Die Europameisterschaft steht vor der Tür. Im vergangenen Jahr musste das Turnier noch wegen der Corona-Pandemie verschoben werden, doch mit zwölf Monaten Verspätung kann es endlich losgehen.
Eurosport wirft im Vorfeld des paneuropäischen Turniers einen Blick auf einige EM-Favoriten: Frankreich, Italien, Spanien, England und Deutschland.
Maxime Dupuis von Eurosport Frankreich bewertet die Chancen der Équipe Tricolore, die bei der WM 2018 in Russland den Titel geholt hatte.
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Auch bei der EM gehören die Franzosen zu den großen Favoriten. Mit Kylian Mbappé haben sie zudem sicherlich einen der Topstars des Turniers in ihren Reihen.

Der Kader

Die große Überraschung ist natürlich die Rückkehr von Karim Benzema. Nach fünfeinhalb Jahren wurde er wieder nominiert. Durch den Stürmer verändert sich einiges in der Mannschaft. Gerade im Angriff, der jetzt Benzema - Kylian Mbappé - Antoine Griezmann heißen könnte.
Funktioniert dieses Trio besser als mit Olivier Giroud? Das ist schwer zu sagen, aber es verändert die DNA der Mannschaft. Es fehlt auch kein wichtiger Spieler. Es sind 26 Spieler und für alle ist Platz - mit Ausnahme von Eduardo Camavinga.
Im letzten Vorbereitungsspiel gegen Bulgarien am Dienstag schoss sich der Weltmeister schon einmal für das Duell mit Deutschland (15. Juni ab 21:00 Uhr) warm. Dank Toren von Griezmann (29. Minute) und Giroud (83./90.) gewannen die Franzosen 3:0 (1:0).
Sorgen macht allerdings Stürmer Benzema. Der 33-Jährige musste in der 39. Minute wegen Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden und droht somit für den EM-Auftakt gegen Deutschland auszufallen.

Karim Benzema (rechts) wurde von Didier Deschamps in die Nationalmannschaft zurückgeholt

Fotocredit: Getty Images

Der Trainer

Didier Deschamps steht in Frankreich für Erfolg. Eine Statistik sagt alles: Er ist neben Franz Beckenbauer und Mário Zagallo der Einzige, der sowohl als Spieler als auch als Trainer eine Weltmeisterschaft gewonnen hat. Der 52-Jährige ist seit 2012 Trainer der Équipe Tricolore und macht keine Anstalten aufzuhören. Er genießt es im Herz des französischen Fußballs zu arbeiten. Man könnte ihn den Joachim Löw Frankreichs nennen.

Der Superstar

Kylian Mbappé ist der unumstrittene Superstar im Team. Er war in dieser Saison für PSG einfach überragend. Der 22-Jährige läuft vermutlich auf der linken Seite auf, dort ist seine ideale Position. Bereits in seinem jungen Alter reißt er die ganze Mannschaft mit, besonders im Angriff mit Benzema und Griezmann, dem Genie im Team.

Der Nachwuchsstar

Kylian Mbappé! Wer sonst? Die Gründe dürften hinreichend bekannt sein.

Ein Spieler, der noch (eher) unbekannt ist

Da so ziemlich alle französischen Spieler international in verschiedenen Ligen spielen, gibt es wohl kaum einen, den die europäischen Fans nicht kennen. Das gilt auch für Jules Koundé, den Neuen in der Mannschaft.

So könnten sie spielen

Frankreich hat die WM 2018 mit einer asymmetrischen 4-2-3-1-Aufstellung gewonnen. Damals agierte noch Blaise Matuidi als Linksaußen. Es ist eine sichere Taktik, die bei Les Bleus immer noch am besten funktioniert.
Deschamps hat zwar im vergangenen Jahr einige Dinge ausprobiert - allerdings ohne Erfolg. Dennoch ist es möglich, dass er mit Benzema eher ein 4-3-3-System spielen lässt. Nun heißt es abzuwarten.

Prognose

Auf dem Papier ist die französische Mannschaft der große Favorit. Auf dem Platz wird sich das noch zeigen müssen. Die Rückkehr von Benzema ist selbstverständlich ein Bonus. Der 33-Jährige war zuletzt aber angeschlagen. Frankreich bleibt eine schlagkräftige Mannschaft, die eine hohe Effektivität hat. Das ist in ihrer DNS. Das Ziel ist wie immer mindestens das Halbfinale.
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So begründet Deschamps die Benzema-Rückkehr

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