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EM 2016 - Spanien im Check: Der Titelverteidiger als Außenseiter?
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Publiziert 08/06/2016 um 06:34 GMT+2 Uhr
Spaniens Nationalmannschaft geht als Titelverteidiger in die EM 2016 in Frankreich. Für gewöhnlich geht der amtierende Europameister mindestens als Mitfavorit ins Turnier. Bei den Iberern will man davon nichts wissen, dort ist man nach dem WM-Debakel von 2014 um Zurückhaltung bemüht. Zu groß ist der Umbruch, zu ausgelaugt die Spieler. Auf dem Zettel muss man "La Roja" dennoch haben.
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Fotocredit: Eurosport
Als Pedro Proença am 1. Juli 2012 das EM-Finale abpfiff, staunten viele nicht schlecht. 4:0 hatte Spanien die chancenlosen Italiener aus dem Olympiastadion in Kiew geschossen. Jene Italiener, gegen die die Deutsche Mannschaft im Halbfinale über weite Strecken keine Chance hatte.
Der Triumph bei der Europameisterschaft war nach dem EM-Titel 2008 und dem WM-Titel 2010 in Südafrika der dritte Titel im dritten Turnier für die Elf von Vicente Del Bosque.
Nach dieser Machtdemonstration drängte sich die Frage auf: wer soll diese spanische Auswahl über die nächsten Jahre stoppen?
Wer die Übermannschaft aufhalten konnte, zeigte sich bei der Weltmeisterschaft 2014. Sang- und klanglos scheiterte der Titelverteidiger und Topfavorit in der Gruppenphase.
Erwartungen gedämpft
Vor der EM 2016 in Frankreich ist die Stimmung bei den Iberern entsprechend gedämpft. Die Erwartungshaltung an das eigene Team ist nicht so hoch wie gewohnt, schon gar nicht nach der Niederlage im letzten Testspiel gegen Georgien.
Der spanische Eurosport-Experte Jorge Ordas beschreibt die aktuelle Stimmung im eigenen Land kurz und knapp:
Auch Nationaltrainer Vicente Del Bosque bemüht sich um Zurückhaltung auf die Frage, ob Spanien als Favorit ins Turnier geht.
Der 65-Jährige erklärte:
Dass die Hoffnung bei den sonst so selbstbewussten Südeuropäern geringer als früher ist, hat verschiedene Gründe.
Überlastet und überspielt
Ein Großteil der spanischen Selección stößt überspielt und ausgepumpt zur Mannschaft. Der FC Sevilla stand im Europa-League-Finale, die Champions League wurde in Form von Real und Atlético Madrid innerhalb der Primera División ausgespielt.
Somit stehen mit Sergio Ramos, Lucas Vázquez (beide Real), Koke, Juanfran (beide Atlético) und Sergio Rico (Sevilla) gleich fünf Europacup-Finalisten im endgültigen EM-Kader.
Den größten Teil von Spaniens finalem Team stellt Meister FC Barcelona mit fünf Akteuren. Für die "Blaugrana" war zwar im Champions-League-Viertelfinale Schluss, die Männer von Coach Luís Enrique sind allerdings nicht weniger überspielt. Durch die Klub-WM und den Supercup hatten die Barça-Spieler einen deutlich früheren Saisonstart als die meisten Profis, zudem bestritten die Katalanen das Copa-Del-Rey-Finale gegen Sevilla.
So fährt beispielsweise Abräumer Sergio Busquets mit 53 Pfichtspieleinsätzen in der abgelaufenen Spielzeit nach Frankreich.
Umbruch = "Übergangsphase EURO"?
Auf den überspielten Busquets kommt bei der EM eine besondere Herausforderung zu. Um ihn herum, in Spaniens Schaltzentrale, findet in diesem Turnier ein radikaler Umbruch statt. Santí Cazorla, Xavi und Xabi Alonso haben ihr Amt niedergelegt und das Prunkstück der Selección in die Hände von Atléticos Koke und Bayerns Thiago gelegt. Die beiden Mittelfeldspieler sind allerdings nicht die einzigen, die erstmals in einem großen Turnier Verantwortung übernehmen müssen.
Hector Bellerin, Mikel San Jose, Bruno Soriano, Aritz Aduriz und Alvaro Morata spielen allesamt ihr erstes großes Turnier. Viel Arbeit für Vicente Del Bosque, der den richtigen Mix finden muss.
Er ist sich dem Risiko seiner Nominierung bewusst:
Ordas sieht die anstehende EURO daher als Übergangsphase:
Hoffen auf Thiago und Offensiv-Trio
Einer, der diese Zukunft mitprägen soll, ist Thiago Alcantara vom FC Bayern.
Sollte seine Verletztungsanfälligkeit es zulassen, ist der 25-Jährige aus Sicht der Spanier als "Führungsspieler für die Zukunft" eingeplant.
In der Offensive ruhen die Hoffnungen auf "La MSN de España", bestehend aus Alvaro Morata (Juventus Turin), David Silva (Manchester City) und Nolito (Celta Vigo). Beim 6:1-Sieg zeigte das Triumvirat warum. Alle drei Akteure trafen, Nolito und Morata sogar doppelt.
Auch wenn die EM-Gruppe mit der Türkei, Kroatien und Tschechien zu den schwierigsten der EURO zählt, ist die Elf von Vicente Del Bosque trotz des großen Umbruchs gewappnet.
Das Team ist gespickt mit Weltstars wie Sergio Ramos, Andres Iniesta und Koke. Mit Morata, Bellerin und Vázquez verfügt "La Roja" zudem über vielversprechende Youngster.
Trotz aller Zurückhaltung und Tiefstapelei, mit Spanien ist in Frankreich auf jeden Fall zu rechnen.
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