Drei Dinge, die bei Bayer Leverkusen vs. FC Bayern im DFB-Pokal auffielen: Ein Neuer-Moment für den Jahresrückblick

Der Triple-Traum des FC Bayern wird immer konkreter. Der frischgebackene Deutsche Meister bezwang Bayer Leverkusen am Mittwoch im DFB-Pokalhalbfinale mit 2:0 (1:0) und steht erstmals seit 2020 wieder im Endspiel in Berlin. Vor allem in Halbzeit eins rollte die Münchner Dampfwalze über die fehleranfällige Werkself hinweg - und hinten hielt einmal mehr Manuel Neuer. Drei Dinge, die auffielen.

Erstmals seit 2020: Bayern macht Einzug ins Pokalfinale perfekt

Quelle: SID

2118 Tage mussten die Fans des FC Bayern warten.
Damals, als die Corona-Pandemie den Alltag bestimmte und die Plattform TikTok ihren Durchbruch feierte, stand der deutsche Rekordmeister zuletzt im DFB-Pokalfinale in Berlin.
Am 4. Juli 2020 hieß der Endspielgegner Bayer Leverkusen (4:2). Passenderweise bekam es die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany auch am Mittwochabend im Halbfinale mit der Werkself zu tun - und wieder jubelte der FCB.
Dank eines 2:0-Erfolgs beendeten die Münchner ihre Final-Durststrecke und hielten obendrein ihre Hoffnungen auf das Triple in dieser Spielzeit am Leben.
"Also ich habe Berlin auf jeden Fall vermisst. Es waren immer herausragende Spiele dort und es ist ein besonderer Tag für den ganzen Verein und wir freuen uns, dass wir da im DFB-Pokalfinale dabei sind und dort spielen werden." sagte Manuel Neuer, der seinen Anteil am Sieg hatte, im Anschluss im "ZDF".
Drei Dinge, die im Pokalhalbfinale zwischen Bayer Leverkusen und Bayern München auffielen.

1.) Eine Dampfwalze made in Bavaria

All jene, die beim Duell zwischen Bayern München, dem Rekord-Pokalsieger (20 Titel), und Bayer Leverkusen, der besten Pokalmannschaft der vergangenen drei Saisons (immer mindestens im Halbfinale), einen offenen Schlagabtausch erwartet hatten, wurden enttäuscht.
Zu dominant traten die Favoriten aus München vom Anstoß weg auf. Von einem möglichen Kater, der sich nach dem Gewinn der 35. deutschen Meisterschaft am vergangenen Sonntag breitgemacht haben könnte, war überhaupt nichts zu sehen.
"Wir werden auch heute wieder die Gewinner-Mentalität von unserer Mannschaft sehen", kündigte Sportvorstand Max Eberl bereits vor der Partie an - und seine Mannen lieferten.
Die Bayern erdrückten Bayer Leverkusen in der ersten Halbzeit mit ihrem gnadenlosen Pressing förmlich und ließen keinen einzigen Torschuss der Hausherren zu. Die Folge war die frühe 1:0-Führung durch Harry Kane (23.), die aus einem der vielen hohen Ballgewinne resultierte.
"In der erste Halbzeit haben wir gar kein Land gesehen. Das einzig Positive war, dass es nur 0:1 stand", brachte es Bayer-Kapitän Robert Andrich auf den Punkt.
Tatsächlich hatte der große Favorit noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, die Partie bereits vorzeitig zu entscheiden. "Bayern ist wieder im Dominanzmodus", zeigte sich auch Ex-Nationalspieler Per Mertesacker in seiner Rolle als "ZDF"-Experte beeindruckt.
Einzig der starke Bayer-Keeper Mark Flekken verhinderte in Halbzeit eins Schlimmeres.
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Harry Kane schießt den FC Bayern gegen Bayer Leverkusen ins DFB-Pokalfinale

