EM 2016: Robert Lewandowski glaubt an Polen-Sieg gegen Deutschland

Robert Lewandowski und seine Polen wissen, wie's geht und wollen Deutschland erneut stoppen. "Wir haben in Warschau Geschichte geschrieben, als wir sie geschlagen haben, den Weltmeister! Was für eine Nacht", sagt der polnische Stürmerstar vor dem EM-Rendezvous mit den Deutschen in St. Denis. Für eine Wiederholung der Sensation will er sogar sein gutes Verhältnis zu Manuel Neuer und Co. vergessen:

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Fotocredit: Eurosport

Vorher soll der große Nachbar einen zweiten 11. Oktober 2014 erleben. "Uns ist klar, wie stark Deutschland ist", sagt Ausnahmestürmer Lewandowski, "aber bei so einem Turnier kann alles passieren." Wie vor 20 Monaten, als die Weiß-Roten die übermächtigen Deutschen während der EM-Qualifikation im 19. Duell erstmals bezwangen (2:0) - und ein ganzes Land in einen kollektiven Fußball-Rausch stürzten.

"Keine Angst, kein Stress!"

Wie damals soll die Erfolgsformel lauten: kühlen Kopf bewahren! "Keine Angst, kein Stress! Wir müssen auch Spaß haben", sagt Bayern-Angreifer Lewandowski. Am meisten Freude dürfte es ihm bereiten, wenn er seinem Klubkollegen Neuer einen einschenkt. Damals in Warschau blieb "Lewa" ein Tor verwehrt, sein Ehrentreffer beim 1:3 im Rückspiel war nicht viel wert.
"Wir kennen uns sehr gut", sagt Lewandowski, der es neben Neuer vor allem mit Jerome Boateng zu tun bekommt. Mit dem Klubkollegen geriet er in München beim Training schon mal heftig aneinander. "Das ist vergessen", meint der Bundesliga-Torschützenkönig und erfolgreichste Torjäger der EM-Qualifikation. Aber, klar: "Wir müssen versuchen, was zu machen." Genauer: er! Das polnische Spiel steht und fällt mit der Leistung des einzigen Weltstars.

Lewandowski glaubt an Sensation

Dessen Respekt vor den Deutschen ist groß.
Und die Polen? "Unsere Mannschaft ist eine explosive Mischung aus alter Garde und jungen Talenten", sagt Verbandspräsident Zbigniew Boniek. In den vergangenen beiden Jahren ging nur ein einziges Pflichtspiel verloren - gegen Deutschland.
Lewandowski glaubt dennoch an die Sensation im Stade de France. "Wenn wir eine Chance bekommen, können wir etwas schaffen", sagt er - und verzichtet dafür sogar auf die Unterstützung seiner Mama Iwona. "Ich bleibe in Warschau", erklärte sie, "wenn ich bei der EM wäre, hätte Robert Angst bei all dem, was da in Frankreich los ist. Er muss aber einen klaren Kopf haben, um gut zu spielen." Der 27 Jahre alte Filius solle sich "nur um Fußball Gedanken machen" - und die Deutschen.

Keeper fällt aus

Vor der wegweisenden Begegnung am Donnerstag (ab 21.00 Uhr im Liveticker) hielt sich Lewandowski in Polens EM-Lager im windumtosten La Baule am Atlantik zumeist im luxuriösen Mannschafts-Quartier auf, wenn er nicht auf den Trainingsplatz musste. "Wir werden kämpfen", verspricht der Kapitän im Namen seiner Kollegen, zu denen Dortmunds Lukasz Piszczek sowie die ehemaligen Bundesliga-Profis Jakub Blaszczykowski und Arkadiusz Milik zählen. Milik sorgte gegen Nordirland (1:0) mit seinem Treffer für den ersten polnischen EM-Sieg.
Doch die Deutschen sind ein ganz anderes Kaliber als die biederen Underdogs der Gruppe C. "Wir wollen keine großen Töne spucken", sagt der frühere Weltklassemann Boniek deshalb. Zumal Torhüter Wojciech Szczesny wegen einer hartnäckigen Oberschenkelprellung ausfällt.
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