Der Weltranglistenerste Belgien wurde in Halbzeit eins nicht wirklich gefordert. In der Anfangsphase passierte auf dem Rasen nicht viel. Unter gütiger Mithilfe der russischen Defensive rappelte es aber dennoch bereits in der zehnten Minute im Tor von Anton Shunins. Dries Mertens flankte von der rechten Außenbahn in den Sechzehner, wo es Andrey Semyonov nicht schaffte, zu klären. Der Ball landete bei Romelu Lukaku, der aus zwölf Metern flach zum 1:0 ins lange Eck schoss.
Die Belgier hatten deutlich mehr Ballbesitz, schafften es aber nicht allzu oft, die vielen Aktionen mit dem Ball am Fuß in zwingende Torchancen umzumünzen.
In der 27. Minute wurde Borussia Dortmunds Thomas Meunier für den verletzten Timothy Castagne ins Spiel gebracht. Sieben Minuten später stach der belgische Joker zu. Shunin sah im Anschluss an eine Flanke von Thorgan Hazard nicht gut aus, da er den Ball zentral nach vorne abwehrte. Dort lauerte Meunier, der innerhalb des Strafraums unbedrängt flach zum 2:0 einschoss. Mit diesem Ergebnis ging es in die Kabinen.
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Die Halbzeitansprache des russischen Cheftrainers Stanislav Cherchesovs fruchtete scheinbar, denn die Sbornaja spielte nach dem Seitenwechsel zunächst forsch nach vorne. Belgien tauchte in den ersten 15 Minuten des zweiten Durchgangs nicht erwähnenswert in der Offensive auf.
Als eine Stunde absolviert war, begann eine Phase, in der das Tempo nicht sehr hoch war. Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld. Torchancen waren bis in die Schlussphase Mangelware.
Wenige Minuten vor dem Ende der Partie machte Lukaku mit seinem Treffer zum 3:0 den Deckel drauf. Der Torjäger von Inter Mailand wurde über rechts durch Meunier per Vertikalpass bedient. Dort ließ er Igor Diveev aussteigen und schoss im Strafraum flach ins kurze Eck (88.). Der Endstand in dieser Partie.

Die Stimmen zum Spiel:

Roberto Martínez (Trainer Belgien): "Wir kannten die Muster und die wirkliche Bedrohung der russischen Mannschaft. Es spielt keine Rolle, welche Formation sie spielen. Sie haben die echte physische Präsenz von Dzyuba, der Spieler wie Golovin ins Spiel bringen kann."
Romelu Lukaku (Belgien): "Wenn wir in diesem Turnier weit kommen wollen, müssen wir es besser machen als heute Abend. Wir waren in der zweiten Halbzeit zu schlampig. Wir werden uns in diesem Turnier noch steigern müssen. Aber dieser Sieg fühlt sich gut an, und wir können an das nächste Spiel denken."
Toby Alderweireld (Belgien): "Wir standen unter Druck, sind aber richtig damit umgegangen. Wenn man gegen Russland dreimal trifft, kann man zufrieden sein."

Der Tweet zum Spiel:

Noch nie zuvor traf ein eingewechselter Spieler bei einer Europameisterschaft in der ersten Halbzeit.

Das fiel auf: Drei verletzungsbedingte Auswechslungen vor der Pause

Es war erst eine Minute absolviert, als sich Dmitriy Barinov wehtat und behandelt wurde. Nach kurzer Zeit konnte er allerdings wieder am Geschehen teilnehmen. Drei andere Spieler wurden hingegen verletzungsbedingt noch vor der Pause ausgetauscht.
Timothy Castagne und Daler Kuzyaev prallten in der 25. Minute mit den Köpfen aufeinander. Ersterer wurde medizinisch versorgt und in der 27. Minute ausgewechselt. Kuzyaev machte zunächst weiter, hatte in der 30. Minute aber ebenfalls Feierabend. Oldie Yury Zhirkov wurde in der 43. Minute ebenfalls angeschlagen ausgetauscht, nachdem er sich wenige Minuten zuvor ohne gegnerische Einwirkung Schmerzen am Knie zuzog.
Trotz der vielen Verletzungen war es keineswegs ein überhartes oder unfaires Spiel. Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz zückte kein einziges Mal die Gelbe Karte.

Die Statistik: 1

Fünfmal standen sich die russische und die belgische Nationalmannschaft bisher bei einer Weltmeisterschaft im direkten Duell gegenüber. An diesem Tag trafen beide Länder allerdings erstmals bei einer Europameisterschaft aufeinander.
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