EM: Hradecky-Eigentor leitet Finnland-Niederlage ein - Belgien feiert dritten Sieg im dritten Spiel

Finnland hat die große Überraschung verpasst, aus eigener Kraft ins Achtelfinale der EURO 2020 einzuziehen. In St. Petersburg unterlag das Team von Trainer Markku Kanerva Belgien mit 0:2 (0:0). Lukas Hradecky mit einem Eigentor (74.) und Romelu Lukaku (81.) bescherten den Belgiern den dritten Sieg im dritten Spiel. Finnland hat als Gruppendritter nur noch minimale Chancen auf ein Weiterkommen.

Finnlands Lukas Hradecky (rechts) erzielt ein Eigentor gegen Belgien

Fotocredit: Getty Images

In der gesamten ersten Halbzeit spielte im Grunde nur Belgien. Die Finnen konzentrierten sich in dem Wissen, dass ein Unentschieden zum Achtelfinaleinzug reichen könnte, auf die Verteidigung. Bei Belgien fehlten im Angriff lange das Tempo und die Bewegung, um die kompakte finnische Deckung knacken zu können. Zumeist wurde Romelu Lukas im Strafraum gesucht, die Flanken waren häufig aber viel zu unpräzise.
In der 12. Minute hatte Teemu Pukki die einzige Halbchance der Finnen. Der Stürmer wurde flach von links angespielt, brauchte im Strafraum bei der Ballannahme allerdings zu lange.
Ab Mitte der ersten Halbzeit wurden die Angriffsbemühungen der Belgier konkreter. Kevin De Bruyne zog mal dynamisch in den Strafraum, fand mit seiner Hereingabe aber keinen Mitspieler (23.), in der 32. Minute hatte Axel Witsel viel Platz an der Strafraumgrenze, schoss aber deutlich über das Tor. Eine Minute später machte es Leandro Trossard etwas besser, sein Distanzschuss streifte knapp über die Latte.
In den Minuten danach versprühte vor allem Jérémy Doku viel Offensivdrang. In einen Schuss von außerhalb des Strafraums warf sich Paulus Arajuuri (35.), vier Minuten später bediente er Lukaku stark von der linken Seite. Dessen Schuss wurde aber geblockt.
In der 42. Minute hatte Doku dann die beste Chance der ersten Halbzeit. De Bruyne schickte ihn über die linke Seite, nach einem Haken zog er halblinks im Strafraum ab, seinen Schuss aufs rechte untere Eck hielt Finnlands Torwart Lukas Hradecky aber stark. Danach erspielte sich Belgien bis zum Pausenpfiff trotz drückender Überlegenheit keine weitere Torchance mehr.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit schafften es die Belgier nicht, an die druckvolle Phase vor dem Seitenwechsel anzuknüpfen. In der 48. Minute hatten die Roten Teufel einen schönen Angriff über Lukaku, De Bruyne und Trossard, Finnland klärte aber zur Ecke. In der 58. Minute führte Belgien eine Ecke schnell aus und Hazard kam frei im Sechzehner zum Abschluss, sein Schuss war aber zu harmlos.
Finnland hatte in der zweiten Halbzeit nur eine gute Chance, in der 62. Minute wurde Glen Kamara im Strafraum angespielt, platzierte den Schuss aber zu mittig. Nur eine Minute später hatte Hazard eine große Torgelegenheit, nach einem Pass von Axel Witsel schoss er aus kurzer Distanz flach aufs Tor, Hradecky hielt stark.
Wiederum nur drei Minuten später jubelten die Belgier, nachdem Lukaku nach einem starken Schnittstellenpass von De Bruyne ins untere rechte Eck geschossen hatte, der VAR entschied aber auf Abseits (65.).
In der 74. Minute gingen die Belgier dann aber doch in Führung. Nach einer Ecke köpfte Thomas Vermaelen per Aufsetzer an die Latte, von dort sprang der Ball erst auf den Boden und dann von Hradeckys Hand ins Tor – ein ganz bitteres Gegentor für den bis dahin starken finnischen Schlussmann.
In der 81. Minute entschied Lukaku dann die Partie. Einen Pass von De Bruyne nahm er mit dem Rücken zum Tor an, drehte sich und schoss leicht abgefälscht ins Tor. Als Gruppensieger trifft Belgien auf einen Gruppendritten. Finnland muss hingegen um das Weiterkommen zittern.

Die Stimmen zum Spiel:

Kevin De Bruyne (Belgien): "Es war heute ein schweres Spiel. Wir wussten, dass Finnland sehr kompakt spielen würde und schwer zu knacken sein würde. Aber von dem Moment an, als wir ein Tor geschossen haben, wussten wir, dass sie rauskommen müssen und es war offener. Unsere zweite Halbzeit war viel besser."
Tim Sparv (Finnland): "Ich bin extrem enttäuscht. Wir haben sehr gut verteidigt, wir haben wirklich hart gearbeitet. Ich hatte mir mehr erhofft, aber es würde mich nicht wundern, wenn wir Belgien im Finale sehen werden."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Belgiens Offensive ist der Trumpf

Die Nationalmannschaft Belgiens gilt schon seit Jahren als Geheimfavorit auf den Titel bei einem Großturnier. Bislang schafften es die Roten Teufel aber noch in kein Finale. Auch bei der EURO 2020 ist das Team wieder ein Anwärter auf den Triumph – die Gruppenphase mit drei Siegen aus drei Spielen hat diesen Anspruch untermauert.
Die große Stärke der Belgier ist das Offensivspiel. Eden Hazard nutzte das Spiel gegen Finnland, um weiter Spielpraxis zu sammeln. Kevin De Bruyne spielte viele starke Pässe, Romelu Lukaku strahlte im Strafraum viel Torgefahr aus – und mit Jérémy Doku ist ein Offensivspieler im Kader, der ebenfalls viel Dynamik in das Spiel bringt. Spielt die Offensive weiter auf diesem Niveau, könnte es in diesem Jahr zum großen Wurf reichen.

Die Statistik: 3

Romelu Lukaku erzielte gegen Finnland sein drittes Turniertor. Der 28-Jährige überzeugt bei der EURO 2020 aber nicht nur mit eigenen Treffern, sondern ist ein ganz wichtiger Faktor im gesamten Offensivspiel der Belgier. Das zeigte der Spieler von Inter Mailand auch gegen Finnland.
Klar, häufig wurde er wegen seiner physischen Präsenz als Zielspieler im Strafraum gesucht, doch Lukaku spielte auch kluge Pässe, machte Bälle fest und legte clever ab und sorgte so für Torchancen seiner Mitspieler. Mit dieser Spielweise dürfte er auch in der K.o.-Phase für viele Abwehrreihen ein unangenehmer Gegenspieler sein.
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Quelle: Perform

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