Drei Dinge, die bei FC Bayern - SC Freiburg auffielen: Die Rückkehr der sinkenden Leistungskurve

Der FC Bayern muss die Träume vom Triple nach der 1:2-Niederlage im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den SC Freiburg begraben. Dabei präsentierten sich die Münchner im Gegensatz zur 4:2-Gala gegen Borussia Dortmund unkreativ und bieder. Die Erkenntnis: Thomas Tuchel kann die Leistungsschwankungen, die Julian Nagelsmann angelastet wurden, erst einmal nicht stoppen. Drei Dinge, die auffielen.

Fehlendes Momentum: Tuchel analysiert "bitteres" Bayern-Aus

Quelle: Perform

Am Samstagabend herrschte im Anschluss an das 4:2 gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund wieder Euphorie in München. Nach den spektakulären Ereignissen an der Säbener Straße rund um den Rauswurf von Trainer Julian Nagelsmann schien alles wieder seinen gewohnten Gang zu nehmen – zumindest in der Liga.
Doch die Ernüchterung ließ nicht lange auf sich warten, nur drei Tage später ist klar: Neu-Trainer Thomas Tuchel, der mit der Zielsetzung eingestellt worden war, dem hochveranlagten Kader zu mehr Konstanz zu verhelfen, muss den Traum vom Triple schon früh begraben.
1:2 unterlag der Rekordmeister vor heimischer Kulisse im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den SC Freiburg – und offenbarte dabei einige Probleme, mit denen auch Nagelsmann bereits konfrontiert worden war.
Nach Dayot Upamecanos Führungstor (19.) erzielte Nicolas Höfler (27.) mit einem sehenswerten Fernschuss den Ausgleich. Zwar domierten die Bayern in den zweiten 45 Minuten, wirklich gefährlich wurde es vor dem Tor von SCF-Keeper Marc Flekken aber nicht. Ein unglückliches Handspiel von Youngster Jamal Musiala im eigenen Strafraum münzte Lucas Höler in der Nachspielzeit schließlich in das entscheidende 2:1 um (90.+5).

1.) Tuchel hat ein Nagelsmann-Problem

Als die beiden Bayern-Granden Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic Stellung zur überraschenden Freistellung von Julian Nagelsmann bezogen, war sich das Duo einig. Die Beziehung oder – um in Brazzos Duktus zu bleiben – die "Konstellation" zwischen Mannschaft und Nagelsmann hatte nicht mehr gepasst.
Geäußert habe sich dies bei den Leistungen auf dem Platz, Nagelsmann sei es einfach nicht gelungen, dem nominell herausragend bestückten Kader zu Konstanz zu verhelfen. Weil die "Leistungskurve ständig nach unten" ging, wie Salihamidzic sagte, habe man sich entschieden, den 35-Jährigen zu entlassen.
Es habe sich nicht um eine emotionale Entscheidung gehandelt, das Ganze sei "wohlüberlegt" gewesen. Wohlüberlegt fragten die FCB-Bosse bei Thomas Tuchel an. Der erfahrene Coach, der seit seinem Aus beim FC Chelsea auf Jobsuche war, willigte nach kurzer Bedenkzeit ein. Im Rahmen seiner Vorstellung rief er selbstbewusst aus, die gute Ausgangsposition, die Nagelsmann ihm (trotz aller Leistungsschwankungen) beschert hatte, nutzen zu wollen.
Die Quintessenz: Tuchel wollte mit seinem neuen Klub das Triple holen. Dass dieser Traum schon nach dem ersten K.o.-Spiel beerdigt werden muss, ist dem früheren BVB-Übungsleiter nicht vorzuwerfen. Immerhin hatte der 49-Jährige kaum Zeit, seine Spieler kennenzulernen, geschweige denn seine eigene Philosophie zu etablieren.
Die Niederlage gegen die Breisgauer hat jedoch gezeigt: Die Leistungsschwankungen haben sich nicht – wie von Kahn und Salihamidzic gehofft - gemeinsam mit Nagelsmann verabschiedet.
Vielmehr verwies Joshua Kimmich in der Mixed-Zone auf die weiterhin bestehenden Probleme. "Generell verlieren wir zu viele Spiele nach Führung. Unser Ziel war ganz klar Berlin. Man hat bei uns das Gefühl, dass es ein Tick zu wenig Leidenschaft ist." Er schob nach: "Es kotzt mich brutal an! Wieder ein Titel weniger, den wir gewinnen können."

2.) Das verflixte letzte Drittel

Ja, die Bayern waren deutlich feldüberlegen (Ballbesitz: 67 Prozent zu 33 Prozent, d. Red.). Allerdings sprangen trotz enormer Dominanz nur wenige Torchancen für die Hausherren heraus. Den Bayern fehlte es an Kreativität, an der viel zitierten Durchschlagskraft.
"Wenn wir über das Ergebnis reden, kommt Wut hoch", ärgerte sich Thomas Müller, der nicht an Selbstkritik sparte. "Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, aber bei den letzten Aktionen, im letzten Drittel, fehlte die Präzision und der Spielwitz. Es hat das gewisse Etwas gefehlt."
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Thomas Müller war nach dem 1:2 gegen Freiburg merklich enttäuscht

Fotocredit: Getty Images

Eine prägnante, berechtigte Analyse, die Trainer Tuchel in der "ARD" teilte. "Wir hatten teilweise gute Phasen, aber wir tun uns schwer, diese Phasen zu halten." Grundsätzlich habe er bei den Themen "letzter Pass" und "gute Entscheidungen treffen" Verbesserungspotenzial ausgemacht.
Auf der Pressekonferenz legte er noch einmal nach – und ging – ähnlich wie Müller – auf die fehlenden Ideen ein. "Im letzten Drittel haben wir zu viele Fehler gemacht. Wenn das Momentum da war, konnten wir es nicht halten, um den entscheidenden Treffer für uns zu erzwingen."
Er kündigte an: "Wir werden unsere Lehren daraus ziehen." Dies ist bitter nötig.

3.) Freiburg zeigt dem BVB wie's geht

Die Hoffnung, dass Dortmund nach etlichen Negativerlebnissen nicht schon wieder mit einer deutlichen Niederlage nach Hause geschickt werden würde, war vor dem vergangenen Wochenende groß. Doch am Ende war alles wie immer.
Auch, weil der offensivfreudige BVB sich von den Münchnern mal wieder überrumpeln ließ. Ein Fehler, den Christian Streich nicht beging. Der langjährige SCF-Trainer stellte seine Schützlinge perfekt auf die Mammutaufgabe in der bayrischen Landeshauptstadt ein.
Mit Leidenschaft die Räume verdichten und den Bayern die Spielfreude nehmen lautete die Marschroute. Nicht sonderlich spaßig oder gar ansehnlich, aber rückblickend effektiv.
"Die zweite Halbzeit war fast wie Handball", sagte Streich mit Blick auf das Münchner Übergewicht. Er ergänzte: "Aber wir hatten gute Abstände. Wie sollst du gegen diese Mannschaft gewinnen? Da kannst du nur so gewinnen, wie wir heute gewonnen haben."
Neben der erfolgreichen Arbeit des Defensivverbundes freuten sich die Freiburger auch über das nötige Quäntchen Glück. "Natürlich brauchten wir ein bisschen Glück. Sie hatten mehr Szenen im letzten Drittel, aber wir haben das gut gemacht", befand Mittelfeldmann Maximilian Eggestein in der "ARD".
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Schlotterbeck fehlt beim BVB: So stellt Rose bei Leipzig um

Quelle: Perform

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