Frankreich nahm die Favoritenrolle an und spielte mit hohem Druck nach vorne. Les Bleus schafften es, ihre vielen Ballaktionen in einige gute Torchancen umzumünzen. Diese vergaben sie allerdings, hauptsächlich aufgrund der mangelnden Präzision im Abschluss.
Die Deschamps-Elf schoss im ersten Durchgang siebenmal, nur einmal davon wurde der Ball auf den Kasten befördert. Ungarn schloss im selben Zeitraum hingegen dreimal ab. Zweimal davon wurde der Ball aufs Tor platziert, einmal landete er auch darin.
Und zwar kurz vor dem Pausenpfiff. Attila Fiola bediente in der zweiten Minute der Nachspielzeit Roland Sallai, der per Kopf zu seinem Passgeber spielte. Dieser drang mit schnellen Schritten in halblinker Position vertikal in den Strafraum ein und schoss flach zum 1:0 ins kurze Eck. Mit dieser überraschenden Führung des Underdogs ging es in die Kabinen.
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Gleiches Bild nach dem Seitenwechsel. Frankreich stellte das dominante Team und ermöglichte sich einige gute Abschlusssituationen. Ungarn fokussierte sich auf die Defensivarbeit und lauerte auf schnelle Gegenzüge, die sich ab und an ergaben.
In der 59. Minute erarbeitete sich die Équipe Tricolore ihre bis zu diesem Zeitpunkt beste Chance, die der kurz zuvor eingewechselte Ousmane Dembélé vergab, indem er von der Strafraumgrenze an den Außenpfosten wuchtete.
Anschließend drückten die Franzosen weiter in Richtung gegnerisches Tor und glichen verdient aus. Keeper Hugo Lloris fand in der 66. Minute Kylian Mbappé mit einem weiten Abschlag. Dieser setzte sich in der rechten Sechzehnerhälfte durch und passte flach nach innen, wo Willi Orbán mit seiner Klärungsaktion scheiterte. Der Ball landete bei Antoine Griezmann, der aus geringer Entfernung per Direktabnahme zum 1:1 traf.
Die Ungarn verteidigten bis in die Schlussphase, in der Frankreich alles nach vorne warf, couragiert im Kollektiv und brachten das 1:1 über die Zeit. Eine Überraschung, die für zusätzliche Spannung in der vielmals als Todesgruppe titulierten Gruppe F sorgt.

Die Stimmen zum Spiel:

Attila Fiola (Ungarn): "Wir haben ein fantastisches Ergebnis mit einem tollen Mannschaftsspiel erzielt. Ich bin stolz auf die Mannschaft, aber auch auf die Fans. Das ist einer der schönsten Tage in meinem Leben."
Didier Deschamps (Nationaltrainer Frankreich): "Die Ungarn haben das Spiel ihres Lebens gezeigt. Gut für sie."
Hugo Lloris (Kapitän Frankreich): "In dieser Art von Spiel - sobald der Gegner in Führung geht - wird es kompliziert, weil sie sehr gut organisiert waren. Sie waren mit dem Herzen dabei."

Der Tweet zum Spiel:

Frankreich schoss in diesem Turnier bislang erst fünfmal aufs gegnerische Tor. Einmal gegen das DFB-Team, viermal gegen die Magyarok. Immerhin zwei Treffer gelangen den Les Bleus dabei.

Das fiel auf: Höchststrafe für Dembélé?

In der 54. Minute hatte Adrien Rabiot Feierabend. Der französische Übungsleiter Didier Deschamps, dessen Mannschaft zu diesem Zeitpunkt 0:1 zurücklag, brachte den offensiveren Dembélé, der wenige Minuten vor dem Ende der Partie wieder vom Platz geholt wurde (87.). Doch was zunächst nach einer Höchststrafe für den ehemaligen Dortmunder aussah, hatte vermutlich verletzungsbedingte Gründe. Beurteilt man den Gesichtsausdruck des 24-jährigen Flügelflitzers nach seiner Auswechslung, kann man zumindest darauf schließen. In den 30 Minuten, in denen Dembélé auf dem Platz war, konnte er sich nicht besonders für weitere Einsatzminuten empfehlen. Nach seinem Pfostenknaller in der 59. Minute tauchte er nicht mehr erwähnenswert in der Offensive auf - gegen den Ball wurde er ohnehin kaum gefordert.

Die Statistik: 5

Nach wettbewerbsübergreifend fünf aufeinanderfolgenden Siegen ohne Gegentor riss diese beeindruckende Serie des französischen Nationalteams.
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