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EM-Qualifikation: Alphatiere, Hoffnungsträger und Mitläufer
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Publiziert 04/09/2015 um 08:51 GMT+2 Uhr
Vor den beiden schweren EM-Qualifikationsspielen gegen Polen und Schottland beleuchtet eurosport.de, auf wen Joachim Löw wirklich bauen kann und welche Spieler eher Mitläufer sind. Dabei setzt der Bundestrainer vor allem auf sechs Spieler um Bastian Schweinsteiger, nachdem Philipp Lahm, Per Mertesacker und Miroslav Klose ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündet hatten.
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Fotocredit: Eurosport
Aus Frankfurt berichtet Dirk Adam
Es steht ein heißer Herbst bevor. Als Tabellenzweiter der Gruppe D liegt Deutschland einen Punkt hinter Polen. Bundestrainer Löw will die Verhältnisse wieder gerade rücken - am besten mit einem Sieg gegen den Nachbarn in der Commerzbank-Arena in Frankfurt (heute ab 20:45 Uhr im LIveticker bei eurosport.de).
"Wir wollen gegen Polen und Schottland sechs Punkte holen, um unsere Ausgangsposition zu verbessern und um der EM ein Stückchen näher zu kommen", erklärte Löw, dessen Mannschaft im Oktober noch gegen Irland und Georgien antreten muss.
Vorbild Schweinsteiger
Dafür setzt der Bundestrainer auf Spieler, denen er vertrauen kann. Spieler, die Verantwortung übernehmen wie Bastian Schweinsteiger im WM-Finale von Rio, in dem er sich für die deutsche Nationalmannschaft regelrecht zerriss und sich tapfer in alle Zweikämpfe warf.
Mittlerweile sind auch andere Spieler in der Lage, das DFB-Team zu führen. Wie Sami Khedira, der trotz Verletzung zur Nationalmannschaft nach Frankfurt ins Teamhotel Villa Kennedy reiste, sowie Bayern-Keeper Manuel Neuer. Hinzu kommt Angreifer Thomas Müller.
Alles Alphatiere, die in Zukunft das Grundgerüst der Mannschaft bilden sollen. Gerade vor dem Hintergrund, dass die EM 2016 in Frankreich nur ein Etappenziel auf dem Weg Richtung Titelverteidigung bei der WM 2018 in Russland sein soll.
"Thomas Müller bringt sich in seiner Art und Weise hervorragend ein, er ist einer, der integriert. Und Jérôme Boateng, Mats Hummels und Toni Kroos sind mittlerweile ebenfalls Spieler, die Führung übernehmen können", meinte Löw, der gegen Polen sein 123. Länderspiel als Chefcoach absolvieren wird, im "kicker".
Alles Verbündete, die dem Bundestrainer auf seiner Mission unterstützen sollen. Zwar setzt Löw auf flache Hierarchien, letztendlich braucht jedes Team aber Anführer, um die Richtung auf dem Platz vorzugeben. Hinzu kommen Hoffnungsträger, welche die Konkurrenzsituation erhöhen.
Zieler muss um seinen Platz bangen
Wie Torwart Marc-André ter Stegen, den Löw anstelle von Roman Weidenfeller für die kommenden Qualifikationsspiele nominiert hat. Der Barça-Keeper dürfte den Druck auf Ron-Robert Zieler erhöhen, der mit Hannover in dieser Saison nicht international spielen wird. "Unsere Gedanken sind, dass wir diese Möglichkeit nutzen, um die jungen Torhüter zu sehen. Unsere Aufgabe muss es generell sein, immer wieder auch junge Spieler an die Nationalmannschaft heranzuführen, das gilt auch für die Torhüter", so Löw.
Neben ter Stegen können sich zudem Jonas Hector, Karim Bellarabi und Kevin Volland Hoffnungen auf eine vielversprechende Zukunft im DFB-Team machen. Spieler einer neuen Generation, die nach und nach zu Stammspielern werden können. Wie Hector, den Löw wahrscheinlich gegen Polen von Anfang an auflaufen lässt.
Mit Emre Can steht zudem ein Spieler vor seinem Pflichtspieldebüt im Nationalteam, wenn ihn Löw gegen Polen oder Schottland bringen sollte. Bekommt der Liverpool-Profi einen Einsatz, würde seine Spielberechtigung für die türkische A-Nationalmannschaft erlöschen.
Andere Nationalmannschaftskollegen wie Zieler müssen sich hingegen Gedanken machen, um nicht in der Schublade eines Mitläufers zu landen. Selbst Torwarttrainer Andreas Köpke kündigte einen heftigen Konkurrenzkampf an, denn mit Bernd Leno und Kevin Trapp warten bereits andere Keeper auf ihre Chance. Zieler muss um seinen Platz im Kader bangen.
Waches Auge auf die Wackelkandidaten
Zwar setzt Löw noch immer auf Lukas Podolski, doch der Kölner ist nach 125 Länderspielen mittlerweile nur noch Reservist. Vom Antreiber zum Mitläufer - diese Entwicklung könnte dem Galatasaray-Profi in dieser Saison zum Verhängnis werden.
Neben Zieler und Podolski müssen auch Sebastian Rudy und Matthias Ginter um ihre Plätze im DFB-Kader kämpfen. Wobei Ginter, der nach einem schweren Jahr bei Borussia Dortmund wieder aufzublühen scheint, bessere Chancen hat. Unter Trainer Thomas Tuchel wird der Ex-Freiburger immer besser, was auch Löw gefällt.
Weidenfeller ist ebenfalls noch nicht komplett abgeschrieben, aber alle Nationalspieler müssen sich unter dem Bundestrainer stets neu empfehlen. "Bei uns geht es immer nach dem Leistungsprinzip", betonte Löw, der ein waches Auge auf alle Wackelkandidaten hat.
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