Drei Dinge, die beim FCB in Osnabrück auffielen: Die Bayern und das Pokalfight-Paradox

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Der VfL Osnabrück schockt den FC Bayern früh, ist am Ende aber kein Stolperstein für den Titelverteidiger. Die Münchner lassen ihren Worten auch Taten folgen und liefern eine sehr konzentrierte und engagierte Leistung ab. Vor allem Kimmichs Chipbälle im Stile eines Golfers sorgen immer wieder für Gefahr. Ein Rotationsspieler bewirbt sich für noch mehr Einsatzzeiten.

Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz vom FC Bayern München bejubeln den Treffer zum 3:1 beim VfL Osnabrück im DFB-Pokalspiel der 1. Runde

Fotocredit: Getty Images

Der FC Bayern München hat seine Pflichtaufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals gelöst. Der Titelverteidiger setzte sich beim Zweitligisten VfL Osnabrück souverän mit 4:1 (2:1) durch.
Dabei ging die Partie äußerst verheißungsvoll los für den Außenseiter: Robin Meißner brachte Osnabrück mit einem fantastischen Fernschuss früh in Führung (5.). Doch die Bayern konterten schnell durch Treffer von Harry Kane (18.) und Tom Bischof (24.). Michael Olise machte mit dem 3:1 den Sack zu (73.) - allerdings hätte der Treffer wegen eines vorangegangenen Handspiels nicht zählen dürfen. Mit einem verwandelten Foulelfmeter sorgte Kane für den Endstand (86.).
"Das erste Tor war Wahnsinn. Dann weißt du natürlich, dass es schwierig werden kann. Aber wir sind ruhig geblieben und haben eine stabile zweite Halbzeit gespielt", sagte Bayern-Trainer Vincent Kompany in der "ARD".
Die Bayern setzten sich damit zum 31. Mal in Folge in Runde 1 des Pokals durch. Die letzte Pokalblamage zum Pokalauftakt gab es in der Saison 1994/95, 0:1 beim TSV Vestenbergsgreuth.
Drei Dinge, die uns beim 4:1-Sieg des FC Bayern beim VfL Osnabrück auffielen.

1. Bayern lässt keinen Pokalfight zu

Wer sich auf einen echten Pokalabend unter Flutlicht in einem emotional aufgeladenen, engen Stadion gefreut hatte, der durfte sich nach fünf Minuten die Hände reiben. Meißners Führungstreffer sorgte gleich für die perfekte Duftmarke, sodass Osnabrück an der Sensation schnuppern durfte. Hatte nicht Bayern-Trainer Vincent Kompany auch vor der Besonderheit der Bremer Brücke gewarnt?
Aber die Bayern unter Kompany arbeiten die Dinge weg wie eine Maschine. Sie waren vorbereitet und zogen ihr Ding durch. Mit zwei Treffern sorgten sie für die schnelle Wende.
Es war weniger die offensive Qualität, die auch an diesem Abend in Osnabrück beeindruckte, sondern die defensive Bereitschaft, mit der sich die Münchner auch gegen einen Zweitligaaufsteiger größere Sorgen vom Leib hielten.
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Fußball: Harry Kane und Tom Bischof (FC Bayern München) jubeln über ihre Treffer im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück

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Zwar hielt das knappe Ergebnis die Spannung über eine lange Zeit am Leben, richtig gefährlich werden konnten die Osnabrücker den Bayern aber nicht mehr. Es klingt paradox: Aber Bayerns Galligkeit und Schärfe im Zweikampf verhinderte einen echten Pokalfight.
Es waren dabei zwei kleine Szenen Mitte der ersten Halbzeit, die Kompanys Einfluss auf die Haltung der Bayern deutlich machten. Erst klatschte Michael Olise seinem neuen Kollegen Ismael Saibari mit den Händen über den Kopf Applaus, weil dieser im Gegenpressing einen Ball eines Osnabrücker Verteidigers zum Einwurf blockte. Dann klatschte Joshua Kimmich demonstrativ mit Josip Stanisic ab, als dieser einen Ball im eigenen Strafraum gegen Leonhard Münst ablief.
Es ist dieser für Spitzenteams nicht immer standardmäßig verbaute Bock auf Defensive, die die Kompany-Bayern von den Mannschaften seiner Vorgänger unterscheidet. Und die dafür sorgt, dass auch Osnabrück kein zweites Vestenbergsgreuth wurde.

