EM - Leroy Sané: Ballack, Effenberg und Babbel kritisieren hat den Bayern-Star der deutschen Nationalmannschaft scharf

Nach dem Achtelfinaleinzug der deutschen Nationalmannschaft bei der EURO 2020 hat Michael Ballack Zwischenbilanz gezogen. Der Ex-DFB-Kapitän kritisierte dabei vor allem die jüngsten Leistungen von Leroy Sané. "Er hat genug Chancen bekommen, die er nicht genutzt hat", merkte der 44-Jährige in seiner Kolumne beim "Sportbuzzer" an, in der er außerdem für einen Personalwechsel beim Turnier plädierte.

Leroy Sané bei der Euro 2020.

Fotocredit: Getty Images

Der Bundestrainer müsse daher in seinen letzten Spielen entscheiden, wie er mit dem Angreifer umgehe. "Er ist so ein toller Fußballer, der sein Potenzial leider viel zu selten abruft", beklagte Ballack.
Als Gegenbeispiel hebt der Ex-Profi Youngster Jamal Musiala hervor, der entscheidend am 2:2-Endstand gegen Ungarn beteiligt war. "Bei dem Jungen hat man gemerkt, dass man ihn jederzeit reinwerfen kann", betonte er.
Vor dem Achtelfinale sprach Ballack ein Sonderlob an Leon Goretzka aus, der die Löwe-Elf mit seinem Treffer in die K.o.-Runde gerettet hatte.
"Er tut der Mannschaft gut, weil er etwas mitbringt, was uns fehlt, mit seiner Dynamik und Körperlichkeit", sagte der frühere Bayer-04-Profi.

Ballack macht sich für Goretzka stark

Der Mittelfeld-Star habe sich laut dem Fußball-Experten "eindrucksvoll zurückgemeldet" und dürfe Ansprüche stellen. "Ich sehe ihn für den Rest des Turniers im Team", machte Ballack deutlich.
Kritik übte der Ex-Profi an der mangelnden Flexibilität der deutschen Akteure: "Leider haben wir eine Vielzahl von Spielern, die das nicht gelernt haben und an ihre Grenzen stoßen, wenn man die Spiele in schwierigen Situationen mit anderen Mitteln gewinnen muss, als eigentlich geplant war."
Auf das Achtelfinalspiel am Dienstag gegen England (ab 18.00 Uhr im Ticker) blickt er mit Skepsis. "Wir tun uns immer schwer, wenn es gegen Nationen geht, die über die Mentalität und die Zweikämpfe kommen. Auch wir haben Jungs, die diese Eigenschaften mitbringen, aber zu wenige", schrieb der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän in seiner Kolumne.
Dazu trägt nach Ballacks Meinung auch die Herangehensweise des scheidenden Bundestrainers Joachim Löw bei.
"Grundsätzlich finde ich es gut, wenn man sein Ding durchzieht, wenn man von seiner Idee überzeugt ist. Bei Jogi Löw habe ich aber den Eindruck, dass er dies erst recht macht, wenn von außen Veränderungen diskutiert werden", so Ballack. Außerdem gab er zu bedenken: "Wenn man erst drei Weltmeister aussortiert und dann zwei zurückgeholt, macht das auch etwas mit einer Mannschaft."

Babbel über Sané: "Eine Saison zum Vergessen"

Was die Personlie Sané betrifft, schlägt auch der ehemalige Nationalspieler Markus Babbel in eine ähnliche Kerbe wie Ballack.
"Er ist im Moment einfach nicht in der Form und in der Verfassung, um der Mannschaft helfen zu können", kritisierte er die Leistung des von 50-Millionen-Euro-Mann von Bayern München gegen Ungarn bei "Ran.de".
Der Europameister von 1996 vermutete: "Da ist mental eine Blockade da, die er im Moment einfach nicht lösen kann".
Die vorhandene Qualität des Angreifers sei jedoch unbestritten, so Babbel: "Aber wenn ich mir seine ganze Saison anschaue, war das eine Saison zum Vergessen. Und das spiegelt sich jetzt auch in der Nationalmannschaft wider", äußerte der einstige Innenverteidiger.

Effenberg: "Löw darf Sané nicht mehr von Beginn an aufstellen"

Stefan Effenberg riet Löw indes dringend davon ab, bei der EM weiter auf Sané zu setzen. "Sané ist immer noch nicht angekommen in der Nationalmannschaft. Bis heute", schreibt Effenberg in seiner Kolumne für "t-online".
Seine Schlussfolgerung lautet daher: "Löw darf Sané in dieser Form bei der EM nicht mehr von Beginn an aufstellen. Er tut der Mannschaft damit keinen Gefallen, aber auch Sane selbst nicht. Ihm fehlt das Selbstbewusstsein - und das führt dazu, dass er seine eigentlich fantastischen Fähigkeiten nicht einbringen kann."
Der Münchner Flügelstürmer stand beim 2:2 im Gruppenfinale gegen Ungarn erstmals im Turnier in der Startelf. Dabei habe er laut Effenberg "über die gesamte Spielzeit einen unglücklichen Eindruck" gemacht.
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(mit SID)
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Löw verrät: Das habe ich der Mannschaft in der Pause gesagt

Quelle: Perform

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