Fotocredit: Getty Images

2.) Bayer spielt Bayern in die Karten

Christoph Kramer kennt sich bestens in Leverkusen aus.
Der Weltmeister von 2014 verbrachte einen großen Teil seiner fußballerischen Ausbildung in der Farbenstadt und absolvierte obendrein 44 Pflichtspiele für die Werkself.
Entsprechend gut kann er die Leistungen seines Ex-Klubs einschätzen. "Ich mag den Ansatz von Leverkusen. Aber gegen diese Bayern kannst du dich nicht hinten rausspielen", erklärte Kramer im Hinblick auf Bayers taktische Herangehensweise an diesem Abend.
"Das klappt viermal, aber dadurch hätten sie auch fast acht oder zehn Tore gefangen", brachte er es auf den Punkt.
Anstatt häufiger den langen Ball nach vorne in die gegnerische Hälfte zu suchen, versuchte Bayer, sich konsequent hinten herauszukombinieren, und leistete sich dabei mehrere einfache Ballverluste im Aufbau – woraus unter anderem die Führung für die Münchner resultierte.
"So wie Leverkusen spielt, können sie den Bayern nicht wehtun. Du brauchst den Ball gegen diese Münchner weit in der gegnerischen Hälfte - sonst fressen sie dich mit diesem Pressing auf", ergänzte Kramer.
Genau dies war über weite Strecken der Partie der Fall. Erst im zweiten Durchgang wurde der deutsche Meister von 2024 etwas mutiger und brachte mehr Vertikalität in sein Spiel.
Wirklich gefährlich wurde es trotzdem nur in seltenen Fällen, wie beim Abschluss von Nathan Tella (53.). "Ich glaube nicht, dass sich Leverkusen im Moment mit den Bayern messen kann", bilanzierte Mertesacker.
Einziger Trost für das Team: Das trifft aktuell nahezu auf jede Mannschaft hierzulande zu.
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Manuel Neuer (l./FC Bayern) wird von seinen Mitspielern im Pokalhalbfinale gegen Bayer Leverkusen gefeiert

Fotocredit: Getty Images

3.) Ein Neuer-Moment für den Jahresrückblick

Manuel Neuer ballte die Faust und schrie seine Freude lautstark heraus, ehe seine Mitspieler ihm um den Hals fielen. Seine Defensivkollegen wussten, bei wem sie sich in dieser Szene zu bedanken hatten.
Der fünfmalige Welttorhüter war am Mittwoch lange Zeit nahezu beschäftigungslos, ehe er in der 52. Minute nach Tellas Schuss eine Parade der Kategorie "Weltklasse" auspackte.
"Das ist halt Manuel Neuer. Wenn du ihn in dieser Situation machst, ist vielleicht etwas drin", sagte Bayer-Kapitän Robert Andrich ernüchtert im "ZDF". Auch die Expertenrunde zeigte sich von der einhändigen Einlage des Routiniers begeistert.
"Du hast aus Sicht des FC Bayern immer noch einen Manuel Neuer im Tor, der wieder einen unhaltbaren Ball hält. Der Ausgleich wäre auch sehr unverdient gewesen und die Bayern hätten sich wahrscheinlich trotzdem durchgesetzt", relativierte Kramer.
Mit seiner tollen Parade räumte der Schlussmann jedoch alle Zweifel aus dem Weg - genau wie er es im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid (2:1) eindrucksvoll gemacht hatte.
"Mein Gegenüber (Flekken; Anm. d. Red.) hat heute super gehalten. Das war auch Ansporn für mich, dass ich diesen einen wichtigen Ball halte", erklärte Neuer mit einem Grinsen und ergänzte:
"Das ist ein Bayern-Moment aus früheren Zeiten, wo ich oft wenig zu tun bekommen habe und einmal da sein musste - das war heute wieder der Fall."
Es wäre müßig, erneut das Thema Nationalmannschaft und eine mögliche WM-Teilnahme im Sommer aufzumachen. Fest steht aber, dass Neuer im hohen Fußballalter (40) nach wie vor in der Lage ist, Topleistungen abzurufen.
Diese werden die Bayern nicht nur im Pokal-Endspiel, sondern auch in der Königsklasse gegen Paris Saint-Germain benötigen.
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Quelle: Perform


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