2. Kimmich serviert perfekte Chips

Am Ende war es auch der Dauerdruck der Bayern, unter dem die Osnabrücker zusammenbrachen. Sie produzierten vor zwei der ersten drei Treffer entscheidende Ballverluste, die die Münchner im Umschaltspiel sofort bestraften.
Aus dem eigenen Ballbesitz waren an diesem Abend aber vor allem die Chips von Joshua Kimmich Bayerns gefährlichste Waffe. Osnabrück war zwar darauf vorbereitet wie Co-Trainer Ferydoon Zandi im Halbzeit-Interview verriet, der Zweitligist konnte die fein unterschnittenen Bälle hinter die Kette aber nicht verteidigen.
Warum? "Einen Tod musst du sterben", sagte Trainer Timo Schultz und meinte damit, dass seine Spieler zwar auf den Außen gegen Michael Olise gut doppeln konnten, dann aber keinen Druck im Zentrum auf den Ball bekamen und Kimmich zu seiner Spezialität ansetzen konnte.
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Joshua Kimmich (r.) im Pokalspiel beim VfL Osnabrück

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Kimmich spielt diesen Chipball wie ein Golfspieler einen Annährungsschlag aufs Grün in den Raum zwischen letzter Linie und Torhüter, sodass die Stürmer mit ihren Diagonalläufen in den Rücken der Abwehrspieler starten können.
"Das sind die Situationen, die Bayern besser kann als jede andere Mannschaft", analysierte "ARD"-Experte Bastian Schweinsteiger.
So fand Kimmich ganz entscheidend Harry Kane vor dessen Ausgleichstreffer und auch noch weitere Male Luis Diaz sowie Ismael Saibari, ohne dass daraus Treffer resultierten.
In der zweiten Halbzeit hatte Osnabrück die Chips besser im Griff, war aber am Ende insgesamt chancenlos.

3. Bischof klopft deutlich an

Schon zum Ende der vergangenen Saison sorgte Tom Bischof mit seinen Leistungen dafür, dass nicht wenige ihm sogar noch einen Platz im WM-Kader zugetraut hätten. Der damalige Bundestrainer Julian Nagelsmann entschied sich anders. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass Bischof ein Teil des ersten DFB-Kaders von Jürgen Klopp sein könnte.
Auf jeden Fall hat Bischof seine Position im Kader des FC Bayern allein durch den Abgang von Leon Goretzka verbessert und er tut alles dafür, um auf lange Sicht im Ranking weiter aufzusteigen. Er klopft laut und deutlich für die Stammelf an.
Harmonierte im Zentrum gut mit Joshua Kimmich, was bei der Dominanz des Kapitäns nicht einfach ist. Bischof hatte bis zu seiner Auswechslung in der 79. Minute 123 Ballaktionen und brachte 92 Prozent seiner Pässe zum Mann.
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Fußball: Tom Bischof traf im Pokalspiel gegen den VfL Osnabrück

Fotocredit: Getty Images

Auffällig auch seine Giftigkeit in der Balleroberung. Eine davon leitete auch den Angriff zum 2:1 ein, den er als Abpraller dann auch selbst abschloss.
"Ich bin immer froh, wenn ich starten darf und Minuten bekomme", sagte Bischof. "Ich freue mich über mein Tor, weil es auch ein wichtiges war."
Mit Bischof wächst eine echte Alternative für Aleksandar Pavlovic im Zentrum heran und um weitere Minuten zu sammeln, hilft Bischof auch seine Vielseitigkeit. Er kann auch als Linksverteidiger spielen und da machte Alphonso Davies nach seiner Einwechslung einmal mehr keine allzu gute Figur. 
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