"Endspiel" für die Niederlande

Die niederländische Nationalmannschaft steht vor einem "Endspiel". In der EM-Qualifikation gegen die Türkei ist ein Sieg im Kampf um ein Ticket zur EM Pflicht und die Stimmung ist angespannt. Ausgerechnet das Bundesliga-Duo mit dem Schalker Torjäger Klaas-Jan Huntelaar und Wolfsburger Debütanten Bas Dost sollen für das niederländische Nationalteam die Weichen in Richtung Frankreich stellen.

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Eine weitere historische Pleite soll verhindert werden. Zudem würde nichts anderes als ein Sieg im Qualifikationsspiel am Samstag in Amsterdam gegen die Türkei die Position des zuletzt in der Kritik stehenden Bondscoachs Guus Hiddink festigen.
"Wir blicken wieder zuversichtlich in die Zukunft", sagte der 67-Jährige, nachdem ihm der nationale Verband KNVB nach dem Fehlstart in die EM-Qualifikation im Herbst das Vertrauen aussprach.
Anschließend gewann Oranje zwar mit 6:0 gegen Lettland, aber unter dem Strich stehen für den Dritten der Qualifikationsgruppe A noch immer nur sechs Punkte aus vier Spielen. Lediglich zwei Zähler weniger weist die Türkei auf.
Hiddink muss Offensive umbauen
An die erste verpasste EM seit 1976 wollen die Fans in den Niederlanden nicht denken. Ohnehin sitzt die Schmach des unrühmlichen Vorrunden-Aus bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine ohne Punktgewinn in drei Spielen und der somit schlechtesten Bilanz der Geschichte noch immer tief.
Die niederländischen Medien sind sich sicher, dass Hiddink gegen die Türken in vorderster Front auf Huntelaar und Dost setzt. Zumal die beiden bislang besten Offensivkräfte, Kapitän Robin van Persie (Knöchelverletzung) und auch der Münchner Arjen Robben (Bauchmuskelriss), wegen Verletzung fehlen werden.
Für den 25-jährigen Dost würde ein Traum in Erfüllung gehen. Schon einmal stand er im Aufgebot des A-Teams, kam aber nicht zum Einsatz. Empfohlen hatte er sich mit seiner spektakulären Trefferserie beim Bundesliga-Zweiten mit bislang 13 Liga-Toren, davon elf nach der Winterpause.
Cruyff fordert neue Philosophie
Dost soll auch im anschließenden Testspiel am Dienstag gegen Ex-Weltmeister Spanien zum Einsatz kommen. In diesen Länderspielen erhofft sich unter anderem die niederländische Fußball-Legende Johan Cruyff neue Aufschlüsse in Sachen Taktik.
Die schlechten Ergebnisse seien eine Folge des Spielstils, ist "König Johan" überzeugt, und das liege nicht am Trainer. Die Philosophie müsse grundsätzlich überdacht, Lösungen für die Probleme gefunden werden. Dafür ist jedoch Geduld notwendig, und die scheint beim Vizeweltmeister von 2010 in Südafrika nicht besonders ausgeprägt zu sein.
Dennoch sind die Gastgeber gegen die Türken hoher Favorit. Angesichts der Konstanz der beiden besten Teams der Gruppe, Tabellenführer Tschechien (12 Punkte) und Island (9) würde den Türken nur ein Überraschungssieg in der ausverkauften Amsterdamer Arena das kleine Fünkchen Hoffnung auf die dritte EM-Teilnahme erhalten.
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