Drei Dinge, die bei FC Bayern im DFB-Pokal in Ulm auffielen: Thomas Müller und Vincent Kompany klicken sofort
Update 17/08/2024 um 10:16 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern hat einen souveränen Start in die Saison 2024/25 erwischt. In der 1. Runde des DFB-Pokals setzte sich der deutsche Rekordpokalsieger souverän 4:0 (2:0) gegen Zweitligist SSV Ulm durch. Urgestein Thomas Müller und Neuzugang Michael Olise zauberten Trainer Vincent Kompany dabei ein Lächeln ins Gesicht, das Abwehr-Sorgenkind versprach indes Besserung. Drei Dinge, die auffielen.
Michael Olise im Pokalspiel des FC Bayern München beim SSV Ulm 1846
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Vor ziemlich genau 30 Jahren schied der FC Bayern zum letzten Mal in der 1. Runde des DFB-Pokals aus. Damals unterlag der deutsche Rekordmeister dem TSV Vestenbergsgreuth sensationell mit 0:1.
Ein Szenario, welches angesichts der jüngeren Pokalhistorie der Münchner in den vergangenen Tagen häufig ausgemalt wurde, sich in Ulm 2024 aber nicht bewahrheiten sollte.
Vielmehr ließ das Team von Trainer Vincent Kompany bei dessen Pflichtspieldebüt durchblicken, welche Stärken der neue Ansatz des letztjährigen Bundesliga-Dritten aufweist - und wo es direkt "Klick!" gemacht hat.
Drei Dinge, die uns bei FC Bayern gegen SSV Ulm auffielen.
1.) Müller, Kompany - Und es hat Zoom gemacht!
"Es wirkt aktuell so, als hätte alles Hand und Fuß", ließ Thomas Müller im Vorfeld der Partie in einem Interview mit dem "Kicker" verlauten. Laut dem bayerischen Urgestein habe man in der Vorbereitung jene Vorhaben umsetzen können, die man sich vorgenommen hatte.
Ein typischer Auszug aus dem Floskel-Katalog. Testspiele sind nun eben nur Testspiele - und in 90 Pflichtspielminuten herrschen andere Gesetze, vor allem im Pokal.
Die Müller'sche Analyse war aber keineswegs eine Plattitüde, vielmehr stellte sie die blanke Wahrheit dar.
In den ersten 20 Minuten überrollte der FC Bayern seinen unterklassigen Kontrahenten, das Pressing des deutschen Rekordmeisters war so aggressiv - und vor allem so effektiv - wie nur selten in den vergangenen Jahren.
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Thomas Müller und Co. stehen in der 2. Runde des DFB-Pokals
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Das Resultat: In der 12. Minute nahm Joshua Kimmich einen Pass von Josip Stanisic am rechten Strafraumrand wundervoll mit der Hacke mit und gab den Ball mit letzter Kraft, am Boden liegend an Müller weiter, der nur noch einschieben musste. Drei Minuten später legte Serge Gnabry herrlich von rechts auf den im Zentrum lauernden Müller ab, der erneut nur den Fuß hinhalten musste.
Mit dem frühesten Doppelpack in seinen 708 Pflichtspielen für den FC Bayern avancierte der 34-Jährige zum Dreh- und Angelpunkt des Münchner Offensivspiels. Allein in der ersten Halbzeit spielte Müller 14 Pässe ins Angriffsdrittel, steuerte zwei Torschussvorlagen bei und war im Strafraum allgegenwärtig.
Nachdem er unter Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel ob seines Alters gut und gerne bereits in das zweite Glied gedichtet wurde, schickt sich Müller an, den x-ten Frühling seiner Karriere einzuläuten.
"Natürlich gefällt es mir, dass wir wieder einen Pressingansatz haben, das kommt meinen Stärken entgegen", erklärte der zweimalige Champions-League-Sieger zuletzt.
Oder um die Worte eines gewissen Klaus Lage etwas abzuändern: Müller, Kompany - und es hat Zoom gemacht!
2.) Bayerns Sorgenkind verspricht Besserung
Die Aufregung war da - und das lag nicht unbedingt am Gegner des Rekordpokalsiegers. In den vergangenen Tagen und Wochen sorgte die Transferpolitik der Bayern für einigen Wirbel und das eine oder andere Fragezeichen.
"Jonathan Tah kommt, wenn Matthijs de Ligt geht", lautete die Devise an der Säbener Straße für lange Zeit. Am Ende verabschiedeten sich sowohl de Ligt, als auch Noussair Mazraoui für eine relativ niedrige Ablöse in Richtung Manchester United. Die ausbleibende Verpflichtung von Nationalspieler Tah sorgte zudem verständlicherweise für Störgeräusche.
