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EURO 2020 | UEFA verschiebt Fußball-Europameisterschaft auf Sommer 2021
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Publiziert 17/03/2020 um 15:20 GMT+1 Uhr
Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat auf die Coronavirus-Pandemie reagiert und die für dieses Jahr geplante EM auf kommenden Sommer (11. Juni bis 11. Juli) verschoben. Das beschloss das UEFA-Exekutivkomitee am Dienstag nach einem Krisengipfel, an dem per Videoschalte unter anderem Vertreter aller 55 Mitgliedsverbände, der nationalen Ligen sowie der Europäischen Clubvereinigung ECA teilnahmen.
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Das Turnier sollte in diesem Jahr vom 12. Juni bis zum 12. Juli in zwölf Ländern ausgetragen werden, als deutscher Spielort war München vorgesehen.
"Es war wichtig, dass die UEFA als Dachverband des europäischen Fußballs den Prozess anführte und das größte Opfer brachte. Die Verschiebung der EURO 2020 ist für die UEFA mit enormen Kosten verbunden, aber wir werden unser Bestes tun, um sicherzustellen, dass die lebenswichtige Finanzierung des Breiten- und Frauenfußballs und die Entwicklung des Spiels in unseren 55 Ländern nicht beeinträchtigt wird", wurde UEFA-Präsident Aleksander Ceferin in einer Verbandsmitteilung zitiert.
Damit haben die nationalen Ligen nun den dringend benötigten Puffer, um die Saison noch im Sommer zuende spielen zu können. Die zuvor schon von vielen Seiten geforderte Entscheidung fällte das UEFA-Exekutivkomitee nach mehreren Videokonferenzen, an denen Vertreter aller 55 Mitgliedsverbände, der nationalen Ligen sowie der Europäischen Clubvereinigung ECA teilnahmen.
Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) stieß die Entscheidung auf breite Zustimmung. "Wir alle müssen die Gesundheit und das Leben von Menschen schützen, das gilt selbstverständlich auch für den Fußball. Deshalb ist es völlig richtig und alternativlos, die EURO zu verschieben", sagte Bundestrainer Joachim Löw. DFB-Präsident Fritz Keller lobte die UEFA, dass sie "ihrer Verantwortung gerecht geworden" ist.
Champions und Europa League setzen weiter aus
Der Spielbetrieb in Champions und Europa League, die derzeit unterbrochen sind, wird indes weiter ausgesetzt. Die für Ende März angesetzten Länderspiele sollen ebenso wie die Play-offs zur EM Anfang Juni ausgetragen werden, sofern es die Corona-Pandemie zulässt. Das Länderspiel der deutschen Mannschaft in Spanien am 26. März wurde abgesagt.
Die UEFA hatte zuvor Medienberichten widersprochen, wonach sie von den Vereinen und Ligen umgerechnet rund 300 Millionen Euro für eine Verschiebung der EM verlange.
Neben den Olympischen Spielen in Tokio (24. Juli bis 9. August), von deren Austragung die japanischen Organisatoren weiter ausgehen, war die EURO das bedeutendste Sportereignis dieses Jahres, die deutsche Nationalmannschaft sollte ihre Vorrundenspiele in München gegen Weltmeister Frankreich, Titelverteidiger Portugal sowie den Sieger eines Play-off-Turniers bestreiten.
Historische Entscheidung - FIFA zeigt sich hilfsbereit
Der 17. März geht nun als historischer Tag in die Geschichte der UEFA ein, noch nie wurde seit der Gründung 1954 zuvor eine EM verschoben.
Immerhin scheinen zwei Hindernisse, die durch die Verlegung entstanden, gleich aus dem Weg geräumt zu sein. Der Weltverband FIFA signalisierte seine Bereitschaft, die im Sommer 2021 in China geplante Klub-WM auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen und damit Platz für die EURO zu schaffen.
Auch die Frauen-EM in England (7. Juli bis 1. August) ist fürs kommende Jahr angesetzt, schwedische Medien brachten bereits eine Verlegung auf Sommer 2022 ins Spiel.
Aktuell kein Ligabetrieb in fast ganz Europa
Angesichts der raschen Verbreitung des Virus ruht derzeit in fast allen europäischen Ligen der Spielbetrieb. Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) hatte am Montag beschlossen, dass in der Bundesliga und 2. Bundesliga bis mindestens 2. April nicht gespielt wird.
Bis zuletzt hatte die UEFA trotzdem noch strikt am Terminkalender für die EURO festgehalten - dass dieser aufgrund der Verzögerungen in den nationalen Ligen nicht haltbar sein würde, hatte sich aber schon abgezeichnet.
Reisende Fans in Europa wären aktuell fatal
"Die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Sommer eine perfekte EM spielen, die ist vermutlich keine Zahl mehr vor dem Komma", hatte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Vortag des Krisengipfels gesagt. Auch die Vertreter der Bundesliga-Klubs hatten zuvor schon diese radikale Lösung der Verschiebung befürwortet. Bayern Münchens mächtiger Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge meinte:
Zu einer Gesinnungsänderung bei der UEFA dürfte auch geführt haben, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO das Coronavirus am vergangenen Mittwoch erstmals als Pandemie eingestuft hatte. Zehntausende Fans, die wegen der EM quer durch Europa reisen, wurden vor diesem Hintergrund zu einer Horrorvorstellung.
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(SID)
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