Nach dem historischen Auftaktsieg gegen Dänemark am Samstag – überschattet vom schrecklichen Zusammenbruch von Christian Eriksen – mussten die Finnen in Gruppe B in St. Petersburg gegen Russland ran. Die "Sbornaja" hingegen war nach der 0:3-Niederlage gegen Belgien am ersten Spieltag auf Wiedergutmachung aus.
Allerdings legte die Mannschaft von Stanislaw Tschertschessow beinahe einen Fehlstart hin. Nach Balleroberung in der russischen Hälfte fand Finnlands Jukka Raitala mit seiner Flanke den Siegtorschützen von Samstag, Joel Pohjanpalo, der den Ball aus 13 Metern ins linke Eck einnickte (3.). Nach Videobeweis nahm der niederländische Unparteiische Danny Makkelie den Treffer wegen einer Abseitsposition des Stürmers wieder zurück.
Anschließend übernahmen die Russen die Spielkontrolle und hatten ihrerseits eine erste gute Möglichkeit. Alexei Mirantschuk legte im Strafraum quer zu Magomed Osdojew, der den Ball allerdings freistehend aus sieben Metern halbrechter Position über das Tor löffelte (10.).
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Nach EM-Blamage: Russlands Trainer Tschertschessow entlassen
08/07/2021 AM 14:44
Danach flachte die Partie allmählich ab. Russland war bemüht, wurde aber selten einmal gefährlich. Finnland hingegen stand sehr tief und lauerte meist auf Kontermöglichkeiten.
Statt spielerischer Highlights gab es dagegen einen Schreckmoment. Russlands Mario Fernandes musste nach einem unglücklichen Aufprall auf einer Trage vom Platz gebracht werden (26.). Für ihn kam Wjatscheslaw Karawajew in die Partie.
Erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit durften die Zuschauer in St. Petersburg dann richtig jubeln. Nach Doppelpass mit Artjom Dsjuba schlenzte Mirantschuk den Ball aus zehn Metern halbrechter Position sehenswert in den linken Winkel (45.+2).
Mit Beginn der zweiten Halbzeit versuchte es Finnland noch einmal, kam aber außer in Person von Teemo Pukki nicht gefährlich zum Abschluss. Dessen Schuss aus 14 Metern wurde von Matwei Safonow im Nachfassen pariert (53.).
Russland hingegen kontrollierte das Geschehen, allerdings vergaben sowohl Aleksandr Golowin aus 20 Metern (52.), als auch der eingewechselte Rifat Schemaletdinow nach einem Steilpass (66.) gute Möglichkeiten zum 2:0. Kurz darauf verpassten die Russen in Überzahl die Entscheidung: Dsjuba bediente im Strafraum Daler Kusjajew, der den Ball aus 15 Metern halblinker Position aufs lange Eck schlenzte. Lukas Hradecky im Tor der Finnen parierte stark (72.).
Bei den Finnen war der Tank in der Schlussphase leer, Russland hingegen hatte in Person von Schemaletdinow noch eine gute Chance in der Nachspielzeit, der Joker jagte den Ball aus elf Metern allerdings über den Querbalken (90.+3).

Die Stimmen:

Paulus Arajuuri (Finnland): "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft heute. Natürlich hat Russland Qualität, aber wir hatten auch gute Torchancen. Ich weiß nicht, wie weit Joel [Pohjanpalo] im Abseits stand, aber es war so knapp. Es geht um die Feinheiten, und die waren heute nicht so, wie wir es wollten. Es gibt dir einen riesigen Energieschub, wenn du ein Tor schießt. Und wenn es nicht anerkannt wird, kostet es dich auch eine Menge Energie."
Markku Kanerva (Trainer Finnland): "Wir haben gut verteidigt, nach vorne haben wir uns gegenüber dem Spiel gegen Dänemark verbessert. Wir haben es nicht geschafft, ein Tor zu erzielen, aber wir hatten gute Situationen: Einige Schüsse, die knapp daneben gingen, andere wurden geblockt. Es war ein sehr enges Spiel."
Alexei Mirantschuk (Russland): "In dieser Phase war der Sieg das Wichtigste. Wir haben die Aufgabe erfüllt und machen weiter. Haben wir viele Chancen ausgelassen? So ist der Fußball. Es ist wichtig, dass wir uns Chancen herausspielen."

Der Tweet zum Spiel:

Nach dem Spiel am Samstag und den Ereignissen um Christian Eriksen schickte die finnische Mannschaft beim Aufwärmen noch einmal ihre Grüße nach Kopenhagen.

Das fiel auf: Stanislaw Tschertschessows Wechsel gehen auf

Gleich auf vier Positionen tauschte der russische Nationaltrainer seine Mannschaft im Vergleich zur Niederlage gegen Belgien am ersten Spieltag aus. So durften unter anderem Torhüter Matwei Safonow als auch Stürmer Alexei Mirantschuk von Beginn an ran. Und das zahlte sich aus. Vor allem die Hereinnahme Mirantschuks machte das Spiel der Russen im Vergleich zum ersten Auftritt weniger ausrechenbar. Kapitän Artjom Dsjuba, die klare Nummer neun im russischen Team, wurde durch Mirantschuk entlastet. Stattdessen glänzte Dsjuba eher als Ballverteiler, beziehungsweise machte die Kugel im entscheidenden Moment einmal fest. So legte Russlands Kapitän Mirantschuk auch dessen sehenswerten Treffer auf. Vielleicht hält Tschertschessow nach dem erfolgreichen Wechsel nun an dieser Aufstellung fest.

Die Statistik: Mehr Torbeteiligungen als Spiele

Dank seiner Vorlage ist Artjom Dsjuba nun an 22 Toren in den letzten 21 Auftritten für die russische Nationalmannschaft beteiligt.
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