Deutschland - Weißrussland | 3 Dinge, die auffielen: Boss Kroos ist zurück
Deutschland hat mit einem souveränen 4:0-Erfolg gegen Weißrussland den sechsten Sieg im siebten EM-Qualifikationsspiel eingefahren und das Ticket für die Endrunde 2020 gelöst. Besonders die Rückkehrer Matthias Ginter und Toni Kroos konnten sich auszeichnen und beeindruckten Jogi Löw. Allerdings konnte die DFB-Elf erneut nicht über die vollen 90 Minuten überzeugen. Drei Dinge, die auffielen.
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1. Ginter gibt beeindruckende Bewerbung ab
Matthias Ginter hatte sich an diesem Samstagabend etwas vorgenommen, das war ab der ersten Minute zu sehen. Nachdem der 25-Jährige die vergangene Länderspielpause aufgrund einer Schulterverletzung verpasst hatte, ließ ihn Bundestrainer Joachim Löw gegen Weißrussland vor heimischer Kulisse in Mönchengladbach von Beginn an ran.
Auf seiner eigentlichen Position in der Innenverteidigung gegen ultradefensive Gäste nur sporadisch gefordert, schaltete sich Ginter immer wieder auf halbrechts mit in die Offensive ein, sorgte im Zusammenspiel mit Lukas Klostermann fortlaufend für Gefahr.
Allein in der ersten Hälfte konnte der Gladbacher starke 54 Ballaktionen (insgesamt 108) verzeichnen. Ginters ersten Annäherungsversuch aus knapp 20 Metern (15.) konnte der weißrussische Keeper Aleksandr Gutor noch mit dem rechten Fuß abwehren, der zweite Torschuss saß dann.
In der 41. Minute tauchte Ginter plötzlich als Stoßstürmer im Sechzehner der Gäste auf und vollstreckte eine Hereingabe von Gnabry sehenswert mit der Hacke.
Dass er dabei wohl knapp im Abseits stand, dürfte ihn in diesem Moment wenig interessiert haben. Es war Ginters erster Treffer im Nationaltrikot überhaupt. Hinzu kamen zwei weitere Torbeteiligungen in der zweiten Hälfte.
"Er ist zuverlässig, er ist fußballerisch sehr gut und auch in der Defensive hat er sich in den letzten Jahren gesteigert", zeigte sich Löw nach Abpfiff bei "RTL" zufrieden.
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2. Der Boss ist zurück
Altes Eisen? Dieseltraktor? Von wegen! Toni Kroos hat auf internationaler Ebene seit der WM 2018 viel Kritik einstecken müssen. Gegen Weißrussland gab der Deutsche, der wie Ginter die vergangenen beiden Spiele verletzt verpasst hatte, eine beeindruckende Antwort.
Zwei wunderschöne Treffer (55./83.), ein Assist (für Leon Goretzka/49.), die meisten Torschüsse auf dem Platz, die meisten Ballaktionen (170). Kroos' Statistiken lesen sich wie ein Buch.
Der Real-Star sprühte beim 4:0 (1:0)-Sieg vor Spielfreude, glänzte als Ballmagnet im Mittelfeld wie lange nicht mehr – und zeigte auch in der Defensive seine Qualitäten. 19 Zweikämpfe waren ebenfalls Bestwert auf dem Feld.
Und man mag es kaum glauben: In der 40. Minute schmiss er sich sogar ohne Rücksicht auf Verluste am eigenen Sechzehner in einen der wenigen Schüsse der Weißrussen.
"Je nachdem, ob mal eine Grätsche benötigt wird, ist es auch meine Aufgabe, das zu tun", musste der 29-Jährige nach Abpfiff selbst über die Aktion schmunzeln.
Auch Löw zeigte sich begeistert:
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3. Die Rückkehr des Kombinationsfußballs – mit kleinen Schönheitsfehlern
Natürlich wird es wieder genügend Kritiker geben, die anmerken, dass Weißrussland kein Gradmesser für die deutsche Nationalmannschaft sein darf.
Das ist im Kern richtig, aber im Gegensatz zu den glanzlosen Siegen zuletzt (3:0 in Estland, 2:0 in Nordirland), konnte sich Fußball-Deutschland neben dem Erreichen der EM-Endrunde auch wieder über ansehnlichen Kombinationsfußball freuen.
Besonders in der ersten Halbzeit schnürte die Löw-Elf die Gäste quasi ein, stellte mit 23 Torschüssen zur Pause einen neuen Rekord seit detaillierter Datenerfassung für deutsche Länderspiele auf.
Löw schickte mit Kroos und Gündogan zwei offensive Achter statt wie zuletzt wie Sechser auf den Rasen. Dahinter war Joshua Kimmich der Mann, der die erste Linie der Konterabsicherung bildete.
60 Minuten ging dieses System blendend auf. Sowohl dem 2:0 durch Goretzka als auch dem zweiten Kroos-Treffer gingen schönen Kombinationen voraus. Löw:
Einen Makel muss sich die deutsche Nationalmannschaft allerdings erneut anheften. Wieder reichte es nicht, den Gegner über 90 Minute zu dominieren. In der letzten halben Stunde ließ man die zuvor hilflosen Weißrussen ohne Not ins Spiel kommen.
Da Manuel Neuer in der 75. Minute beim Stand von 3:0 den Elfmeter von Ihar Stassewitsch parieren konnte, wurde es zwar nicht mehr eng, doch Ginter merkte zurecht an, dass die Gäste im zweiten Spielabschnitt "zu viele Freiräume" hatten und "zu einfach kontern" konnten.
Kroos brachte es abschließend auf den Punkt:
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