Ausschreitungen bei Pokal-Derby zwischen Waldhof Mannheim und 1. FC Kaiserslautern: 35 Polizisten und 85 Fans verletzt

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Bei den schweren Ausschreitungen rund um das DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern sind am Freitagabend insgesamt 35 Polizisten leicht verletzt worden. Das gab das Präsidium Mannheim bekannt. 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei aus Baden-Württemberg seien betroffen. Auch 85 Fans mussten laut Mitteilung medizinisch betreut werden, acht davon kamen ins Krankenhaus.

Chaoten sorgen für Spielunterbrechung im Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern

Fotocredit: Getty Images

Es gab mehrere Festnahmen. 1400 Polizeibeamtinnen und -beamte waren beim Derby, das der FCK (1:0 n.V.) gewann, im Einsatz.
"Die intensive Vorbereitung aller beteiligten Institutionen und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten haben sich ausgezahlt. Unser taktisches Konzept ging voll auf", sagte Polizeidirektor Michael Reichert, Gesamteinsatzleiter des Präsidiums Mannheim.
Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel lobte die Arbeit der Sicherheitskräfte und übte scharfe Kritik an den eskalierenden Fans.
"Das war heute in Mannheim kein normales Derby. Es war ein Hochrisikospiel mit Ansage – unsere Polizei in Mannheim war hochprofessionell vorbereitet", sagte Hagel der "Bild": "Wer den Fußball als Bühne für Gewaltexzesse missbraucht, andere Fans mit Absicht in Gefahr bringt und vor allem auch Sicherheitskräfte verletzt, ist kein Fan, sondern ein Krimineller. Genau so werden wir diese Typen auch behandeln, um Recht und Ordnung in unseren Stadien durchzusetzen."

Klubs droht Nachspiel mit Sanktionen

Mit Abpfiff der regulären Spielzeit waren die Spieler beider Mannschaften aneinandergeraten, dann schossen Fans Raketen auf das Spielfeld und die Haupttribüne. Einige Mannheim-Anhänger stürmten auf den Platz. Auch berittene Polizei kamen auf den Rasen.
Mit dem Einsatz von Hunden und Pfefferspray drängten die Beamten die Fans zurück. Die Begegnung stand dicht vor dem Abbruch. Bereits weit vor dem Anpfiff waren die ersten Raketen gezündet worden. Pyro-Beschuss gab es auch zu Spielbeginn, Schiedsrichter Robert Schröder unterbrach erstmals in Minute drei.
Erste Ermittlungen "wegen Beleidigungen, verschiedener Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz" sind nach Polizeiangaben eingeleitet worden.

Schober: "Ritter hat provoziert" - der kontert

Auch beiden Klubs droht ein Nachspiel. "Wir werden das im Sonderbericht alles erfassen. Der wird entsprechend lang sein und dann ist es die Aufgabe des Spielausschusses oder des Sportgerichtes, da die Sanktionen zu finden", sagte Schiedsrichter Robert Schröder.
Waldhof-Geschäftsführer Gerhard Zuber verwehrte sich indes dagegen, den Mannheim-Anhängern die Alleinschuld zuzuweisen und verirrte sich schließlich völlig: "Wir haben unseren Rasen gewechselt, damit die Pferde ein schönes Grün haben zum Grasen. Deswegen freut es uns, wenn sie dann für Sicherheit sorgen."
Waldhof-Sportdirektor Matthias Schober ernannte Lautern-Profi Marlon Ritter zum mindestens Mitschuldigen. Dieser habe "so provoziert und vor der Haupttribüne Dampf abgelassen. Dass unsere Fans auf den Platz gegangen sind, geht nicht. Trotzdem muss ich auch sagen, kurz vor Ende der Partie hat sich Ritter bei jeder Ecke so viel Zeit gelassen und provoziert."
Ritter, dessen Zeitmanagement Tausende Fans zu Gewalttaten veranlasst haben soll, reagierte gelassen Richtung Ex-Keeper Schober und bohrte in dessen 2001er-Wunde: "Hätte er damals den Ball weggeschlagen, wäre Schalke Meister geworden."
Das wäre witzig, wären die Umstände weniger ernst. Immerhin FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen war aufrichtig entsetzt: "Was auf den Rängen abgegangen ist, war furchtbar – von beiden Seiten. So ein Derby darf nicht ausarten, das schadet uns und dem Fußball."
(SID)
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Quelle: SNTV


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