RB-Leipzig-Interimstrainer Zsolt Löw gibt im DFB-Pokal gegen VfB Stuttgart sein Debüt - der ewige Co als Retter
VonJan Zesewitz
Update 02/04/2025 um 01:28 GMT+2 Uhr
Zsolt Löw ist der neue Trainer von RB Leipzig - zumindest bis zum Saisonende. Der Ungar ist im RB-Kosmos kein Unbekannter, er könnte sogar als eines der seltenen Urgesteine des Fußball-Imperiums bezeichnet werden. Die Zahl der Mentoren, Unterstützer und Wegbereiter des 45-Jährigen ist lang und ein "Who is Who" des deutschsprachigen Fußballs. Seine Aufgabe bei den Roten Bullen ist jedoch groß.
Löw zu RB-Anruf: "Der Geburtstag war am Arsch"
Quelle: Perform
Es klang wie eine plötzliche und unerwartete Geschichte, die Löw bei seiner ersten Pressekonferenz als Cheftrainer von RB Leipzig erzählte. Es ging darum, wie er an diesen auf sieben Wochen begrenzten und höchst verantwortungsvollen Job kam.
"Meine Frau hat vor sechs, sieben Wochen das Wochenende für die Familie geblockt - wegen des 50. Geburtstages eines Freundes. Wir sind dorthin gefahren. Wir hatten noch gar nicht angefangen zu feiern, und dann kam das Telefonat mit Marcel Schäfer (Sport-Geschäftsführer bei RB Leipzig, d. Red.)", sagte Löw.
Und weiter: "Das Telefonat hat mich unerwartet getroffen", erzählte der Ungar. "Und der Geburtstag war dann am Arsch. Vier Stunden lang kam ein Anruf nach dem anderen. Bis neun oder zehn Uhr haben wir mit unterschiedlichen Personen diskutiert. Dann haben wir gemeinsam die Entscheidung getroffen."
Die Entscheidung: Er beerbt seinen guten Freund Marco Rose bis zum Saisonende als Cheftrainer der Leipziger, mit der klaren Zielvorgabe Champions-League-Qualifikation. Es ist seine erste Station als Hauptverantwortlicher an der Seitenlinie. Und es passt, dass es bei RB Leipzig ist - ein logischer Schritt seiner eng mit dem Konzern verwobenen Karriere.
Vom Co-Trainer zum "Head of Soccer Development"
"Das ganze Red-Bull-Konstrukt bedeutet mir sehr viel, ich habe meine Karriere dort 2012 begonnen und war bis 2018 ein Teil davon", skizzierte er seinen Weg.
Als Trainer begann er seine Laufbahn beim FC Liefering in der dritten österreichischen Liga - einem Farmteam vor allem der Salzburger Abteilung. Dort war er Co-Trainer unter Peter Zeidler, wechselte zu Red Bull Salzburg und Coach Adi Hütter. Schließlich fand er seinen Weg nach Leipzig, blieb auch da in der zweiten Reihe - die Cheftrainer hießen seinerzeit Ralph Hasenhüttl und Ralf Rangnick.
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DFB-Pokal? Hoeneß: "Werden wir uns nicht nehmen lassen"
Quelle: Perform
"Ich hatte bisher das Gefühl, am richtigen Platz zu sein", sagte er auf die Frage, warum er bisher nur als Assistenztrainer arbeitete. "Ich habe mich als Beifahrer immer wohl gefühlt." 2018 verließ er Red Bull und schloss sich Thomas Tuchel an, als dieser zu Paris Saint-Germain ging - und blieb an seiner Seite beim FC Chelsea und beim FC Bayern.
Als Tuchel, der Löw aus der gemeinsamen Zeit als Spieler in Mainz kannte, den Job als englischer National-Trainer antrat, ging es für Löw zurück zur "Familie", wie er es nannte, zur Fußball-Abteilung von Red Bull, als "Head of Soccer Development".
Verantwortlich für die RB-Philosophie
Dort arbeitete er erneut mit einem Fußball-Mastermind zusammen - Jürgen Klopp. Mit ihm als Chef war Löw bis zum Einspringen als Leipzig-Trainer für die gemeinsame spielerische Entwicklung aller RB-Standorte verantwortlich.
Er sollte dem Konstrukt eine gemeinsame spielerische Idee, eine Philosophie verpassen und stetig weiterentwickeln. "An dieser Philosophie haben Leute wie Ralf Rangnick, Roger Schmidt und viele mehr gearbeitet", erklärte er. "Die Philosophie hat in Leipzig zuletzt ein wenig stagniert, darum bin ich da, denn ich kenne sie und habe in den letzten Monaten viel gesehen."
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Löw macht klar: "In sieben Wochen gehe ich zurück"
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In Brasilien und in den USA war er mit Klopp, Löw besuchte die anderen Standorte von RB-Klubs. Eine Rolle, die er liebt und in die er nach Ablauf der Saison definitiv zurückgehen wird - egal, wie es im Saisonfinale läuft.
Vorher sollte er tunlichst die drei Punkte Rückstand auf Platz vier in der Bundesliga egalisieren und idealerweise mit zwei Siegen den Pokal gewinnen - für diese erste Aufgabe blieben ihm ab Amtsantritt rund 72 Stunden.
Das erste Endspiel nach 72 Stunden
"Wir können nicht zaubern", sagte er direkt über sich und sein Team, zu dem ihm auch, handverlesen von Klopp, dessen ehemaliger Co-Trainer Peter Krawietz an die Seite gestellt wurde. "In zwei Tagen passieren keine Wunder."
Ein Wunder bräuchte es nicht, um den VfB Stuttgart (Mittwoch, 20:45 Uhr im Liveticker) in einem Spiel zu schlagen, wohl aber eine Art Wachrütteln des Leipziger Teams, insbesondere der Offensive. Die habe zwar laut Löw "nicht verlernt Fußball zu spielen", viel von der eigentlich so großen Qualität gemerkt hat man in den letzten Wochen als Zuschauer wenig.
In der kurzen Zeit ginge es für den Interims-Trainer vor allem darum, Vertrauen zu schaffen und die Spieler mental von ihren Fähigkeiten zu überzeugen - eine Spielphilosophie könne erst im zweiten Schritt geschaffen werden.
Natürlich trifft er auch beim Spiel gegen Stuttgart auf beiden Seiten bekannte Gesichter. Sebastian Hoeneß kennt er aus der gemeinsamen Zeit als Spieler in Hoffenheim und zu seinen neuen Schützlingen gesellen sich alte Bekannte, wie Peter Gulacsi und Kevin Kampl. "Es gab eine herzliche Begrüßung", sagte er lächelnd, "ich hatte das Gefühl nach Hause zu kommen."
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(mit SID)
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Löw über RB-Auftakt: "Habe das Gefühl, nach Hause zu kommen"
Quelle: Perform
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