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EM 2016 - In der Nachspielzeit! Kroatien verschenkt Sieg gegen Tschechien nach Böller-Eklat
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Publiziert 17/06/2016 um 19:58 GMT+2 Uhr
Die kroatische Nationalmannschaft hat sich vom skandalösen Verhalten ihrer Fans aus dem Tritt bringen lassen. Bei der EM in Frankreich vergab sie einen Matchball und damit den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde leichtfertig. 2:0 führte der WM-Dritte von 1998 bereits durch Treffer der ehemaligen Bundesliga-Profis Ivan Perisic (37.) und Ivan Rakitic (59.), ehe das Spiel plötzlich noch kippte.
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Fotocredit: Eurosport
Die Lehren:
Kroatien hat weit über eine Stunde den tschechischen Gegner so eindeutig dominiert, dass ein Kantersieg und ein Aufrücken der Kroaten in den erweiterten Favoritenkreis die logische Konsequenz gewesen wären. Die kleine Wende begann, als der überragende Luka Modric mit muskulären Problemen den Platz vorzeitig verlassen musste und fand ihren “Höhepunkt“, als kroatische Fans vollkommen sinnbefreit anfingen zu randalieren und auf sich gegenseitig einzuschlagen. Mit nunmehr vier Punkten wird es für die Kroaten darauf ankommen, wie schwer die Modric-Verletzung sich darstellt und wie die Geschehnisse rund um das unschöne Finale des Spieles innerhalb der Mannschaft aufgearbeitet werden können.
Tschechien hat durch das kuriose Spielende ein unverhofftes neues Leben geschenkt bekommen. Mit einem Sieg im abschließenden Duell gegen die Türkei kann die Vrba-Elf das Achtelfinale perfekt machen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Schwung der Schlussminuten mit in die abschließende Gruppenpartie genommen werden kann.
Die Stimmen:
Ivan Rakitic (Kroatien): “Mir fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden. Es gibt sicherlich viel mehr Fans, die uns positiv unterstützen. Für das was die anderen Zuschauer gemacht haben, finde ich nicht den richtigen Ausdruck. Ich möchte mich bei der UEFA und der tschechischen Mannschaft dafür entschuldigen. Wenn man sich auf den Rängen derart daneben benimmt, hat man es vielleicht auch nicht verdient. Das ist wirklich bitter, da wir bis dahin ein richtig starkes Spiel abgeliefert haben.
Pavel Vrba (Trainer Tschechien): "Wir sollten vorsichtig sein, das Wort Wunder zu benutzen. Wir haben einen Punkt gewonnen und haben jetzt alles in der eigenen Hand. Alle Spieler haben alles in der zweiten Halbzeit gegeben, die Einwechselspieler haben uns einen Schub gegeben."
Ante Cacic (Trainer Kroatien): "Wir waren die bessere Mannschaft, hatten viele Chancen. Unser größtes Problem war die Auswechslung Luka Modrics, danach haben wir unsere Linie verloren. Die Leute, die Feuerwerkskörper auf das Feld geworfen haben, sind Hooligans und Terroristen. Meine Spieler sind sehr traurig über das, was passiert ist."
Das fiel auf: Déjà-vu für Corluka
Im ersten Spiel der Kroaten gegen die Türkei musste Vedran Corluka gleich dreimal wegen einer Platzwunde am Kopf behandelt werden und auch gegen Tschechien trug der Innenverteidiger nach einem Zweikampf eine blutende Kopfwunde davon und kehrte wenig später in bekannter Optik mit einem Turban auf den Platz zurück.
Der Tweet zum Spiel:
Die Statistik: 4
Gleich vier Bälle gaben im Laufe der Partie ihren Geist auf und mussten ausgetauscht werden.
Die Höhepunkte:
20. Strinic zieht eine Flanke von links weit auf den zweiten Pfosten. Cech unterläuft die Kugel, doch Mandzukic ist so überrascht, dass er lediglich Cech aus kürzester Distanz anköpft.
36. Toller Angriff der Kroaten. Modric verlagert auf rechts. Über Perisic bekommt Rakitic den Ball. Dieser umkurvt Hubnik per Absatzkick und scheitert mit links aus acht Metern dann am glänzend reagierenden Cech.
37. TOOOR für Kroatien! Dieser Treffer war überfällig. Perisic geht mit Druck auf die tschechische Abwehr zu, präsentiert einen Übersteiger und netzt dann aus 17 Metern mit links rechts unten zum 1:0 ein.
42. Modric lässt Rosicky mit einem technisch feinen Heber ganz alt aussehen. Dieser kann sich nur mit einem Foul behelfen. Den fälligen Freistoß tritt Rakitic perfekt sieben Meter vor das Tor. Vida und Corluka stehen komplett frei, behindern sich aber so gegenseitig, dass dieser Hochkaräter verpufft.
59. TOOOR für Kroatien! Welch ein Aussetzer in der tschechischen Deckung. Im Spielaufbau spielt Hubnik Brozovic die Kugel indisponiert in die Füße. Dieser bedient direkt Rakitic, der ganz lässig das Spielgerät über Cech hinweg zum 2:0 ins Tor lupft.
62. Das ist bitter für Kroatien. Modric fasst sich an die Leiste und muss das Feld verlassen. Kovacic ersetzt den Star von Real Madrid.
66. Und die nächste Großchance der Kroaten. Kaderabek will gegen Perisic retten, legt die Kugel so aber perfekt für Mandzukic vor, der vom Strafraum aus freistehend den Ball über die Querlatte setzt.
76. TOOOR für Tschechien! So schnell kann es gehen. Mit der ersten gelungenen Aktion flankt Rosicky per Außenrist auf Skoda, der den Kopfball aus elf Metern herrlich rechts oben zum Anschlusstreffer versenkt.
90.+4 TOOOR für Tschechien! Und es gibt tatsächlich einen Elfmeter für Tschechien. Nach einem langen Schlag nimmt Vida im Luftduell die Hand zur Hilfe. Clattenburg zögert nicht und zeigt auf den Punkt. Necid hämmert die Kugel humorlos zentral unter den Querbalken zum nie für möglich gehaltenen 2:2.
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