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RB Leipzig fegt Hamburger SV in der zweiten Runde aus dem Wettbewerb
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Publiziert 18/10/2022 um 19:56 GMT+2 Uhr
RB Leipzig hat seine Zweitrunden-Aufgabe im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV souverän gelöst und die Hanseaten vor heimischer Kulisse mit 4:0 (2:0) rausgeworfen. Yussuf Poulsen per Doppelschlag (34., 37.) sowie Mohamed Simakan (70.) und Benjamin Henrichs (83.) erzielten die Treffer für den Erstligisten, der überdies Titelverteidiger des Wettbewerbs ist.
Jubel bei RB Leipzig
Fotocredit: Getty Images
Mit einer Serie von fünf ungeschlagenen Spielen, aber reichlich Personalproblemen, ging RB Leipzig die Hürde HSV an. Im Vergleich zum 3:2-Sieg gegen Hertha BSC musste Marco Rose auf drei Positionen umstellen: Für Stürmer Christopher Nkunku (OP am Handgelenk), Amadou Haidara und Xaver Schlager (beide Bank) spielten Kevin Kampl, Benjamin Henrichs und Yussuf Poulsen. Für den Dänen war es der erste Startelfeinsatz in dieser Saison.
Auch beim HSV hatte Tim Walter ein paar personelle Themen. Sowohl Robert Glatzel als auch Laszlo Benes fehlten verletzungsbedingt. Zudem saß Kapitän Sebastin Schonlau, bei der 0:3-Pleite im Derby gegen St. Pauli mit Rot vom Platz gestellt, auf der Bank. Dafür starteten Jonas David, Anssi Suhonen sowie Jean-Luc Dompé.
Die Rothosen präsentierten sich von Beginn an nicht wie ein Zweitligist und erspielten sich in der Anfangsphase leichte Feldvorteile. In typischer Walter-Manier spielte der HSV munter mit und konnte durch Ludovic Reis auch den ersten Abschluss verzeichnen (5.). Der Titelverteidiger verzichtete anfangs auf hohes Pressing und machte ab der Mittellinie die Räume eng.
Im weiteren Verlauf hatten die Hanseaten mehr vom Spiel, der Spielaufbau wirkte strukturierte und gefälliger als bei RBL. Doch das Fehlen von Robert Glatzel im Sturmzentrum machte sich bemerkbar. Dennoch hatte der HSV das 1:0 auf dem Fuß - und doppeltes Alu-Pech: Miro Muheims Schuss landete an Latte und Pfosten (20.).
Auch in der Folgezeit agierte der HSV mit mehr Wille, Einsatz und Leidenschaft. Vom Titelverteidiger war lange Zeit nichts zu sehen, ehe Henrichs einen ersten Warnschuss abgab (28.). Danach wurde RBL aktiver und setzte den HSV auch früher unter Druck. Dennoch gehörten dem HSV die besseren Szenen, doch der Titelverteidiger sorgt mit einem Doppelschlag aus dem Nichts für klare Verhältnisse: Poulsen veredelte zwei schnelle Umschaltaktionen zum 2:0 (34., 37.). Ein Schlag ins Gesicht des HSV, der sich davon zunächst nicht erholen sollte.
Mit dem Halbzeitpfiff erhitzten sich dann auch noch die Gemüter. Bakery Jatta und Mohamed Simakan gerieten heftig aneinander, der Leipziger setzte zum Kopfstoß an und hatte durchaus Glück, dass Schiedsrichter Benjamin Cortus Gelb zeigte (45.+3).
Im zweiten Durchgang präsentierte sich Leipzig aktiver, der Titelverteidiger wollte die HSV-Hoffnungen im Keim ersticken. Emil Forsberg scheiterte an Daniel Heuer Fernandes (56.), auf der Gegenseite entschärfte Janis Blaswich einen Kopfball von Ransford-Yeboah Königsdörffer (59.).
Im weiteren Verlauf war der HSV bemüht um den Anschlusstreffer, doch Leipzig beschäftigte den Zweitligisten immer wieder in dessen Defensive. So sahen die Zuschauer ein recht hektisches und wildes Spiel, ohne klaren Spielaufbau. Simakan machte per Kopf mit dem 3:0 den Sack zu (69.).
Henrichs setzt mit dem 4:0 - natürlich nach einem weiteren Konter - den Schlusspunkt (82.). Der Titelverteidiger zieht unterm Strich problemlos ins Achtelfinale ein, das kommenden Sonntagabend ausgelost wird.
Für die Leipziger geht es am Samstagnachmittag mit dem Auswärtsspiel in Augsburg weiter. Der HSV erwartet am Sonntag den Aufsteiger aus Magdeburg.
Die Stimmen:
Jonas Boldt (Sportdirektor Hamburger SV): "Da brauchen wir nicht darüber diskutieren. Ich weiß nicht, warum er (Schiedsrichter Cortus, Anm. d. Red.) es nicht geahndet hat. Wenn er es gar nicht sieht, ist es was anderes, aber Gelb für diese Szene, da fällt es einem schwer, sich nicht darüber aufzuregen."
Mario Vuskovic (Hamburger SV): "In der 1. Halbzeit haben wir gut gespielt, RB hat aber jeden Fehler sofort betraft. Sie machen aus zwei Schüssen zwei Tore, das war heute der Unterschied. Dennoch konnten wir über weite Strecken gut mithalten, das nehmen wir mit."
Ransford Königsdörffer (Hamburger SV): "Man hat heute gesehen, warum RB in der Bundesliga spielt. Sie waren brutal effizient, haben unsere Fehler eiskalt bestraft. Daraus müssen wir lernen."
Das fiel auf: HSV-Fußball kommt Leipzig entgegen
Dass Tim Walter offensiven Fußball spielen lässt, ist deutschlandweit bekannt. Und so ließ der Fußballlehrer auch beim Titelverteidiger ambitioniert spielen. Der Plan ging über eine halbe Stunde auch auf, ehe Leipzig im eigenen Stadion zu Umschaltaktionen kam und diese in typischer Manier und aufgrund der vorhandenen Qualität zum 2:0 nutzte. Der HSV hätte sicherlich die Führung verdient gehabt und zeigte eine starke erste halbe Stunde. Doch der offensive Stil ohne Restverteidigung spielte Leipzig in die Karten. Auch das 4:0 resultierte aus einem Konter. Letztendlich setzte sich der Favorit durch, für den HSV war es ein gebrauchter Abend.
Der Tweet zum Spiel
Einer der Aufreger im ersten Durchgang: Simakan und Jatta gerieten mit den Köpfen aneinander, wobei der Leipziger Verteidiger zum Kopfstoß ansetzte. Schiedsrichter Benjamin Cortus beließ es bei Gelb. Der Versuch ist jedoch klar ersichtlich. Viele Fans auf Twitter sahen hier einen Platzverweis. Simakan hätte sich nicht beschweren dürfen.
Die Zahl zum Spiel: 12
Yussuf Poulsen zählt schon irgendwie zum Inventar von RBL. Der Däne ist seit 2013 in Sachsen und machte den Durchmarsch von der 3. Liga ins Fußball-Oberhaus mit. Natürlich ist Poulsen das Aushängeschild in Leipzig. Der 28-Jährige ist mit 28 Einsätzen im Pokal nicht nur Rekordspieler des Vereins. Durch seinen Doppelpack schraubte er seine Pokal-Konto auf 12 Treffer. Auch dieser Wert ist bei RB unübertroffen. Auf Platz 2 folgt Timo Werner mit aktuell 9 Treffern.
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