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EM 2016 - Deutschland gegen Frankreich: Griezmann, Giroud und Payet bereit für den Mount Everest
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Publiziert 05/07/2016 um 20:38 GMT+2 Uhr
EM 2016: Bei Deutschland gegen Frankreich wartet im Halbfinale das nächste vorgezogene Endspiel. Das DFB-Team bekommt es mit der bisher besten EM-Offensive zu tun. Antoine Griezmann, Olivier Giroud und Dimitri Payet haben dabei den Vorteil, nicht auf fehlende bzw. angeschlagene Deutsche zu treffen: Das Dreieck Sami Khedira, Mats Hummels und Jérôme Boateng ist gesprengt. Entscheidender Nachteil?
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Der Vulkan wurde gelöscht, bilanzierte die "L'Equipe" zufrieden, jetzt warte die Besteigung des Mount Everest. Nur das Größte ist erwünscht von Frankreich, das bei der EM 2016 ins Halbfinale vorgedrungen ist, Minimalziel erreicht.
Island war frappierend chancenlos. Hoch hinaus, noch höher muss es gegen Deutschland gehen, "der besten Mannschaft der Welt", wie Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps findet. Zeit für den Mount Everest.
Dabei kratzt "Les Bleus" selbst an der Wolkenwand. Elf EM-Tore überbietet niemand, fünf dieser Treffer resultierten aus Kopfbällen, Air France ist abgehoben und nicht bereit zur verfrühten Landung. Am Donnerstag (ab 21 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) soll Deutschland das Verbindungsglied zum Finale darstellen. Oder, besser: die Luftbrücke.
Griezmann, schmächtig und geschmeidig
Bei den immer homogener auftretenden Franzosen sticht das Offensiv-Dreieck heraus. Antoine Griezmann (4 Tore, 2 Assists), Olivier Giroud (3 Tore, 2 Assists) und Dimitri Payet (3 Tore, 2 Assists) verantworten die Produktion nahezu allein, Paul Pogba ist der einzige weitere Schütze.
Der Angriff kommt auf Touren. "Einer der drei besten Stürmer der Welt" ist Griezmann für Diego Simeone, seinen Klubtrainer von Atlético Madrid. Dort hat der 25-Jährige den Marktwert vervielfacht, eine verblüffende Entwicklung, seit er als Teenager bei mehreren französischen Vereinen aussortiert wurde: zu klein. "Pollito“, das Hühnchen, nennen sie Griezmann in Spanien, über 1,75 Meter und 72 Kilogramm ist er nicht hinausgeragt, seine schmächtige Erscheinung aber bedingt auch die Geschmeidigkeit der Aktionen. Und die Kälte im Abschluss.
Gegen Albanien traf er in der 90. Minute, gegen Irland drehte er den Rückstand, unter anderem mit einem torpedoartigen Kopfball, gegen Island chippte er fidel. DFB-Keeper Manuel Neuer weiß, wie clever-präzise dieser Griezmann agiert, sein Tor im Champions-League-Halbfinale ließ Atlético über den FC Bayern München triumphieren.
"Neuer ist keine unüberwindbare Mauer"
Nun das nächste Duell. "Mir ist es immer lieb, das Augenmerk nicht auf einen Spieler zu legen, sondern den Verbund zu betrachten", bemerkt Neuer. "Er ist keine unüberwindbare Mauer", sagt Giroud über den Welttorhüter, Giroud, dieser anatomische Gegenentwurf zu Griezmann, wuchtig (1,92 Meter), physisch, robust.
Beide ergänzen sich prima - erst recht, seit Deschamps in der Halbzeit des Irland-Achtelfinals auf ein 4-2-3-1 umstellte, mit Griezmann als hängender Spitze; Giroud schaufelt ihm Räume frei. Payet, bereits ein Star dieser EM, komplettiert das Trio, sodass Kingsley Coman und Anthony Martial lediglich Joker sind.
"Es ist schwierig, gegen sie zu spielen, weil sie so viele Varianten haben", sagte Islands Coach Lars Lagerbäck. "Wenn man gegen Frankreich in Frankreich spielt, ist man nicht Favorit", glaubt indes Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff.
Wieder Dreierkette beim DFB-Team?
Zum Knackpunkt könnte just das Aufeinandertreffen des Offensivtrios mit der gespiegelten Variante auf deutscher Seite werden. Anders ausgedrückt: magisches gegen malades Dreieck.
Griezman-Giroud-Payet dringen in Bereiche ein, die normalerweise von Sami Khedira (oder Bastian Schweinsteiger), Mats Hummels und Jérôme Boateng neutralisiert werden. Hier beginnt das DFB-Dilemma. Khedira muss passen, Schweinsteiger wackelt, Hummels fehlt gesperrt. Boateng wird antreten, ist aber wohl nicht vollends fit, gegen Italien zwickte wieder die Wade.
Möglicherweise nominiert Bundestrainer Joachim Löw aus Gründen des Stabilitätspakts erneut eine Dreierkette (Obacht, Mehmet!), diesmal mit Boateng, Shkodran Mustafi und Benedikt Höwedes; im Mittelfeldzentrum dürfte es sich zwischen Emre Can und Julian Weigl entscheiden. Alternativ operiert Löw mit konventioneller Viererkette (Jonas Hector, Boateng, Höwedes/Mustafi, Joshua Kimmich).
Giroud mit Vorteilen in der Luft
"Wir dürfen sie gar nicht erst in Situationen bringen, in denen sie ihre Klasse einbringen können", sagt Thomas Müller zu Frankreichs Stürmern. Das wäre in der Tat vorteilhaft, weil Giroud seine Gegner körperlich überragt. Mustafi misst 1,84 Meter, Höwedes 1,87 Meter, Hummels wäre ein 1,91-Meter-Äquivalent gewesen.
Es wird knifflig für die DFB-Verteidiger. Müller ist zwar keiner davon, spricht aber im Namen aller, wenn er sagt:
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