Borussia Dortmund nach Pokal-Aus gegen Wolfsburg zwischen Hoffnung und Durchhalteparolen: "Nicht unser Anspruch"

Das Pokal-Aus beim VfL Wolfsburg stürzt Borussia Dortmund noch tiefer in die Krise. Trainer Nuri Sahin spürt dennoch weiterhin die Rückendeckung des Vereins. Doch es gibt nur wenig, was dem BVB vor dem Heimspiel in der Bundesliga am Samstag gegen RB Leipzig Hoffnung macht. Die Personalsituation bleibt angespannt. Immerhin gibt es Hoffnung auf eine Rückkehr des angeschlagenen Waldemar Anton.

Später Pokal-K. o.: Dortmund schlittert tiefer in die Krise

Quelle: SID

Es war ein Mix aus Frust und Fassungslosigkeit zu erkennen, als die Spieler von Borussia Dortmund nach dem Pokal-Aus beim VfL Wolfsburg (0:1 n. V.) Richtung Kabine schlichen. "Crazy", sagte Stürmer Serhou Guirassy kopfschüttelnd.
Erst in der 118. Minute hatte der BVB das entscheidende Gegentor kassiert. Die Verantwortlichen um Lars Ricken und Hans-Joachim Watzke saßen versteinert auf der Tribüne. Kaum jemand war offenbar dazu in der Lage, den erneuten Rückschlag richtig einzuordnen.
Ricken hätte die Gelegenheit nutzen können, um sich hinter die Mannschaft und im Idealfall auch hinter den Trainer Nuri Sahin zu stellen. Tat er allerdings nicht.
Als er in der Mixed Zone von Reportern gefragt wurde, ob er etwas zu dem Spiel sagen würde, antwortete der 48-Jährige etwas verlegen: "Nee, nee, Sebastian möchte."

Kehl: "Das ist nicht unser Anspruch"

Statt sich den Fragen der Medien zu stellen, wechselte er noch ein paar Sätze mit dem früheren BVB-Spieler Patrick Owomoyela und verschwand daraufhin.
Somit war es wieder einmal die Aufgabe von Kehl, die Krise der Mannschaft zu erklären. Die Zwischenbilanz ist alarmierend: Der BVB hat die letzten drei Pflichtspiele verloren, hat in der Bundesliga sieben Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze und ist nun auch noch im DFB-Pokal ausgeschieden.
Als sich die Spieler nach der Partie bei den mitgereisten Fans für die Unterstützung bedankten, bekamen sie den Frust der Anhänger zu spüren.
"Natürlich sind die Fans mit den Ergebnissen der letzten Spiele nicht zufrieden", sagte Kehl. "Wir haben ein paar Niederlagen in Folge kassiert. Das drückt sicherlich den Unmut der Fans aus. Das können wir verstehen. Das ist nicht unser Anspruch."

Rückendeckung für Sahin

Einen Vorwurf wollte er seiner Truppe nicht machen: "Die Mannschaft hat das Spiel von der 1. Minute an gut angenommen, hat das Spiel kontrolliert und Chancen herausgespielt. Wir waren wirklich gut im Spiel. Am Ende scheiden wir trotzdem aus."
Trotz der Misere stellte Kehl noch einmal klar, dass der Verein weiterhin hinter seinem Trainer steht. Was die Niederlage für Sahin bedeutet? "Nichts, außer, dass wir natürlich alle enttäuscht sind und der Trainer auch sehr enttäuscht ist."
Sahin selbst sagte, er hätte "zu 1000 Prozent" das Gefühl, dass der Verein hinter ihm steht, denn: "Wir gehen diesen Weg gemeinsam."
Die Aufgaben werden allerdings nicht einfacher. Am Samstag reist der in der Bundesliga noch ungeschlagene RB Leipzig nach Dortmund (ab 18:30 Uhr im Liveticker).

Dramatische Verletzungssituation

Hoffnung machen könnte die Tatsache, dass der BVB alle vier Heimspiele in der Bundesliga gewann. Die drei jüngsten Niederlagen fanden allesamt auf fremden Plätzen statt.
Die Verletzungssituation von Dortmund bleibt allerdings dramatisch. Der angeschlagene Marcel Sabitzer war in Wolfsburg der einzige gestandene Bundesligaprofi, der auf der Ersatzbank saß.
Kehl hofft, dass am Samstag zumindest Innenverteidiger Waldemar Anton wieder einsatzfähig ist. "Ansonsten wird es nicht viel mehr Optionen geben."
Viel mehr als Durchhalteparolen konnte Kehl daher nicht von sich geben. "Am Ende bleibt es dabei, dass wir die Kräfte sammeln müssen, dass wir zusammenstehen müssen, dass wir hart an den Dingen arbeiten müssen - so wie wir das heute versucht haben", sagte er. "Am Samstag haben wir wieder ein Heimspiel und benötigen unsere Fans. Wir treffen auf starke Leipziger."

Dortmund will "zusammenstehen"

Ihm sei bewusst, dass die Situation für Spieler, Trainer und Verantwortliche zunehmend ungemütlich werde. "Druck ist bei Borussia Dortmund immer da, das ist klar", sagte Kehl.
"Das zeigte ja auch die Reaktion der Fans. Wir hinken den Ansprüchen hinterher. Daran werden wir arbeiten. Aber das ist keine Situation, die Borussia Dortmund nicht in der Vergangenheit auch schon mal gemeistert hat. Wir werden zusammenstehen."
Die Frage ist eben nur, ob das reichen wird.
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Quelle: Perform


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