Die knapp 35.000 Zuschauer im Olympiastadion in Baku sahen einen forschen Beginn der Waliser. Doch nach wenigen Minuten erhöhte die Nati den Druck und war von diesem Zeitpunkt an bis zum Halbzeitpfiff die dominantere Mannschaft. Die Schweiz schaffte es, ihre vielen Ballaktionen in einige Torchancen umzumünzen, doch meist mangelte es dabei an Präzision im Abschluss.
Im ersten Durchgang gaben die Eidgenossen elf Schüsse ab, jedoch nur einmal wurde der Ball auf das Tor von Danny Ward befördert. Die Briten platzierten in diesem Zeitraum ebenfalls einen Schuss aufs Ziel, benötigten dafür aber lediglich zwei Versuche.
Die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel waren die Minuten des Breel Embolo. Der Gladbacher startete in der 49. Minute, etwa 35 Meter vor dem Gehäuse, ein Solo. Er tankte sich in zentraler Position gegen zwei Waliser durch und wuchtete hoch aufs Tor. Schlussmann Danny Ward reagierte blitzschnell und lenkte den Ball per Glanztat über den Querbalken.
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Den nachfolgenden Eckstoß führte Xherdan Shaqiri von der rechten Seite aus. Die hohe Hereingabe endete wieder bei Embolo, der aus etwa sieben Metern per Aufsetzer zum 1:0 ins Netz einnickte (49.). Wenig später glänzte der Torschütze auch noch als Passgeber, doch Kevin Mbabu gelang es nicht, den Ball aus aussichtsreicher Abschlussposition auf den Kasten zu befördern (52.).
Wales investierte bis zum Gegentreffer nur wenig ins Offensivspiel und ließ einige gegnerische Torchancen zu. Mit der Führung im Rücken ließen die Eidgenossen zunächst nichts anbrennen. Die Briten bekamen im zweiten Abschnitt bis zum Anbruch der Schlussphase keinen Zugriff.
Dann glichen sie jedoch im Anschluss an einen ruhenden Ball aus. Daniel James führte eine Ecke auf der rechten Seite kurz aus, indem er zu Joe Morrell passte. Dieser flankte gefühlvoll in die Strafraummitte, wo Kieffer Moore, der seit der 17. Minute mit Kopfverband spielte, per Kopf zum 1:1 traf.
Das Schweizer Team warf gegen Ende der Partie alles nach vorne. In der 86. Minute netzte der kurz zuvor eingewechselte Mario Gavranović, nachdem er frei vor dem Tor von Embolo bedient wurde. Der Treffer zählte jedoch aufgrund einer Abseitsstellung nicht.
In der letzten Minute der regulären Spielzeit servierte Ricardo Rodríguez von der linken Seite per Eckstoß. Er fand Embolo, der jedoch per Kopf am stark abwehrenden Ward scheiterte.
Es blieb beim 1:1. Ein schmeichelhaftes Ergebnis für Wales.

Die Stimmen zum Spiel:

Gareth Bale (Kapitän Wales): "Beide Mannschaften haben versucht, zu spielen. Es war ein bisschen angespannt. Aber es ist kein schlechtes Ergebnis und wir nehmen das Positive mit. Wir wollten das Spiel gewinnen. Wir hatten Chancen, aber das hatten sie auch. Wenn man 0:1 in Rückstand gerät, kann man zusammenbrechen, aber wir haben wie immer viel Kampfgeist und Charakter gezeigt."
Kieffer Moore (Wales): "Ich persönlich finde es großartig. Wir hätten gerne gewonnen, aber wir nehmen ein Unentschieden, um uns in eine gute Position zu bringen."
Breel Embolo (Schweiz): "Ich bin ein bisschen frustriert über das Ergebnis, denn wir hatten die Chancen für das zweite Tor, haben sie aber nicht genutzt. Vielleicht waren wir nach dem ersten Tor zu passiv. Wir hätten den Sieg verdient gehabt, aber es ist ein Unentschieden geworden - und das ist schade."

Der Tweet zum Spiel:

Wales' Keeper erwischte wahrlich einen starken Tag. Die Auszeichnung zum "Star of the Match" schnappte sich allerdings Embolo.

Das fiel auf: Petković erstmals bei einem großen Turnier mit Dreierkette

Bundestrainer Joachim Löw spielt vermutlich mit dem Gedanken, mit einer Dreier- anstatt einer Viererkette in die EURO 2020 zu starten. Sein Trainerkollege Vladimir Petković zog diese Umstellung bereits durch. Nach der Weltmeisterschaft 2014 übernahm dieser den Cheftrainer-Posten der Nati und betreute diese unter anderem bei der Europameisterschaft 2016 sowie der WM 2018. Bei diesen beiden Turnieren setzte er auf einer Vierer-Abwehrreihe, Endstation war jeweils im Achtelfinale. Im Spiel gegen Wales setzte er hingegen auf eine defensive Dreierreihe, die bei gegnerischen Angriffen durch zwei nach hinten rückende Außenbahnspieler verstärkt wurde. Komplett neu war diese Umstellung nicht. Bereits im Jahr 2019 begann Petković, größtenteils auf die Dreierkette zu setzen. Genügend Eingewöhnungszeit also, um sie jetzt bei einem großen Turnier zu präsentieren.

Die Statistik: 1

Die beiden Länder standen sich erstmals bei einer Welt- oder Europameisterschaft gegenüber. Insgesamt trafen die Schweiz und Wales zum achten Mal aufeinander. In den vorherigen sieben Partien ging die Nati fünfmal als Sieger vom Platz, zweimal setzten sich die Waliser durch.
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