EM 2024 in Deutschland: Cristiano Ronaldo - warum der Superstar immer noch entscheidend ist für Portugal

Portugal ist als einer der Favoriten zur EM 2024 nach Deutschland gekommen. Die Seleção Portuguesa von Trainer Roberto Martínez ist gespickt mit Weltklassespielern, inklusive Cristiano Ronaldo. Der Superstar trägt den größten Namen beim Turnier und wird alleine mit seiner Teilnahme einen Rekord aufstellen. Die große Frage lautet: Ist Ronaldo wirklich eine Stärkung für den Europameister von 2004?

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Quelle: Perform

Eine Generalprobe ist nicht zu unterschätzen - auch im Fußball nicht. Mannschaften klopfen kurz vor Beginn eines wichtigen Wettbewerbs noch einmal ihre Form ab.
Im Falle von Portugal drängt sich aber der Eindruck auf, dass der letzte Test vor der EM vor allem für Cristiano Ronaldo bedeutend war.
Die EM-Nominierung des 39-Jährigen wurde durchaus mit Argwohn betrachtet. Hat er noch die Klasse, was sind die 35 Saisontore in der Saudi Pro League wert, welchen Einfluss hat der Exzentriker auf die Stimmung im Team?
Bei der Generalprobe der Portugiesen gegen Irland hat Ronaldo einen Großteil der Befürchtungen widerlegt. Der Angreifer bildete zusammen Rafael Leão von Milan die Doppelspitze und erzielte als Kapitän beim 3:0 zwei Treffer.

Martínez: "Ronaldo nach wie vor auf Top-Level"

Ein Erfolg für den Stürmer - und den Trainer. "Cristiano ist ein sehr wichtiger Spieler und ein sehr wichtiger Kapitän für uns. Er spielt nach wie vor auf einem Top-Level", sah sich Roberto Martínez in seiner Entscheidung, auf den Oldie zu setzen, bestätigt. Die Vorbereitung in diesem Jahr auf die Endrunde lief nämlich nicht reibungslos. Neben klaren Erfolgen gegen Schweden (5:2), Finnland (4:2) und eben Irland setzte es Niederlagen gegen Slowenien (0:2) und Kroatien (1:2).
Martínez experimentierte in den fünf Testspielen mit drei unterschiedlichen Spielsystemen. Mal schickte er die Seleção im 4-3-3 aufs Feld, mal in einer 4-4-2-Formation, zuletzt gegen die Iren im 3-5-2. Ronaldo war nur gegen Slowenien und Irland dabei, weshalb die gelungene Generalprobe goldwert war - für alle Beteiligten. Man habe sich damit "100 Prozent Selbstvertrauen auf dem Weg nach Deutschland" geholt, betonte Offensivmann João Félix.

Ronaldo: "Es gibt keinen Spielraum für Fehler"

Die Europameisterschaft in Deutschland wird indes die sechste Endrunde für Ronaldo - ein neuer Rekord und doch nur eine Zahl. "Es gibt keinen Spielraum für Fehler", unterstrich der Routinier. "Die Portugiesen erwarten viel von Portugal." Aufgrund der besonderen "Generation und des Talents" sei man dem Erfolg verpflichtet.
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Quelle: SNTV

Ronaldos Ehrgeiz ist neben seiner Torgefahr einer der wichtigsten Gründe, weshalb Martínez den fünfmaligen Weltfußballer mitnimmt. "Für den Erfolg tut er alles. Für sich, aber auch für seine Mitspieler", sagte der Coach und wartete mit einer Anekdote auf: "Cristiano stand voriges Jahr kurz vor seinem 200. Länderspiel. Das schaffte vor ihm niemand. Ich fragte ihn, ob diese Marke etwas ist, was ihn interessiert. Er antwortete: 250 interessieren mich! Dieser Ehrgeiz, dieser Antrieb - das zeichnet Cristiano aus. Darum brauchen wir ihn."

Martínez: So hilft Ronaldo den jungen Spielern

Damit hob Martínez die Bedeutung heraus, die Ronaldo fürs Binnenklima in der Mannschaft hat. Er ist eben nicht (nur) der Egoshooter, den viele in ihm sehen. Der Weltstar sei "dank seiner Erfahrung sehr wichtig für unsere jungen Spieler. Er hilft ihnen ständig weiter", erläuterte der Nationaltrainer im Gespräch mit der "Sport Bild".
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Cristiano Ronaldo (li.) im Gespräch mit Roberto Martínez (re.)

Fotocredit: Getty Images

Dabei ist Ronaldo noch nicht einmal der Senior im Team. Der unverwüstliche Pepe ist mit seinen 41 Jahren ebenso Teil der Reisegruppe - und keineswegs nur als Notnagel eingeplant. Der Innenverteidiger kam bei drei von fünf Testländerspielen in diesem Kalenderjahr zum Einsatz. In Deutschland dürfte er zum ältesten Spieler avancieren, der je bei einer EM auflief.

Die Ronaldo-Frage: Die Antwort liegt auf der Hand

Ronaldo und Pepe bilden quasi den verlängerten Arm von Martínez auf dem Platz. Weil sie alles schon erlebt haben im Fußball - und weil die Qualität noch immer stimmt. "Die Leistung ist entscheidend", bemerkte der Coach, angesprochen auf Ronaldo. "Er ist weiterhin einer der Topscorer im Weltfußball", die Vorstellungen des 207-maligen Nationalspielers seien über jeden Zweifel erhaben.
Die Antwort auf die Frage, ob Ronaldo die Mannschaft besser macht, kann nach aktuellem Stand also nur "ja" lauten. Portugal steigt am 18. Juni gegen Tschechien (ab 21:00 Uhr im Liveticker) ins Turnier ein, danach warten die Türkei (22. Juni ab 18:00 Uhr im Liveticker) und Außenseiter Georgien (26. Juni ab 21:00 Uhr im Liveticker). Alles andere als ein sicheres Weiterkommen wäre eine große Überraschung.
Es ist nicht vermessen, wenn Portugal vom zweiten EM-Titel nach 2016 träumt. Wie tragend die Rolle von Ronaldo sein wird, wenn es dann in der entscheidenden Phase des Turniers gegen die dicken Brocken geht, steht aber auf einem ganz anderen Blatt ...
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Quelle: Perform


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