Eden Hazard beendet seine Karriere mit 32 Jahren: Wäre mehr drin gewesen für den Edeltechniker?

Eden Hazard hat seine Karriere mit 32 Jahren beendet. Er habe "seinen Traum realisiert" und auf vielen Plätzen der Welt Spaß gehabt, schrieb der Belgier auf Instagram. Dennoch sorgt das relativ frühe Ende der Laufbahn für Aufsehen bei einem Spieler, der zeitweise als der Beste auf seiner Position galt. Die Entscheidung verdient Respekt, es stellt sich aber die Frage: Wäre nicht mehr drin gewesen?

Zauber-Show der Extraklasse: Als Hazard die Ligue 1 aufmischte

Quelle: Perform

Messi oder Hazard? Die englische Fußball-Nationalspielerin Lauren James gab vor Kurzem bei "Sky Sports" eine überraschende Antwort auf die Frage. Die 22-Jährige nannte ohne zu zögern den Namen des Belgiers, ehe die entscheidende Einschränkung folgte: "In seiner besten Zeit."
Die verbrachte Hazard von 2012 bis 2019 beim FC Chelsea. Zweimal Meister und Europa-League-Sieger wurde der Edeltechniker mit den Blues, dazu FA-Cup-Champion und Ligapokal-Gewinner. Dreimal kürten ihn die Anhänger des Klubs zum Chelsea-Spieler des Jahres.
"Ich hoffe, dass mich die Fans nicht vergessen werden, wenn ich eines Tages gehe", sagte Hazard 2017 gegenüber "Onze Mondial".
Dieser Tag kam im Sommer 2019, als der Belgier dem Werben von Real Madrid erlag. Der variable Außenspieler war auf der Höhe seines Schaffens, hatte mit 21 Toren und 17 Assists die statistisch beste Saison im blauen Trikot hinter sich.
In Vergessenheit geriet Hazard keineswegs in London, war er dort doch eine der größten Attraktionen im europäischen Fußball. Bekam er den Ball, lag immer die Erwartung des Besonderen in der Luft. Er war einer dieser Profis, für die die Zuschauer ins Stadion kamen. Unvergessen seine Dribblings und Tempoläufe auf den Flügeln, Weltklasse viele seiner Tore und Assists.

Höchstes Lob von Mourinho für Hazard

"Die Menschen, die den Fußball in diesem Land lieben, müssen Eden lieben", schwärmte José Mourinho, sein damaliger Trainer beim FC Chelsea. "Ein außergewöhnlicher Spieler, einer der besten der Welt", befand Manchester-City-Coach Pep Guardiola.
Sein Entdecker Claude Puel, der ihn mit 16 Jahren zum Profidebüt in Lille verhalf, erkannte schon beim Teenager dessen herausragende Fähigkeiten: "Er war schon damals kaltblütig, konnte einfach abstoppen, den Fuß auf den Ball stellen und dann plötzlich einen entscheidenden Pass spielen, den keiner sonst gesehen hätte", erklärte der Franzose .
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Eden Hazard und José Mourinho zu gemeinsamen Zeiten bei Chlesea

Fotocredit: Getty Images

Und auch in der Nationalmannschaft, für die er 126 Mal auflief, brillierte Hazard. Bei der WM 2018 führte er die Roten Teufel als Kapitän bis ins Halbfinale und zu Platz drei. Nach dem Turnier wurde er mit dem silbernen Ball als zweitbester Spieler nach Luka Modric ausgezeichnet.

Hazards Stern verblasst bei Real Madrid

Das war die Fallhöhe, mit der Hazard zu Real Madrid kam - und tatsächlich auch fiel. Im Kosmos der Königlichen verblasste der Stern des Superstars, der die legendäre Rückennummer sieben bekam, merklich. Zur Kritik an seinen Leistungen kam Unmut darüber auf, dass der Belgier in seiner ersten Zeit fülliger, nicht austrainiert wirkte.
Auch der Abgang von Trainer Zinédine Zidane, der 2021 seinen Posten räumte, gefiel Hazard nicht. "Ich bin sehr enttäuscht. Das ist ein großer Verlust für den Klub. Ich bin ihm dankbar für alles, was er für mich getan hat. Auch wenn ich unter ihm nicht mehr zeigen konnte, hoffe ich, ihm auf oder neben dem Platz wieder zu begegnen", sagte Hazard damals.
Der Hauptgrund, weshalb Hazard seine überragenden Fähigkeiten in Spanien so selten ausspielen konnte, war allerdings körperlicher Natur.

Hazard von Verletzungen geplagt: "Kann ich nicht erklären"

Gleich die ersten Partien der Saison bei Real verpasste Hazard aufgrund einer Oberschenkelverletzung. In den Folgejahren reihte sich eine Blessur an die nächste, so kam der Flügelflitzer in vier Spielzeiten auf ganze 54 Ligaeinsätze für Madrid. "Bei Chelsea habe ich Hunderte von Partien ohne Verletzungen absolviert. In Madrid treten nun all diese Verletzungen auf. Das ist etwas, das ich nicht erklären kann", so Hazard.
Eine Entwicklung, die Mourinho allerdings kommen sah. "So wie er, Spiel für Spiel, von den Gegnern getriezt und den Schiedsrichtern nicht geschützt wird, werden wir vielleicht eines Tages keinen Eden mehr haben."
Es dürfte aber auch Mourinho überraschen, dass Hazard schon mit 32 Jahren die Reißleine zieht. In der Nationalmannschaft hatte er das bereits ein vor gut zehn Monaten getan, nach der desaströsen WM 2022 in Katar, die für Belgien nach der Vorrunde zu Ende war.
"Man muss auf sich selbst hören und zum richtigen Zeitpunkt aufhören", schrieb der Routinier nun auf Instagram und ließ damit Interpretationsspielraum, was letztlich zum Karriereende führte.

Hazard-Abschied hinterlässt Fragezeichen

Es ist eine Entscheidung, die einen Nachgeschmack hinterlässt. Hätte Hazard ob seiner Ausnahmefähigkeiten nicht mehr aus seiner Laufbahn machen müssen? Man muss die Frage mit einem Ja beantworten. Und gab es in Europa wirklich keine passende Option, nachdem Real den am 30. Juni ausgelaufenen Vertrag nicht verlängert hatte? Wohl nicht.
Eine Möglichkeit hätte darin bestanden, dem Ruf des Geldes zu folgen und noch für ein, zwei Jahre in Saudi-Arabien anzuheuern. Entsprechende Gerüchte kamen immer wieder auf. Es ehrt Hazard, dass er auf andere Prioritäten - die Familie - gesetzt und seine Karriere nun beendet hat. Es ist nur schade für den Fußball, dass er in den letzten Jahren sein großes Können nicht mehr zeigen konnte.
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Quelle: Perform

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