Gleich zum Auftakt der Gruppe D kam es zum Topspiel zwischen den Mitfavoriten England und Kroatien. Gerade bei den Three Lions ist die Hoffnung groß, in vier Wochen im Wembley-Stadion das Finale bestreiten zu dürfen.
Und nach nur wenigen Minuten hatten die Engländer auch schon die erste große Chance. Raheem Sterling schaltete nach einem Ballgewinn schnell um und bediente Phil Foden.
Nach einem kurzen Haken schlenzte der 21-Jährige auf das lange Eck, wo der Ball vom Pfosten zurück ins Feld sprang (6.). Kurz darauf zog Kalvin Phillips nach einem Eckball aus dem Rückraum ab, scheiterte aber an Dominik Livakovic (9.).
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Auch danach gelang es den Kroaten nur selten, für Entlastung zu sorgen. Immer wieder suchten die Engländer den Ball in die Spitze und ließen ihren Gegnern nur wenig Zeit zum Durchatmen.

England gegen Kroatien

Fotocredit: Getty Images

Die erste nennenswerte Torannäherung kam durch Ivan Perisic, der den Ball nach einer Flanke aber zu unsauber traf (27.). In dieser Phase gelang es den Kroaten erstmals, ihrerseits den Druck zu erhöhen, auch wenn keine nennenswerten Chancen heraussprangen.
So spielte sich das Geschehen bis zur Pause hauptsächlich im Mittelfeld ab. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff durfte es Kieran Trippier mit einem Freistoß von der Strafraumkante noch einmal probieren. Der in der Mauer stehende Perisic sprang aber hoch und köpfte den Ball zur Seite (43.).
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte passierte bis auf einen Distanzschuss von Luka Modric (55.) zunächst wenig. Dann aber zappelte der Ball plötzlich im Netz, weil England schnell in die Spitze gespielt hatte. Phillips verschaffte sich mit einem Haken Platz und steckte dann im richtigen Moment auf Sterling durch. Der 26-Jährige schob den Ball an Livakovic vorbei zum 1:0 ins Tor (57.).
Der Treffer brachte der Partie neues Leben. Harry Kane traf nach einer Flanke auf den langen Pfosten den Ball nicht richtig und krachte zudem noch mit der Schulter schmerzhaft gegen das Gehäuse (61.). Wenig später streifte ein Freistoß von Mason Mount das obere Tornetz (70.), während Sterling freistehend aus zehn Metern deutlich verzog (74.).
In der Schlussviertelstunde erhöhte Kroatien noch einmal den Druck, doch die englische Defensive hielt stand. Mit der letzten Aktion schoss Mario Pasalic nach einem Einwurf über das Tor (90.+5). So durften sich die Engländer über einen letztlich verdienten Sieg und einen guten Auftakt in diese Europameisterschaft freuen.

Die Stimmen:

Raheem Sterling (England): "Es fühlt sich natürlich super an zu treffen. Ich habe immer gesagt, dass ich auch ein Tor machen will, wenn ich mal in Wembley bei einem großen Turnier spiele. Das Zuspiel war natürlich perfekt. Das hat er (Kalvin Phillips, Anm. d. Red.) gut gemacht. Es ist großartig, zum Auftakt zu gewinnen und jetzt können wir den Blick auf die anderen Spiele richten. Es war eine lange Saison für mich, aber ich konnte nicht abwarten, hierher zu kommen und für England zu spielen."
Harry Kane (England): "Bei dieser Atmosphäre zu spielen, ist Irrsinn. Es ist super, dass die Fans wieder da sind."
Tyrone Mings (England): "Es war so perfekt, wie es nur sein konnte. Es war wichtig, einen guten Start hinzulegen. Wir wissen um die Gefahr, die sie darstellen können und wie schwer es hätte werden können. Es war großartig, vor unseren Heimfans zu spielen und das mit einem Sieg abzuschließen, ist perfekt."

Das fiel auf: Zwei gute Phasen reichen England

Es war eine Anfangsphase, die die Herzen englischer Fans höher schlagen ließ. Mit hohem Pressing eroberten die Three Lions die Bälle schon tief in der kroatischen Hälfte. Es folgten entweder schnelle Passstafetten oder ein Tempodribbling der agilen englischen Offensivspieler. So schien es nur ein Frage der Zeit zu sein, bis der Führungstreffer fiel.
Doch nach knapp 20 Minuten verpuffte das Powerplay der Mannschaft von Gareth Southgate. Die Engländer erlaubten Kroatien, ins Spiel zu finden, auch wenn diese nur wenig Gefahr ausstrahlten. In der zweiten Halbzeit bot sich ebenfalls zunächst kein Spektakel, bis fast aus dem Nichts der Führungstreffer fiel.
In den Minuten danach zeigten die Engländer dann auch nochmal das Gesicht der ersten Viertelstunde, ehe sie in der Schlussphase nur noch auf Ergebnisverwaltung bedacht waren. So reichten den Three Lions am Ende zwei gute Phasen, um gegen meist harmlose Kroaten einen Auftaktsieg einzufahren.

Der Tweet zum Spiel:

Wer sich auf englischer Seite auf Jadon Sancho gefreut hatte, wurde enttäuscht. Der Dortmunder schaffte es nicht in den 23-köpfigen Kader für den Spieltag. In den Phasen, in denen das Spiel im Mittelfeld stagnierte, vermisste manch einer seine Kreativität auf dem Feld.

Die Statistik: 17 Jahre 349 Tage

Um das Ergebnis abzusichern, brachte England-Coach Southgate in den Schlussminuten Jude Bellingham für Kane. Damit avancierte das BVB-Talent mit 17 Jahren und 349 Tagen zum jüngsten Spieler bei einer Europameisterschaft überhaupt.
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