite.
In der Bundesliga ein Anwärter auf Europa, im Pokal einer der Favoriten auf den Einzug ins Finale in der eigenen Stadt: Union lebt Herthas Traum. "Ein Derby ist immer etwas Geiles, gerade im DFB-Pokal", sagte Kruse.
Matchwinner Andreas Voglsammer (11.), Robin Knoche (55.) und das Eigentor von Herthas Niklas Stark (50.) bescherten Union bereits den zweiten Erfolg gegen den Stadtrivalen in der laufenden Saison. Hertha traf doppelt durch Suat Serdar (54., 90.+4), einem der wenigen Lichtblicke der Blau-Weißen.
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Union ist Hertha sportlich enteilt. Das Duell vor nur 3000 zugelassenen Zuschauern im Olympiastadion am Mittwochabend war nur der jüngste Beweis. Union zeigte Willen, Spielfreude, Einsatz und war über weite Phasen der Begegnung überlegen. "Wir wollten unbedingt dieses Spiel gewinnen. Die Mannschaft hat sich entsprechend präsentiert, hat die Leidenschaft gezeigt, um eine Runde weiter zu kommen", sagte Trainer Urs Fischer.

Kruse schon nach wenigen Minuten mit der Chance zur Führung

Schon nach wenigen Sekunden hätte Kruse zur Führung treffen können. "Wie eine Schülermannschaft" habe Hertha da verteidigt, schimpfte Sportdirektor Arne Friedrich, der gereizt und genervt auf Nachfragen zur Nummer eins in der Hauptstadt reagierte: "Ich kann es nicht mehr hören."
Warum, ist klar. Die Köpenicker haben sich seit dem Aufstieg vor zweieinhalb Jahren in der Bundesliga etabliert, spielten zuletzt in der Conference League europäisch und stehen nun im Pokal-Viertelfinale. Hertha dagegen hangelt sich mehr als zwei Spielzeiten von Krise zu Krise, trotz der vielen Millionen von Investor Lars Windhorst ist keine nachhaltig positive Entwicklung zu erkennen. Auch in der laufenden Saison geht es wieder einmal nur um den Klassenerhalt.
Der Frust ist groß, bei Fans, Spielern und Verantwortlichen. "Wir müssen uns alle hinterfragen", sagte Friedrich. Trainer Tayfun Korkut sprach von einer "Riesenenttäuschung", es gebe "einiges zu besprechen, um am Wochenende besser auf dem Platz zu stehen". Dann gastiert der FC Bayern (Sonntag, 17:30 Uhr im Liveticker) im Olympiastadion. Der nächste Rückschlag droht.
Union kann dagegen befreit aufspielen - in der Liga und im DFB-Pokal. Angesichts des Scheiterns vieler Favoriten sind die Chancen auf eine baldige Rückkehr in den Westen Berlins groß. Dort steigt am 21. Mai das Pokalendspiel. "Wir haben noch zwei Spiele zum Finale, noch zwei Siege, bis wir wieder hier spielen dürfen", sagte Kruse.
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