Während die Niederlande zum Auftakt die Ukraine in einem spektakulären Spiel mit 3:2 geschlagen hatte, entschieden die Österreicher ihr Duell gegen Nordmazedonien mit 3:1 für sich. Das hieß im Klartext: Wer heute gewinnt, steht mit dann sechs Punkten bereits sicher im Achtelfinale.
Das Team von Franco Foda war bemüht, in den ersten Minuten mitzuspielen. Nach nicht einmal zehn Minuten gab es aber bereits den ersten mentalen Knacks. David Alaba war Denzel Dumfries in der rechten Strafraumecke nach einem technischen Fehler auf den Fuß getreten, woraufhin der Kapitän von der PSV Eindhoven zu Fall kam. Schiedsrichter Orel Grinfeld schaute sich die Szene nach VAR-Eingriff an und zeigte ziemlich schnell auf den Punkt – eine klare und richtige Entscheidung des israelischen Unparteiischen.
Memphis Depay trat an und jagte die Kugel in die untere linke Ecke. Österreichs Torwart Daniel Bachmann war zwar unterwegs in die richtige Richtung, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern. Oranje führte mit 1:0 (11.). Alaba sah für seinen regelwidrigen Einsatz zudem die Gelbe Karte.
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Die Elftal gab sich damit aber nicht zufrieden und ging auf das 2:0. Nach einem langen Einwurf entwischte Torschütze Depay seinen Bewachern Alaba und Aleksandar Dragovic und setzte das Spielgerät aber aus halbrechter Strafraumposition mit Dampf an das Außennetz (24.).
Eine noch dickere Gelegenheit eröffnete sich dem Stürmer von Olympique Lyon, der sich auf dem Sprung zum FC Barcelona befindet, fünf Minuten vor der Pause. Patrick van Aanholt schlug einen präzisen Diagonalball auf Wout Weghorst, der überraschend an den zweiten Pfosten weiterleitete. Dort war Depay vom etwas unsauberen Zuspiel überrascht und konnte den Ball aus fünf Metern nicht mehr im Tor unterbringen (40.).
Mehr als einen Distanzschuss von Martin Hinteregger, der aus 20 Metern mit Wucht einen Meter über die Latte flog, konnte Österreich im ersten Durchgang nicht verbuchen. So blieb es beim 1:0 für die Niederlande zur Pause.
Österreich kam etwas verbessert aus der Kabine, gefährlich wurde es für die Niederlande aber nicht. Stattdessen erhöhte die Elftal nach etwas mehr als 60 Minuten beinahe auf 2:0, doch Bachmann parierte einen Kopfball von Stefan de Vrij aus vier Metern glänzend, Michael Gregoritsch verhinderte anschließend Matthijs de Ligts Treffer im Nachschuss (61.).
Nach dieser Szene wurde munter durchgewechselt. Unter anderem kam Donyell Malen aufseiten der Oranje für Weghorst. Es dauerte nicht lange bis Malen im Mittelpunkt stand. Depay schickte den frischen Joker mit einem Pass in die Tiefe, der wiederum legte vor Bachmann gekonnt quer auf Dumfries. Der 1,88m-Mann hielt den Fuß hin, Bachmann war noch dran, was aber nichts mehr am 2:0 änderte (67.).
Anschließend verflachte die Partie etwas, ehe Österreich-Kapitän Alaba mit der Brechstange aus 20 Metern knapp den rechten Pfosten verfehlte (81.). Der eingewechselte Karim Onisiwo versuchte es vier Minuten vor Schluss noch mal per Kopf, doch der Versuch landete in den Armen von Torwart-Oldie Maarten Stekelenburg.
Somit blieb es bei einem souveränen, aber glanzlosen 2:0-Erfolg der Elftal, der den Niederländern nicht nur den Gruppensieg, sondern auch den Achtelfinaleinzug sicherte.

Die Stimmen zum Spiel:

Denzel Dumfries (Niederlande): "Das Wichtigste sind die drei Punkte, aber es ist natürlich schön, getroffen zu haben. Der Fokus liegt aber woanders: Wir wollen mehr! Heute haben wir es souveräner gespielt als noch gegen die Ukraine und mehr Chancen gehabt. Der Sieg ist verdient."
David Alaba (Österreich): "Der Elfmeter hat uns nicht aus dem Tritt gebracht, aber war natürlich bitter. Ich bin ein bisschen zu aggressiv hingegangen. Danach haben wir weiter versucht, mutig unser Spiel durchzuziehen und hochzustehen. Im letzten Angriffsdrittel hatten wir aber zu wenige Lösungen parat. Uns haben die Tiefenläufe gefehlt und wir haben den Ball vorne nicht lang genug gehalten. Jetzt fahren wir nach Bukarest, um drei Punkte gegen die Ukraine zu holen."

Der Tweet zum Spiel:

Eine Co-Produktion zweier PSV-Akteure führte zum verdienten 2:0. Denzel Dumfries ist bislang der Spieler des Turniers in Reihen der Holländer – das war so nicht unbedingt zu erwarten und lässt das Herz des eigenen Klubs natürlich höher schlagen

Das fiel auf: Disziplinierte Niederländer schlagen braves Österreich

Christoph Baumgartner und Hinteregger verstärkten immer wieder die linke Seite von Andreas Ulmer. Zwar war die Außenbahn deshalb wesentlich belebter als die verwaiste rechte Seite von Konrad Lainer, vor wirkliche Probleme stellte das die Oranje-Defensive aber nicht. Auch in der Spitze stimmte die Abstimmung nicht, denn Gregoritsch war zu oft auf sich allein gestellt. Ein Marko Arnautovic hätte dem Sturm wohl gut getan, dieser fehlte aber aufgrund einer Sperre (verbaler Ausrutscher gegen Nordmazedonien).
Auch nach dem Seitenwechsel traten die Niederländer diszipliniert auf und ließen dem Gegner kaum eine Chance, zudem kam mit Malen ein entscheidender Unterschiedsspieler von der Bank. Die Wechsel von Franco Foda blieben dagegen ohne Effekt. Unterm Strich agierten die Ösis zu brav, Oranje war ein bis zwei Klassen besser.

Die Statistik: 5

Denzel Dumfries, seinerseits gelernter Rechtsverteidiger, avanciert immer mehr zum Offensiv-Talent. Der Defensiv-Spezialist war bislang an allen fünf niederländischen Turnier-Toren beteiligt. Gegen Österreich holte er den Elfmeter zum 1:0 heraus und traf selbst zum 2:0.
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