Davon wollte Eberl am Freitag aber nichts wissen. "Ich kann ausschließen, dass wir unsere Kaderplanung vorantreiben und dabei über Spieler sprechen, die nicht beim FC Bayern spielen", erklärte er im "ZDF". "Wir haben einen sehr starken Kader, mit dem wir sehr glücklich sind."
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Dayot Upamecano und Co. standen unter besonderer Beobachtung
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Daher waren gegen Ulm erst einmal alle Augen auf die Viererkette um Raphael Guerreiro, Josip Stanisic und die beiden in der vergangenen Saison so wackeligen Innenverteidiger Dayot Upamecano und Minjae Kim gerichtet.
Die erste Prüfung der Saison absolvierte das Quartett ohne größere Probleme, auch wenn zwei Szenen für Sorgenfalten bei manchem Bayern-Fan gesorgt haben dürften.
In der 32. Minute ging Upamecano im eigenen Strafraum besonders plump in einen Zweikampf mit Ulm-Offensivspieler Dennis Chessa, der für die Aktion nur zu gerne einen Elfmeter gesehen hätte. In Halbzeit zwei gaben sowohl Upamecano als auch Minjae eine unglückliche Figur ab, als Chessa nach Vorarbeit durch Maurice Krattenmacher am Elfmeterpunkt zum Abschluss kam - den Ball aber glücklicherweise nicht richtig traf.
Nichtsdestotrotz versprach das bayerische Abwehr-Sorgenkind Besserung für die kommenden Wochen. "Ich bin einfach damit zufrieden, dass wir die Null halten", hob Kompany im "ZDF" das Offensichtliche hervor. "Es war nicht immer perfekt. Aber wir haben gut angefangen und aufgehört. Jetzt geht es weiter."
Zum Bundesliga-Auftakt gastieren die Bayern beim VfL Wolfsburg (25. August, 15:30 Uhr im Liveticker). Dann werden die Abwehrreihe um Upamecano und die selbstbewusste Kaderanalyse von Eberl dem ersten richtigen Härtetest unterzogen.
3.) Eine erfrischende Brise namens Olise
Die ersten 20 Minuten gestalteten sich äußerst attraktiv und lebendig, nach dem Müller-Doppelpack flachte die Unterhaltung jedoch ab. Die Ulmer befanden sich im Schwitzkasten, die Bayern ließen nur wenig zu.
Als das Spiel nur noch vor sich hinzuplätschern drohte, zog eine kühle und erfrischende Brise durch das Münchner Offensivspiel. Der Name: Michael Olise.
Vor sieben Tagen stand der 53-Millionen-Neuzugang noch mit Frankreich im Finale der Olympischen Spiele (3:5 n.V. gegen Spanien), eine Woche später gewährte ihm Kompany die ersten Pflichtspielminuten - und diese Gelegenheit packte Olise am Schopfe.
Zwei Minuten nach seiner Einwechslung legte er den Treffer durch Kingsley Coman zum 3:0 auf und rüttelte die verwaltenden Bayern noch einmal wach.
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Michael Olise und Kingsley Coman drehten für den FC Bayern auf
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Ohnehin scheint der 22-Jährige bereits vor seinem Auftritt einen positiven Effekt erbracht zu haben. Der Konkurrenzkampf auf den Flügeln hat sich mit seiner Verpflichtung verschärft und wurde von allen Beteiligten angenommen. Gnabry zauberte sich in Halbzeit eins zurück in die Herzen der Bayern-Sympathisanten, Coman sorgte abgesehen von seinem Treffer mit seinen blitzschnellen Körpertäuschungen ebenso für den einen oder anderen Akzent.
Neben Olise erhielt auch Mittelfeld-Neuzugang João Palhinha seine ersten Pflichtspielminuten im Dress des FC Bayern. Der Portugiese blieb dabei eher unauffällig, sammelte aber in knapp 25 Minuten starke 31 Ballaktionen und brachte über 85 Prozent seiner 28 Pässe an den Mann.
Dennoch stehen auch dem 29-Jährigen, der sich dem Rekordmeister für 51 Millionen Euro angeschlossen hat, ebenso schwierige Wochen bevor.
Kimmich hat sich mit seiner starken Darbietung wieder einmal als absoluter Führungsspieler im Zentrum empfohlen. Und auf den Platz neben dem deutschen Nationalspieler schielen mit Aleksandar Pavlovic, Konrad Laimer und Leon Goretzka gleich drei Konkurrenten.
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