FC Bayern: Jamal Musiala früher im Rampenlicht als gedacht - FCB-Star muss gegen Leverkusen und Paris abliefern

Mit dem Halbfinale im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen will der FC Bayern München den nächsten Schritt in Richtung Triple machen. Durch die Ausfälle von Serge Gnabry und Lennart Karl wird Jamal Musiala nach seiner langen Verletzungspause nun früher im Rampenlicht gebraucht als bislang angenommen. Eurosport.de erklärt im Taktik-Check, wie sich das Spiel der Bayern mit Musiala verändert.

Kompany: "Wann kommt dieser Magic Musiala wieder?"

Quelle: Perform

Der souveräne Titelgewinn in der Bundesliga soll nur der Auftakt sein.
Nun warten die Halbfinalwochen auf den FC Bayern: Zunächst am Mittwoch im DFB-Pokal bei Bayern Leverkusen (20:45 Uhr im Liveticker) bevor nur sechs Tage später das Hinspiel in der Champions League bei Paris Saint-Germain stattfindet (Di., 21:00 Uhr im Liveticker).
Um in dieser entscheidenden Phase die angestrebten Ziele zu erreichen, brauchen die Bayern Jamal Musiala.
Der dribbelstarke Offensivkünstler, der die komplette Hinserie aufgrund seines Wadenbeinbruchs verpasste, steht nach den Verletzungen von Serge Gnabry und Shootingstar Lennart Karl wieder im Fokus.
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Kompany will ins Pokalfinale: "Darf man nicht kleinreden"

Quelle: Perform

Rückschläge zu Jahresbeginn, Ausrufezeichen im April

Musialas Rückkehr nach der langen Pause lief in den ersten Monaten des Jahres etwas schleppend. Rhythmus, Leichtigkeit, Tempo - überall fehlten ein paar Prozentpunkte, zudem warfen Sprunggelenksprobleme ihn zwischendurch nochmal zurück.
Im April wurde Musiala trotz des engen Terminkalenders behutsam herangeführt: Bei seinen fünf Einsätzen stand er lediglich einmal mehr als 45 Minuten auf dem Platz, dreimal sogar weniger als eine halbe Stunde. Trotzdem sammelte Musiala in diesen fünf Einsätzen vier Scorerpunkte und wirkte schon fast so leichtfüßig wie vor seiner Verletzung.
Sein Trainer Vincent Kompany wähnt den begnadeten Zauberer ebenso auf dem richtigen Weg. "Jamal hat sich nicht nur körperlich weiterentwickelt. Auch was seine Laufbereitschaft anbelangt, ist er ganz nah an seinem besten Niveau", meinte der Belgier auf der Pressekonferenz am Dienstag vor dem Pokal-Hit in Leverkusen.
Zurzeit stelle sich bei seinem Schützling nur eine Frage: "Wann kommt dieser Magic Musiala wieder? Der Jamal in seinen allerbesten Zeiten, den die Leute alle in Erinnerung haben", so Kompany weiter.
Bereits jetzt erarbeitet sich Musiala immer wieder gefährliche Aktionen im Strafraum und verbucht regelmäßig Scorerpunkte. Die Tatsache, dass der 23-Jährige noch nicht bei 100 Prozent ist, sei gewissermaßen vielversprechend. "Wenn diese totale Freiheit wiederkommt - und das wird sie - haben wir eine entwickelte Version von Musiala. Er zeigt schon jetzt, dass er bereit ist."

