Wie ein 20-köpfiges medizinisches Expertengremium am Freitag mitteilte, sei der Weltmeister von 1986 unmittelbar vor seinem Tod über eine "längere, qualvolle Zeit" seinem Schicksal überlassen worden. Der Prozess habe "mindestens zwölf Stunden" vor seinem endgültigen Tod eingesetzt.
Das Gremium kam zu dem Schluss, dass Maradona bei angemessener Behandlung in einer geeigneten medizinischen Einrichtung "eine bessere Überlebenschance gehabt hätte". Das medizinische Team habe sein Überleben "dem Schicksal" überlassen.
Inzwischen wurden Ermittlungen eingeleitet gegen Maradonas Neurochirurg Leopoldo Luque, die Psychiaterin Agustina Cosachov und den Psychologen Carlos Diaz sowie zwei Krankenschwestern, einen Pflegekoordinator und einen medizinischen Koordinator. Sollten Verantwortliche für den Tod Maradonas ausgemacht werden können, droht ihnen eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.
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Maradona war wenige Wochen vor seinem Tod am Gehirn operiert worden. Das Gremium wurde von der Staatsanwaltschaft einberufen, um die Todesursache zu untersuchen und festzustellen, ob Fahrlässigkeit oder Behandlungsfehler vorgelegen haben. Es gebe "Unregelmäßigkeiten", hatte ein Familienmitglied Maradonas der französischen Nachrichtenagentur "AFP" damals erklärt, "man muss sehen, ob sie so gehandelt haben, wie sie handeln sollten".
Fraglich war demnach, warum die eigens verpflichtete Rund-um-die-Uhr-Pflege nicht funktioniert habe. Auch sollte untersucht werden, warum die Notärzte angeblich mehr als eine halbe Stunde benötigten, um das Haus Maradonas zu erreichen.
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