EM 2016 - Rückkehr nach St. Denis: Hooligan-Angst vor Risikospiel gegen Polen

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Rechte Hooligans machen seit Monaten mobil, die Pariser Polizei ist längst am Limit, es herrscht Alarmstufe Rot: Wenn am Donnerstag die deutsche Nationalmannschaft sieben Monate nach den Terror-Anschlägen von Paris ins Stade de France zurückkehrt, wird die Arena zum Hochsicherheitstrakt. Es droht ein unruhiger Abend.

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"Bei deutschen Hooligans vor allem aus dem rechtsradikalen Lager wird schon lange für dieses Spiel mobil gemacht", sagt Fanforscher Gunter A. Pilz im SID-Interview. Da auch polnische Schläger die Begegnung in St. Denis (ab 21.00 Uhr im Liveticker) ins Auge gefasst hätten, sei "mit dem Versuch eines größeren Aufmarsches" zu rechnen.

De Maizière verspricht Unterstützung

Bundesinnenminister Thomas de Maizière betonte am Mittwoch noch einmal sein volles Vertrauen in die französischen Sicherheitsbehörden. "Sie brauchen die volle Unterstützung nicht nur des französischen Volkes, die vorliegt, sondern auch von uns", sagte der für den Sport zuständige Bundesminister in Paris, wo er die bei der EM eingesetzte deutsch-französische Polizeidelegation traf. Die jüngste Randale auch deutscher Fans nannte de Maizière "empörend".
Die als Hochrisikospiel eingestufte Partie kommt dennoch zum ungünstigsten Zeitpunkt. In Paris gilt derzeit die höchste Alarmbereitschaft, der jüngste Polizistenmord hat die Lage noch einmal verschärft - zumal der Attentäter zu weiteren Anschlägen während der EM aufrief. Am Rande einer Großdemonstration gegen die Arbeitsmarktreform kam es am Dienstag zudem zu Krawallen. 73 Randalierer wurden festgenommen, der Eiffelturm für Besucher geschlossen.

Offene Rechnung

Das Problem: Aus Sicht deutscher Hooligans ist Polen der reizvollste Gegner der Vorrunde, beide Seiten wollen ihrem fragwürdigen Ruf gerecht werden. Zudem gibt es offene Rechnungen. Beim WM-Vorrundenduell 2006 in Dortmund etwa wurden 429 Randalierer in Gewahrsam genommen, es gab 31 Verletzte. Die Polizeipräsenz wird sowohl in der Pariser Innenstadt als auch im Vorort St. Denis riesig sein.
Hinzu kommt die Erinnerung an die Terrornacht im November, die das deutsche Team in der Kabine durchzittern musste. Mut macht immerhin, dass die bisherigen zwei EM-Spiele im Stade de France reibungslos über die Bühne gingen. Die Sicherheitskräfte scheinen aufmerksam, vor der Partie zwischen Irland und Schweden (1:1) wurde ein verdächtiges Paket entdeckt, ein Eingangstor sofort geschlossen. Fehlalarm.

Krawallmacher aus Ostdeutschland erwartet

Bleibt das Hooligan-Problem. Vor allem aus Ostdeutschland werden wohl viele Fans der härteren Sorte den Weg nach Paris suchen. Schon in Lille waren vor dem EM-Spiel gegen die Ukraine vor allem Krawallmacher aus Dresden negativ aufgefallen. Es sei "bekannt, dass die rechtsradikalen Szenen gerade aus den östlichen Bundesländern" das Spiel im Visier hätten, sagt Pilz.
Knapp 700 so genannte "Gefährder" wurden daher an den vergangenen Tagen besucht und angesprochen, wie der deutsche Polizeioberrat Uwe Ganz am Mittwoch in Paris berichtete: "Da klingeln Polizeibeamte und sagen: Wir kennen dich, wir haben dich im Blick, bleib besser zu Hause." Wie viele der Krawallmacher am Ende trotzdem nach Paris fahren, ist offen.
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