EM: Schweiz schlägt die Türkei - Shaqiri erzielt Doppelpack und hält Achtelfinalchancen am Leben

Die Schweiz hat bei der EURO 2020 ihre Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale gewahrt. In Gruppe A schlugen die Eidgenossen die Türkei in Baki mit 3:1 (2:0). Haris Seferovic (6.) und Xherdan Shaqiri mit einem Doppelpack (26./68.) schossen die Tore für die Schweiz. Den Treffer für die Türkei, die sich punktlos von der EM verabschiedeten, markierte Irfan Kahveci (62.).

Xherdan Shaqiri schoss für die Schweiz gegen die Türkei einen Doppelpack

Fotocredit: Getty Images

Den bessern Start in die Partie hatte die Türkei. Da nur ein hoher Sieg ein mögliches Weiterkommen in Aussicht stellen würde, startete das Team von Senol Günes mutig und offensiv. Umso bitterer war es dann für die Mannen von Günes, dass Haris Seferovic seine Schweizer bereits nach sechs Minuten mit einem platzierten Flachschuss in Führung brachte. Türkeis Schlussmann Ugurcan Cakir hatte hier keine Chance.
Das war erstmal eine kalte Dusche für das türkische Team. Immerhin zeigte man in den Anfangsminuten eine gewillte und engagierte Leistung. Mert Müldür und Burak Yilmaz waren aber auch in der Folge bemüht, das eigene Offensivspiel anzutreiben und kamen auch zu sämtlichen Torabschlüssen. Meist fehlte es aber an der Genauigkeit oder man scheiterte am überragenden Yann Sommer im Tor der Schweizer.
In der 26. Minute zappelte der Ball erneut im Tor hinter Cakir. Xherdan Shaqiri erzielte mit einem Traumtor das 2:0. Eigentlich schien die Situation fast geklärt, dann kam der Ball jedoch über Umwege zum nachrückenden Shaqiri, der vor der Strafraumgrenze aus zentraler Position zum Schuss kam. Der Ball drehte sich mit viel Effet genau ins rechte Kreuzeck. Unhaltbar für Cakir im Kasten der Türkei.
Im Anschluss hatte Shaqiri gleich die Chance, auf das 3:0 zu erhöhen, doch da er sich vor dem Tor selbst zum Abschluss entschied, statt auf das Abspiel auf den mitgelaufenen Seferovic, scheiterte der LFC-Star an Cakir.
Die Türkei enttäuschte in der ersten Halbzeit wie auch schon in den beiden Spielen davor. Zu passiv war das Auftreten. Sie kamen nicht richtig in die Zweikämpfe und bei Torchancen scheiterten sie stets am starken Schweizer Keeper.
Mit der 2:0-Führung ging es in die Pause. Italien führte zur Halbzeit im Parallelspiel gegen Wales ebenfalls - aufgrund der schlechteren Tordifferenz stand die Schweiz jedoch punktgleich hinter den Walisern auf Platz drei.
Das Team von Vladimir Petkovic musste also noch etwas tun – genauer gesagt Tore schießen, damit man Wales im direkten Duell um Platz zwei einholen könnte. Nach Wiederanpfiff ließen es beide Teams etwas gemächlicher angehen.
Als man das Gefühl hatte, die Türkei wird sich hier gegen die drohende dritte Niederlage im dritten Spiel nicht mehr wehren, erzielte Irfan Can Kahveci den Anschlusstreffer mit einer Kopie des 2:0 von Shaqiri. Mit seinem starken linken Fuß versenkte er den Ball 20 Meter vor dem Tor im Stile eines Traumtores links ins lange Eck (62.). Ebenfalls ein Traumtor.
Wenige Minuten nach dem Anschlusstreffer zerschlug Shaqiri mit seiner exzellenten Schusstechnik die kurz aufkeimende Hoffnung im Team der Türkei. Nach einer Offensivaktion rannte die türkische Truppe in einen Konter. Steven Zuber hatte links viel Platz und anschließend auch das Auge für Shaqiri, der die Vorlage direkt verwertete und aus 15 Metern unter die Querlatte zimmerte (68.).
Der alte Zwei-Tore-Vorsprung war nun wiedergegeben und die Türkei ließ allmählich die Köpfe hängen. Es gab im Anschluss zahlreiche Wechsel auf beiden Seiten, die den Spielfluss nicht mehr richtig aufkommen ließen.
Die Schweiz spielte das clever zu Ende und gewann am Ende verdient mit 3:1 gegen die Türkei, für die es im dritten Gruppenspiel die dritte Niederlage setzte. Während die Günes-Elf damit sang und klanglos aus dem Turnier ausschied, darf sich die Schweiz weiter Hoffnungen auf ein Weiterkommen als einer der vier besten Gruppendritten machen.

Die Stimmen zum Spiel:

Xherdan Shaqiri (Schweiz): "Heute war mein rechter Fuß speziell gut im Spiel. Ich bin sehr froh, dass der Ball ins Tor ist, dass ich der Mannschaft mit zwei Toren helfen konnte. An normalen Tagen ist mein linker Fuß viel besser als der rechte – heute war es nicht so, das hätte ich nicht gedacht. Wir wollten nach dem Auftritt im Italien-Match, der nicht gut gewesen ist, unbedingt eine Reaktion zeigen. Wir sind als Einheit aufgetreten, haben füreinander alles gegeben."
Haris Seferovic (Schweiz): "Wir haben ein starkes Spiel gemacht. Was wir als Einziges bemängeln können: Wir hätten ein, zwei Tore mehr erzielen müssen. Und das Gegentor hätten wir auch verhindern können. Heute haben wir zusammengearbeitet."
Vladimir Petkovic (Nationaltrainer Schweiz): "Die Mannschaft hat gekämpft und gespielt. Wir haben das letzte Spiel als Mannschaft verloren und wir haben uns heute als Mannschaft die drei Punkte verdient. Die Mannschaft hat nach dem Italien-Match mit kleinen Korrekturen Veränderungen bewirkt. Ich bin über die gesamte Spielzeit gesehen sehr zufrieden."
Senol Günes (Nationaltrainer Türkei): "Wir sind uns bewusst, dass wir nicht gut genug waren. Das erste Spiel hat sich negativ auf meine Spieler ausgewirkt. Das kann passieren. Aber diese Spieler werden noch viele Jahre für die Türkei spielen und sie werden wie früher erfolgreich sein."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Shaqiris Schusstechnik

Mit seinen beiden Toren war Shaqiri nicht nur wesentlich am Sieg seiner Mannschaft beteiligt, er wurde im Anschluss an diese Partie auch wenig überraschend zum Star of the Match erklärt. Der Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 als auch das Tor zum 3:1 waren beides sehenswerte Treffer, die durchaus Potenzial für das Tor des Turniers haben. Mit seiner ansatzlosen Schusstechnik schlugen beide Bälle unhaltbar im Kasten von Cakir ein.

Die Statistik zum Spiel: 7

Shaqiri ist nun der absolute Top-Torjäger der Schweiz bei großen Turnieren. Sein zweites Tor heute ist sein siebtes für sein Land.
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Quelle: SID

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