Was Musiala von Gnabry unterscheidet

In seiner Abwesenheit konnte Kompany auf der Zehn auf eine verlässliche Alternative setzen: Serge Gnabry hatte Musiala über weite Strecken der Saison vertreten.
Während Luis Díaz weitestgehend auf links blieb, teilte sich Gnabry oftmals mit Michael Olise die Zehnerposition und die des Rechtsaußen auf in Bayerns 4-2-3-1. Gnabry agierte auf der Zehn meistens eher wie eine zweite Spitze statt als Spielmacher. Oftmals belief er die Tiefe, wenn Harry Kane sich aus dem Sturmzentrum zurückfallen ließ.
Mit Musiala wird der FC Bayern wieder etwas klassischer agieren und die Positionen mehr halten. Olise und Díaz können das Spiel breit machen und Musiala den Bereich hinter Kane überlassen. Kaum ein anderer Spieler ist in diesen engen Räumen besser als Bayerns Nummer Zehn.
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Wie werden Jamal Musiala und Luis Díaz ab sofort auf dem Platz harmonieren?

Fotocredit: Getty Images

Musiala gelingt es auch gegen sehr tief stehende Gegner, kleine Lücken zwischen Abwehr und Sechsern des Gegners zu finden und dort anspielbar zu werden. Schiebt der Gegner zu früh und zu weit mit den Mittelfeldspielern auf die Flügel, um dort seine Außenverteidiger gegen die Dribbelkünstler Díaz und Olise zu unterstützen, geht der Raum im Zentrum für Musiala auf.
Kann dieser dort antreten, ist er auf dem Weg in den Strafraum kaum aufzuhalten. Dementsprechend werden Bayerns Gegner noch stärker das Zentrum verdichten, was wiederum die Dribbler auf den Flügeln "befreit" - die Bayern werden noch schwieriger auszurechnen.

Kontrolle im Mittelfeldzentrum dank Musiala

Auf dem Weg zu weiteren Titeln treffen die Münchener von nun an nur noch auf Topteams. Mit Leverkusen wartet nun die Mannschaft, die den Bayern als einziger der letzten 15 Gegner einen Punkt abringen konnte. Das 1:1 Mitte März war zudem das einzige Spiel seit Januar, in dem die Bayern nur ein Tor schießen konnten.
Gegen die stärkeren Kontrahenten kommt es vor allem auf Kontrolle gegen verschiedene Aufgaben an. Während die meisten Mannschaften durchgehend im tiefen Block verteidigen, werden Leverkusen und danach auch Paris Phasen des hohen Pressings einstreuen.
Gut möglich, dass Bayern nun wieder mehr auf den Dreieraufbau setzt. Dabei fällt ein Sechser, meist Joshua Kimmich, zu den Innenverteidigern zurück. Mit einem ballsicheren Aufbauspieler mehr sind die Münchener schwieriger zu pressen. Wenn ein Sechser jedoch zurückfällt, muss ein Offensivspieler diese Position auffüllen, damit Aleksandar Pavlovic oder Leon Goretzka nicht allein vor der ersten Linie steht.
Mit Gnabry oder Karl, die sich in höheren Zonen wohler fühlen, passte diese Raumaufteilung nicht so gut. Musiala hingegen kommt es entgegen, zeitweise auch mal aus tieferen Positionen zu agieren - in der Vergangenheit gab es zudem auch schon Spiele, in denen er als Teil einer Doppelsechs spielte.
Wird Kimmich also eine Linie tiefer im Aufbau unter Druck benötigt, füllt Musiala die zweite Sechserposition auf und kann das Spiel von dort beschleunigen: Hier sind die Räume größer als zwischen gegnerischer Abwehr und Mittelfeld, mit seinen Tempodribblings kann er hier entscheidende Akzente im Übergangsspiel setzen.
Eurosport-Check:
Musiala ist auf dem besten Weg zurück zu seiner Topform - und das gerade rechtzeitig. Die Bayern brauchen seine Qualitäten sowohl in der am schwierigsten zu bespielenden Zone zwischen den gegnerischen Ketten als auch beim Aufbau unter Druck. Gegen die nun stärker werdenden Gegner wird beides enorm wichtig sein. Zum Gewinn der Meisterschaft konnte und musste Musiala nicht besonders viel beitragen. Auf dem Weg zum Triple kann und muss er hingegen zu einem Schlüsselspieler werden.
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Quelle: Perform


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