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DFB-Comeback: Hansi Flick nominiert Bayern-Star Thomas Müller für Länderspiele gegen Japan und Frankreich nach
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Publiziert 04/09/2023 um 11:37 GMT+2 Uhr
Überraschendes DFB-Comeback für Thomas Müller: Der Stürmer von Bayern München wurde von Bundestrainer Hansi Flick für die beiden Länderspiele gegen Japan am Samstag (20:45 Uhr) und am 12. September gegen Frankreich (21:00 Uhr beide Spiele im Liveticker) nachnominiert. Grund ist nach DFB-Angaben, dass Angreifer Niclas Füllkrug (Borussia Dortmund) angeschlagen ist.
Thomas Müller im DFB-Trikot
Fotocredit: Getty Images
Die überraschende Trennung von seiner Lisa nahm Thomas Müller lächelnd hin. "Liebe ist, wenn sie ihn spontan beim Männerausflug am Sportheim abliefert", schrieb Müller bei Instagram unter ein Foto des strahlenden Paares.
Das Sportheim war zwar der Münchner Flughafen, doch von dort ging es für den Weltmeister von 2014 direkt zur Nationalmannschaft nach Wolfsburg.
Der 33-Jährige war wenige Stunden zuvor von Bundestrainer Hansi Flick für die wegweisenden Länderspiele gegen WM-Schreck Japan am Samstag (20:45 Uhr) und drei Tage später gegen Vize-Weltmeister Frankreich in Dortmund nachnominiert worden, da der Ausfall von Niclas Füllkrug (Sehnenzerrung) droht.
Als Müller am Abend erstmals seit dem WM-Debakel wieder zum DFB-Team stieß, war Flick schon lange im Hotel Ritz-Carlton am Mittellandkanal eingetroffen. "Servus", rief der angezählte Bundestrainer den wartenden Fans zu und verteilte Autogramme, dann verschwand er mit einer brauen Aktentasche unter dem Arm in der Nobelherberge.
Flick hat keine Zeit zu verlieren
Zeit hat Flick keine zu verlieren, der Zustand seiner Mannschaft ist neun Monate vor der Heim-EM bedenklich. Auf dem 58-Jährigen lastet großer Druck, mit einem möglichen Rauswurf beschäftigt er sich aber derzeit nicht. "Das wäre kein guter Ratgeber. So kann ich doch nicht in die Spiele gehen", sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland in einem am Dienstag erscheinenden Interview.
Die Mannschaft hat jedenfalls Besserung gelobt. Die anstehenden Spiele seien "richtungsweisend", wie Robin Gosens am Teamhotel erklärte: "Wir brauchen als Mannschaft unbedingt Erfolgserlebnisse. Erfolgserlebnisse helfen uns auch dabei, das Land wieder hinter uns zu bekommen."
In der Stunde der Not setzt Flick nun wieder auf Routinier Müller, der sich seine flotten Sprüche in den kommenden Tagen verkneifen muss. In München sei es derzeit eine klassische Win-Win-Situation, dass er den Neuen im Team seine altbewährten Witze erzählen könne, verriet Müller. Doch bei der Nationalmannschaft sind seine Witze zum einen lange bekannt - zum anderen ist Flick wohl kaum zum Lachen zumute.
Müller ist nach seinen Hüftproblemen fit. "Ich kann wieder aufs Gaspedal treten. Meine Turbinen laufen also wieder auf voller Leistung, und es fühlt sich großartig an", sagte der Weltmeister von 2014, der seine Länderspiele 122 und 123 absolvieren könnte (44 Tore).
Treffer kann die DFB-Auswahl gut gebrauchen. Das dürfte Flick auch ohne die Vernichtung des deutschen Fußballs durch Matthias Sammer ("Wir liegen am Boden") klar sein. Immerhin gab es vom Chefkritiker wertvolle Tipps. Flick, so stellte Sammer im "SZ"-Interview fest, müsse endlich einen Stammkader festlegen, eine Hierarchie von mindestens drei Führungsspielern schaffen und Einfachheit in der Spielanlage herstellen.
Zeit der gescheiterten Experimente beendet
Flick hat die Zeit der (gescheiterten) Experimente jedenfalls für beendet erklärt und eine klare Forderung an seine Stars gerichtet. "Jeder", betonte der 58-Jährige, "muss nun sein Ego hinten anstellen, sich in den Dienst der Mannschaft stellen."
Von den vergangenen 16 Länderspielen hat die DFB-Auswahl lediglich vier gewonnen. Nach dem WM-Desaster in Katar ist auch der Neuanfang völlig missglückt, zuletzt gab es drei Niederlagen in vier Begegnungen. "Wir haben einiges gutzumachen", stellte Flick fest. Dafür räumte er gnadenlos auf. Beim Treffen fehlten über Jahre etablierte Stammspieler wie Leon Goretzka oder Timo Werner.
Mit diesen Maßnahmen will Flick die laut Sammer "größte Krise, die der deutsche Fußball in der jüngeren Vergangenheit erlebt hat", in den Griff bekommen. Ansonsten droht dem Bundestrainer das Aus.
Watzke: "Da ist Hansi Flick gefragt"
Beim Verband wächst die Sorge, dass das erhoffte Sommermärchen 2.0 im kommenden Jahr zu einem Horrorfilm wird. Jetzt gehe es darum, "ein System zu entwickeln, das Erfolge möglich macht. Da ist Hansi Flick gefragt", sagte DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke zuletzt im "FAZ"-Interview und erteilte ebenfalls Ratschläge. Man müsse versuchen, sich "auf unsere Tugenden zu besinnen".
Diese sind zuletzt immer mehr verloren gegangen. Der viermalige Weltmeister befindet sich seit fünf Jahren in einer Dauerkrise. Flick zieht jetzt die Zügel an. "Das schauen wir uns ganz genau an! Die Mannschaft ist der Star, nicht der Einzelne", sagte er bei der Nominierung seines Kaders.
Neu dabei ist überraschend der langjährige Premier-League-Profi Pascal Groß von Brighton and Hove Albion. Der zuletzt von Flick abgestrafte Innenverteidiger Niklas Süle ist zurück, der verletzte Jamal Musiala wird gegen Japan fehlen.
Auch ohne den Jungstar muss Flick seine Stammelf finden. "Der Kader ist interessant und gut", sagte Flick. Auch gut genug, um den Job des Trainers zu retten?
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(SID)
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