Real Madrids Superstar Gareth Bale steht mit Wales vor der ersten EM-Teilnahme

Es ist ein weiter Weg vom Hausmeistersohn zum Nationalhelden. Gareth Bale wird inzwischen sogar als "Prinz von Wales“ verehrt, nur weil er das kleine Land erstmals zu einer EM führen wird. Dem 26-Jährigen ist dieser Hype unheimlich. Dabei ist er in der Welt der Extreme zuhause. Hier das beschauliche Wales, das mehr Schafe als Einwohner hat – dort die unpersönliche Hochglanzwelt von Real Madrid.

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Naturgewalt, Kanonenkugel, Marsmensch! Gareth Bale hat in seiner Karriere schon viele Spitznamen verpasst bekommen. Eigentlich müsste sich ein Marsmensch doch bei den "Galaktischen“ wohlfühlen, oder?
Jeder noch so kleine Wunsch wird ihm bei Spaniens Rekordmeister abgenommen. Wagen waschen, Wäsche waschen, Friseurtermine machen – alles in der astronomischen Ablöse von 94 Millionen Euro inbegriffen.
Trotzdem fremdelt Bale in Reals durchgestylter Traumfabrik. Der "Express aus Cardiff“ sei in Madrid immer noch nicht so richtig angekommen, werfen ihm die zahlreichen Kritiker vor. Und das EINEINHALB Jahre nach seiner Verpflichtung.

Atmosphärische Störungen mit CR7

Bale hat sich an Spott und Häme gewöhnt. Auch an die Spannungen mit Cristiano Ronaldo, der dem Vernehmen nach seine Angst- und Neidgefühle gegen den Waliser auslebt - und ihn regelmäßig schneidet und provoziert. Der portugiesische Weltstar fürchtet um seine Ausnahmestellung. Bale soll sich sogar einen Mentaltrainer genommen haben, um gegen das Mobbing gewappnet zu sein.
Wie es ist bei den Königlichen?
"Wie unter einem Mikroskop“, erklärte Bale. Den Hype, als eine der Sehenswürdigkeiten von Madrid angepriesen zu werden, braucht er nicht.

Wohlfühloase Heimat

Er mag es ruhiger. So wie in der Heimat, wo es deutlich mehr Schafe gibt als Einwohner. Inzwischen ist es auch in Wales mit der Beschaulichkeit vorbei. Die Nummer acht der FIFA-Weltrangliste steht vor der ersten EM-Teilnahme der Geschichte, 57 Jahre nach dem einzigen WM-Abenteuer. Bale sei dank.
Der Ausnahmekönner hat in den bisherigen acht EM-Qualifikationsspielen sechs der neun walisischen Treffer erzielt - und insgesamt nur drei Minuten gefehlt. Beim 1:0 gegen die starken Belgier markierte er das entscheidende Tor.
Ein Punkt am Samstag in der Partie bei Bosnien-Herzegowina oder am Dienstag zuhause gegen Andorra und Bale hätte geschafft, was selbst ManUnited-Legende Ryan Giggs verwehrt blieb: Die Teilnahme an einem großen Turnier.
"Gareth ist wertvoller für Wales als ich es war", gab Giggs zu.
Tatsächlich sind Bale die Auftritte mit den "Red Dragons" wesentlich wichtiger als Giggs, der Einladungen zu Freundschafts-Länderspielen teilweise aus dubiosen Gründen absagte.
Der Tempodribbler von Real reist dagegen selbst mit Verletzungen an. So wie dieses Mal. Die Wade zwickt. "Länderspiele sind immer eine Herzenssache für mich", sagte Bale, in dieser Woche zum fünften Mal zum Fußballer des Jahres in Wales gewählt.

Und was kommt jetzt?

Bereits mit 16 Jahren und 315 Tagen gab er sein Debüt für die "Red Dragons" und avancierte damit zum jüngsten Spieler in der Geschichte des Herzogtums Wales. Schon damals wurde er als "Zauberer von Wales" gehypt. So wie früher Giggs.
Fast zehn Jahre später hat der Superstar von Real Madrid sogar Prinz William verzaubert. Der Thronfolger outete sich als Bale-Fan.
So viel Aufmerksamkeit ist dem Hausmeistersohn aus Cardiff immer noch fast unheimlich.
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