FC Bayern: Wer spielt die vierte Geige in der Offensive? Drei Kandidaten für einen Platz neben Kane, Díaz und Olise
Der FC Bayern hat einen Rekordmarsch durch die Saison gestartet. 47 Tore erzielten die Münchner in 13 Pflichtspielen, 33 davon gingen allein auf das Konto von Harry Kane, Luis Díaz und Michael Olise. Da Trainer Vincent Kompany vier offensive Positionen zu vergeben hat, bleibt die Frage: Wer ist der ideale vierte Mann? Drei Kandidaten haben sich hervorgetan - mit ganz unterschiedlichen Argumenten.
Druck durch Durststrecke im Pokal? Kompany: "Haben wir lieber!"
Quelle: Perform
Es ist fast ein wenig wie beim beliebten Kartenspiel aus der Kindheit. Ziel war es, aus vier Karten ein Quartett zu bilden und dieses dann offen abzulegen. Für alle sichtbar. Ganz so weit geht Vincent Kompany, wenn man die Analogie herstellen will, bei seiner offensiven Quartett-Variante nicht.
Drei der vier Kartenblätter sind bekannt. Harry Kane, klar. Mit 20 Toren in 13 Pflichtspielen stellt sich der Engländer quasi von selbst auf.
Flankiert wird der Goalgetter von Luis Díaz auf links und Michael Olise auf rechts. Der Kolumbianer ist der zweitbeste Scorer der Bundesliga-Saison (5 Trefffer, 4 Assists), der Franzose liegt in dieser Wertung auf Rang vier (4/4).
Fehlt noch der vierte Mann - doch da lässt sich Kompany nicht in die Karten schauen, um im Bild zu bleiben. Drei Kandidaten bieten sich an: Senkrechtstarter Lennart Karl, Routinier Serge Gnabry und Neuzugang Nicolas Jackson.
Kompany: "Diese Art der Kommunikation mag ich nicht"
Wie er denn diesbezüglich zu einer Entscheidung kommen wolle, wurde der Bayern-Coach auf der Pressekonferenz einen Tag vor dem Zweitrundenspiel im DFB-Pokal beim 1. FC Köln (Mittwoch ab 20:45 Uhr im Liveticker) gefragt. Nun ist Kompany natürlich clever genug, die drei Spieler nicht mit einem Ranking zu versehen. Stattdessen wurde der 39-Jährige erst einmal Grundsätzliches los.
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Bayern-Stars Michael Olise, Harry Kane und Luis Díaz (v.l.n.r.)
Fotocredit: Imago
"Lasst uns nicht zu schnell konkludieren, dass alle gesetzt sind", betonte Kompany im Hinblick auf Kane, Díaz und Olise. "Diese Art der Kommunikation gegenüber der Mannschaft mag ich nicht." Das Wort "gesetzt" habe im Fußball "wenig Bedeutung", wenngleich jeder im Team wolle, "dass Harry spielt und dass er gut spielt", so der Coach.
"Wenn wir darüber sprechen, wer noch dazukommen wird, dann geht es um Form und Taktik. Aber: Wir dürfen nicht vergessen, dass jetzt eine Menge Spiele auf uns zukommen", erinnerte Kompany an die Topspiele gegen Bayer Leverkusen in der Meisterschaft (Samstag ab 18:30 Uhr im Ticker) und bei Paris Saint-Germain in der Champions League (Dienstag ab 21:00 Uhr im Ticker). Er werde alle Kräfte brauchen, jeder bekomme seine Chance.
Gnabry mit Routine, Karl mit Magie
Die sichere Variante für den vierten Mann in der Offensive des bewährten 4-2-3-1-Systems ist Gnabry, der nach Adduktorenproblemen wieder fit ist. Der 30-Jährige steht wettbewerbsübergeifend bei 629 Einsatzminuten, spielt zentral hinter Mittelstürmer Kane und bringt einen großen Erfahrungsschatz ein. Und: Gnabry hat bereits drei Tore und vier Assists auf dem Konto, gute Argumente in eigener Sache.
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Kompany über Karl und El Mala: Größe ist nicht alles
Quelle: Perform
Mann der Stunde ist derweil der junge Karl. Bei 291 Minuten wartet der 17-Jährige zwar weiterhin auf sein erstes Spiel über die volle Dauer, in den vergangenen beiden Partien gegen den Club Brügge (4:0) in der Königsklasse und Gladbach in der Liga (3:0) aber traf er sehenswert.
"Lennart hat uns das Magische mitgebracht als junger Spieler. Die Lockerheit und die Tore. Das ist alles gut für uns", lobte Kompany das Supertalent, das mal als Rechtsaußen, mal zentral hinter der Spitze auflief.
Kompany verteidigt Jackson: "Habe eine andere Meinung zu ihm"
Ob Nicolas Jackson, nach einige schwachen Auftritten in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich hinter Gnabry und Karl angesiedelt, ob der aktuellen Konstellation eine echte Perspektive hat? "Ich habe zu ihm eine andere Meinung als das Kollektiv", betonte Kompany. Er vertrete "die Meinung, dass Nicolas uns bisher sehr gut geholfen hat".
Damit spielte der Trainer vor allem auf die jüngsten Leistungen des senegalesischen Nationalspielers, der auf Leihbasis von Chelsea kam, in der Champions League an.
Beim 5:1 gegen Pafos erzielte er ein Tor und bereitete ein weiteres vor, gegen Brügge traf er zum 4:0-Endstand. In der Meisterschaft wusste Jackson allerdings nicht so recht zu überzeugen. Vor allem beim Gastspiel in Gladbach wurde deutlich, dass dem 24-Jährigen teilweise (noch) die Bindung zum Spiel des Rekordmeisters fehlt. Trotzdem bringt es der Offensivmann in Liga und Europapokal auf 356 Einsatzminuten.
Kompany: "Kader ist so, wie er sein muss"
Insgesamt betrachtet ist es eine Luxussituation, die der FC Bayern aktuell hat. Zum einen wurden alle 13 bisherigen Saisonspiele gewonnen, zum anderen sieht es personell - abgesehen vom Ausfall von Manuel Neuer - hervorragend aus. "Wir haben Raphaël Guerreiro ganz fit zurück, Josip Stanisic und Serge sind wieder dabei. Der Kader ist so, wie er sein muss", stellte Kompany sichtlich zufrieden fest.
Ja, man mache "viel richtig im Moment", führte der Belgier aus. Das Quartett-Spielen muss Kompany eine Menge Spaß bereiten ...
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Neuer als Torwarttrainer? Kompany: "Kann er machen"
Quelle: Perform
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